Arbeitsmedizin

Brustkrebs nach Jetlag?

23. September 2010, 08:28
  • Artikelbild
    foto: apa/y. raintung/airbus/handout

    Der Jetlag steht schon länger unter dem Verdacht für die erhöhte Brustkrebsrate unter Stewardessen verantwortlich zu sein.

Zusammenhang Schichtarbeit und Krebs noch nicht geklärt - Forscher fordern weniger belastende Dienstmodelle

Köln - Die Frage, ob ständige Schichtarbeit das Krebsrisiko erhöht, ist noch nicht geklärt. Dennoch wäre es sinnvoll, Dienstpläne im Schichtbetrieb gesünder zu gestalten. Das berichtet eine deutsch-amerikanische Forschergruppe im Deutschen Ärzteblatt. Die Forscher beleuchten darin den bisherigen Wissensstand zum Thema, das für die Wirtschaft von hoher Bedeutung sein könnte: Erst 2008 erhielten 38 dänische Frauen mit Brustkrebs, die in Nachtschicht arbeiteten, die Anerkennung für die berufliche Ursache ihres Leidens - und in Folge auch Entschädigungszahlungen.

Schichtarbeit unter Tumorverdacht

Fest steht, dass ein ständig unterbrochener Bio-Rhythmus bei Ratten Krebs auslösen kann. Nachdem man Tieren karzinogene Stoffe verabreichte, entwickelten sie schneller Tumore, wenn sie unter Jetlag-ähnlichen Bedingungen lebten. Die Internationale Agentur für Krebsforschung erkennt daraus einen klaren Zusammenhang bei Tieren. "Erscheint es hier auch plausibel, kann man die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen," betont Peter Morfeld, Leiter des Instituts für Epidemiologie und Risikobewertung in der Arbeitswelt der Evonik Industries.

Was es bisher diesbezüglich beim Menschen gibt, sind Hinweise bei bestimmten Berufen wie Piloten, Stewardessen und Krankenschwestern. "In diesen Gruppen war bei Frauen Brustkrebs, bei Männern der Prostatakrebs häufiger. Ins Bild passt, dass beide Erkrankungen auf Hormonstörungen zurückgehen. Dennoch ist der Zusammenhang noch nicht hinreichend bewiesen", so Morfeld. Zu unterschiedlich seien die Ergebnisse, zudem gelte es Störvariablen zu berücksichtigen wie etwa die geringere Kinderzahl von Stewardessen, die somit schlechter vor Brustkrebs geschützt sind.

Prävention vermeidet hohe Kosten

"Die relative Erhöhung des Risikos, die nach bisherigen Schätzungen rund 50 Prozent betragen dürfte, ist kaum das Problem", betont der Experte. Rauchen erhöht das Risiko für Lungenkrebs ungleich stärker, und zwar um 1000 bis 2000 Prozent. Auf Ebene der Gesellschaft wären die Auswirkungen jedoch enorm. "Brust- und Prostatakrebs zählen zu den häufigsten Krebsarten. Schon eine geringe Erhöhung des Risikos bei einer großen Gruppe würde enorme Kosten nach sich ziehen."

Auch noch ohne Klärung der Risikofrage drängen die Forscher darauf, Schichtdienstpläne an neue arbeitsmedizinische und chronobiologische Erkenntnisse anzupassen. "Die Schichteinteilung ist meist Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dabei stehen jedoch finanzielle Aspekte im Vordergrund, während man die Gesundheit kaum berücksichtigt." Erwiesen ist bisher, dass rückwärts rotierende Systeme und Dauer-Nachtschichten dem Körper schlecht bekommen. "Es gibt durchaus Schichtmodelle, die weniger belasten als andere", so Morfeld. (pte)

L H1
02
24.9.2010, 14:57

Das sind die echten Hackler.

Die modernen Glatiatoren unserer Gesellschaft.

Der Preis kommt lamgsam zum Vorschein.

Die sind die echten Träger unserer Gesellschaft, (nicht die Bonusmanager)!

Ferdinand Lachinger
12
24.9.2010, 09:47

Schichtarbeit auf regelmäßiger Basis find Ich einfach dumm, ist doch klar gegen den natürlichen Lebensrhytmus für den Wir geschaffen sind. Aber Gier und Größenwahn läßt Uns rund um die Uhr arbeiten, schon unglaublich diese Dummheit.

Allmächtiger Satan
30
24.9.2010, 15:21

Sie wurden für garnix geschaffen. Sie sind zufällig aus dem Schlamm gekrochen und wenn es Schichtdienst gibt, dann ist das so und nicht anders.

Allmächtiger Satan
10
23.9.2010, 17:43

Tja, das Leben ist tödlich.

L H1
00
24.9.2010, 15:02

das ist Sarkasmus

fertigprodukt
16
23.9.2010, 10:52

na dann fangt am besten bei den kleinen an und läutet die schule nicht vor 9 uhr ein.

Michael Aires
73
23.9.2010, 10:50
Ooooch.....

Brustkrebs durch Diskriminierung am Arbeitsplatz wär noch besser.
Oder: Brustkrebs duch Arbeit "die mich einfach nicht glücklich macht". Bu-hu.
Tja, Arbeit macht krank, deswegen gibt's ja auch Geld dafür. Freiwillig geht kaum eine/r arbeiten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.