Austria FilmCoop steht vor dem Aus

1. Mai 2003, 19:27
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Bundeskanzleramt streicht Subvention - Produktionen im Low Budget-Bereich die Basis entzogen

Wien - Die traditionsreiche Austria FilmCoop ist vom Aus bedroht. Das Bundeskanzleramt hat dem Wiener Verein die Jahresförderung für 2003 abgesagt, teilte die FilmCoop in einer Aussendung mit. "Damit wird jenen Produktionen die Basis entzogen, die ohne Subventionen im Low-Budget-Bereich starten", stellte Bernadette Dewald, FilmCoop-Obfrau, gegenüber der APA fest und betonte: "Ein Großteil der experimentellen Filmszene Österreichs, Leute wie Kurt Kren oder Martin Arnold, ist durch die FilmCoop durchgegangen."

Der 1968 als Austria Filmmakers Cooperative gegründete (und 1982 nach einer kurzen Pause neu entstandene) Verein bemüht sich (neben der Organisation von Filmreihen) um Netzwerkarbeit (u.a. Verleih) sowie die Bereitstellung von praktischen Mitteln zur Film- und Videoproduktion (Kameraverleih, Schnittstudios etc.) und ermöglichte so vielen freien Filmschaffenden, zu günstigen Tarifen ihre Projekte durchzuführen.

Unverständnis

In der von Johannes Hörhan, dem Leiter der Filmabteilung im Bundeskanzleramt, unterzeichneten Begründung der Subventions-Absage heißt es, dass "die Bemessung einer Jahresförderung aus budgetären Gründen, aber auch deswegen nicht mehr möglich ist, weil es im Interesse der einzelnen Kunstschaffenden geboten ist, von einer Strukturförderung zu einer Förderung konkreter Projekte überzugehen."

Für die FilmCoop ist damit "offensichtlich, dass der virtuellen Idee der Ich-AG der Vorzug vor einer basisbildenden Kulturarbeit gegeben wird". Für Dewald "eine schräge Rechnung: Bei uns entstehen ja auch Einzelprojekte, nur eben billiger, als wenn jemand ein Projekt mit teuren Produktionsfirmen einreicht." Sie vermutet, dass es bei der Streichung "auch um die Kontrolle, wer was produziert", geht.

Für 2002 betrug die BKA-Subvention 11.900 Euro. Von der Stadt Wien kamen für das Vorjahr 3.600 Euro, für heuer gibt es noch keine Förderzusage. "Wir wissen nicht, wie wir jetzt weitermachen", so Dewald. Als nächstes will man sich an den Filmbeirat wenden.

(APA)

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