Technische Berufe in Vorarlberg erproben

29. April 2003, 16:43
posten

AmaZone stellt mit Projekt "Ready" Berufsalternativen für Mädchen vor

Bregenz - Mädchen und junge Frauen sind in technischen Berufen nach wie vor selten vertreten. Trotz einer Auswahl aus ca. 270 Lehrberufen scheint ein Großteil aller Mädchen in Sachen „Lehrberuf“ dasselbe zu wollen. 50 Prozent aller Mädchen, die eine Lehre machen, entscheiden sich für „Verkäuferin“, „Sekretärin“ oder „Friseurin“. Mit dem Projekt „Ready“ stellt das Mädchenzentrum AmaZone handwerkliche und technische Berufsalternativen für Mädchen vor.

Bereits zum zweiten Mal setzten sich im Rahmen des Projekts „Ready“ insgesamt 60 Schülerinnen der HS Rieden und der HS Egg mit dem Thema Berufswahl auseinander. Primäres Anliegen des vom Bildungsministerium und dem Europäischen Sozialfond finanzierten Projektes ist es, eine Chancengleichheit für Mädchen auf dem Arbeitsmarkt zu erreichen. Während die Konkurrenz um die drei „typischen“ Lehrberufe Friseurin, Büro- und Handleskauffrau relativ hoch ist, wird von Seiten der Industrie ein Fachkräftemangel im technischen Bereich für die nächsten Jahre erwartet. Abgesehen davon können einige verwandte technische Berufe als Doppellehre erlernt werden, wodurch sich anhand der breiteren Qualifikation auch das Spektrum an Betätigungsfeldern vergrößert. Trotz dieser Vorteile sowie der weitaus besseren Verdienstmöglichkeiten im technischen Bereich verläuft die Berufswahl von Mädchen immer noch entlang traditioneller Rollenmuster.

Selbstvertrauen und Einblick

Verschiedene Vorurteile dürften mit Grund dafür sein, warum technische Berufe von vielen Mädchen nicht ernsthaft in Betracht gezogen werden. Argumente wie die „körperliche Belastung“, die für Mädchen angeblich „zu groß“ ist oder das „geringere technisches Verständnis“ von Mädchen dominieren noch häufig die Berufswahl, sind jedoch längst entkräftet. Dort, wo es tatsächlich auf Muskelkraft ankommt, werden Hebekräne sowohl von Männern wie von Frauen eingesetzt, und technisches Verständnis bzw. handwerkliche Eignung sind Trainingssache und entwickeln sich bei Förderung von klein auf bei Mädchen gleichermaßen wie bei Buben. Ziel von „Ready“ ist es, die Mädchen einerseits in ihrem Selbstvertrauen zu stärken und ihnen andererseits einen realistischen Einblick in technisch-handwerklich orientierte Berufsalltage zu geben.

Im Rahmen praxisorientierter Lampen-Workshops hatten die Schülerinnen in der AmaZone-Werkstatt Gelegenheit, unter Anleitung von Fachfrauen aus dem Glaser-, Spengler- und Elektrogewerbe Arbeitsabläufe verschiedener Berufe kennen zu lernen und sich dabei selbst als Handwerkerinnen auszuprobieren. Im Rahmen eines weiteren Workshoptages im Herbst werden sich die Mädchen mit Berufen aus dem IT- und EDV-Bereich auseinandersetzen. (red)

Kontakt und Information:
Mädchenzentrum AmaZone, Kirchstraße 39, 6900 Bregenz, T+F 05574/45 801, E-Mail
  • Artikelbild
Share if you care.