Jordanien:Todesstrafen für drei mutmaßliche Terroristen

29. April 2003, 16:49
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Attentat auf Geheimdienstoffizier im Februar 2002 tötete zwei Passanten - Zwei der Verurteilten flüchtig

Amman - Das jordanische Staatssicherheitsgericht hat am Dienstag drei Männer wegen eines Bombenanschlags zum Tode verurteilt, zwei von ihnen in Abwesenheit. Das Militärgericht sah es als erwiesen an, dass die drei im Februar 2002 eine Bombe unter dem Wagen der Frau eines ranghohen Geheimdienstoffiziers zur Detonation brachten. Zwei Passanten waren damals getötet worden. Vier Mitangeklagte erhielten wegen Beihilfe zu dem Verbrechen Gefängnisstrafen von einem Jahr bis zu lebenslänglich. Als die Zeitbombe am 28. Februar in einem Vorort der jordanischen Hauptstadt Amman explodierte, kamen zwei Arbeiter aus dem Irak und Ägypten ums Leben. Das eigentliche Ziel des Anschlags, Ali Burjak, war wenige Minuten zuvor mit einem anderen Auto davongefahren.

Mohammad Arafat Hijazi plante nach Erkenntnissen des Tribunals den Terroranschlag. Die beiden anderen zum Tode Verurteilten, Mustafa Siam und Ahed Abdullah Khreisat, halfen bei der Durchführung, sie sind flüchtig. Die Haftstrafe von einem Jahr erhielt ein Jugendlicher. Er gestand während des Prozesses, Informationen über die Attentatspläne geheimgehalten zu haben. Vor der Urteilsverkündung hatte Staatsanwalt Mahmud Obeidat hohe Strafen "für die hässlichsten Verbrechen gegen Jordanier und die Menschheit insgesamt" gefordert. Als die Strafen verkündet wurden, riefen drei der Verurteilten, die bis auf den Jugendlichen allesamt lange Bärte und blaue Häftlingsuniformen trugen, "Allahu akbar" (Gott ist groß). Ihre Verteidiger kündigten Berufung an. (APA/AP)

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