Lauda setzt auf Schumacher

29. April 2003, 17:31
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Mit dem neuen Ferrari muss sich die Konkurrenz wieder "warm anziehen" - Vorerst kein neuer Formel-1-Job

München - Der dreifache Formel-1-Weltmeister Niki Lauda setzt bei den nächsten Rennen auf Michael Schumacher. "Auf jeden Fall" könne der Titelverteidiger die Aufholjagd an die WM-Spitze schaffen, glaubt der Österreicher. Schumacher sei sein WM-Favorit. "Denn jetzt hat er wieder ein Rennen gewonnen. Er war in allen Rennen davor, so lange er gefahren ist, immer schnell. Und jetzt kriegt er noch ein neues Auto. Also was spricht da eigentlich dagegen?", sagte der frühere Ferrari-Pilot am Montagabend in München der dpa.

Premiere des F2003-GA

Schumacher wird beim Großen Preis von Spanien am Sonntag (14:00/live ORF 1) in Barcelona erstmals im neuen Ferrari F2003-GA an den Start gehen. "Wenn das neue Auto schneller ist, dann hat er wieder alles im Griff - so im Griff, dass er wieder Reserven hat", sagte Lauda über die Aussichten des Deutschen. Die Konkurrenz müsse sich, wenn der neue Ferrari so schnell ist, wie es die Testfahrten vermuten ließen, wieder "warm anziehen". Derzeit ist Imola-Sieger Schumacher in der WM-Wertung mit 18 Punkten Dritter hinter den Silberpfeil-Piloten Kimi Räikkönen (32 Punkte) und David Coulthard (19).

Im Moment gesperrt

Eigene Ambitionen auf einen neuen Formel-1-Job hat der frühere Jaguar-Teamchef, der derzeit als TV-Experte für RTL bei jedem Rennen im Einsatz ist, zunächst nicht. "Im Moment bin ich ein Jahr gesperrt und darf nichts tun, was die Formel 1 angeht", erklärte Lauda. Er hatte seinen Posten bei Jaguar im November 2002 verloren. Interesse, womöglich irgendwann die Nachfolge von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone anzutreten, hat der Österreicher nicht. "Ich kommentiere nicht etwas, über das ich nicht einmal nachgedacht habe", so Lauda. "Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben, weil ich jetzt ein Jahr bezahlt spazieren gehen darf."

Regeln nicht mehr ändern

Am meisten überrascht hat den Ex-Weltmeister in dieser Saison, "dass die McLaren von Anfang an so gut waren. Damit hat eigentlich keiner gerechnet." Nach wie vor ist es seiner Ansicht nach zu früh, die tatsächlichen Kräfteverhältnisse zwischen den Top-Teams in der aktuellen Saison zu beurteilen. "Wir müssen jetzt auf den neuen Ferrari warten, dann auf den neuen McLaren - dann werden wir weitersehen." Ein voller Erfolg sind Laudas Meinung nach die neuen Regeln. Man müsse "nichts mehr ändern", glaubt er. Denn: "Besser als jetzt war es die letzten Jahre nicht." (APA/dpa)

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    Niki "Nazionale" wird nicht Ecclestone

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