Harmonisierung der Filmwirtschaft Europas

29. April 2003, 18:09
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Initiative zur "Pro Erweiterung"

Wien - Eine Initiative zur Harmonisierung der europäischen Filmwirtschaft, insbesondere angesichts der bevorstehenden EU-Erweiterung, stellte Dienstag in Wien die deutsche Produzentenvereinigung film20 vor. Anstatt einander mit verschiedenen Fördermodellen "totzukonkurrieren", sollten die einzelnen Länder ihre Forderungen "synchronisieren", erläuterte film20-Generalsekretärin Georgia Tornow.

Als neues Mitglied der film20, die 2001 als Pressure Group führender deutscher Film- und Fernsehproduzenten gegründet wurde, präsentierte sich der Verband Österreichischer Filmproduzenten (aafp). Der aafp sieht in der Vernetzung mit film20, der auch die Schweizer Highlight Communications-Gruppe bereits beigetreten ist, insbesondere große Vorteile für die Interessenvertretung von Produzenten im deutschsprachigen Raum.

Zu den Zielen von film20 gehören u.a. die Verbesserung bzw. Harmonisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Filmförderung und der Terms of Trade zwischen TV-Sendern und Produzenten sowie eine Erleichterung von Koproduktionen. "Es geht darum, Modelle zu entwickeln, die über nationale Legislaturperioden hinaus Gültigkeit haben", formulierte aafp-Vorstandsmitglied Danny Krausz. Erste Vorschläge dazu werde man Ende Mai dem Kunststaatssekretär vorlegen. Als zentrale film20-Forderung nannte Tornow außerdem die Erstellung eines jährlichen Medienberichts als Argumentationsbasis zwischen Produzenten, TV-Sendern und der Politik.

Branche stärken

Durch gemeinsames Auftreten will film20 gegenüber der Politik den Stellenwert der Filmwirtschaft als zukunftsträchtige, arbeitsplatzintensive, aber auch identitätsstiftende Branche in Europa stärker betonen. Der Fachverband der Audiovisions- und Filmindustrie Österreichs gab in diesem Zusammenhang die Präsentation einer Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Filmwirtschaft im Herbst bekannt. Angesprochen auf die Transparenz, mit der - anders als in Österreich - in Deutschland die Novellierung des Filmförderungsgesetzes öffentlich diskutiert werde, meinte Tornow: "Wenn die Politik es nicht macht, muss man es eben selber machen."

Filmtage

Im Herbst findet eine in Kooperation mit der Initiative EU-XXL organisierte Veranstaltungsreihe unter dem Motto "Pro Erweiterung" statt. Den Auftakt machen zwei Kongresse, am 15. September in Wien ("Erweiterung entdecken - Filmlandschaften stellen sich vor") und am 13. Oktober in Berlin ("Gemeinsam gewinnen - strategische Konsultationen für neue Schwerpunkte und abgestimmte Initiativen in der Filmwirtschaft"). Den Abschluss bilden im November Filmtage, die das Publikum für das Filmschaffen der Erweiterungsländer gewinnen sollen und anschließend Station in den Metropolen der neuen Mitgliedsländer machen.(APA)

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