Schwere Explosion in Bagdad

29. April 2003, 16:22
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Spielende Kinder zünden Öl-Graben an

Bagdad/Genf - Eine schwere Explosion hat am Dienstag Bagdad erschüttert. Eine große schwarze Rauchwolke war anschließend über der irakischen Hauptstadt zu sehen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Nach seinen Angaben brannte ein mit Öl gefüllter Graben. Anrainer berichteten, spielende Kinder hätten das Öl in Brand gesetzt.

Die irakische Armee hatte während des Krieges mit Öl gefüllte Gräben angezündet, um angreifenden Kampfflugzeugen der US-geführten Streitkräfte die Sicht zu nehmen. Am vergangenen Samstag waren mindestens sechs Menschen getötet und dutzende verletzt worden, als ein Waffenlager südlich von Bagdad explodierte. Nach US-Angaben war das Lager angegriffen worden.

Roter Halbmond warnt vor Blindgängern

Freiwillige des Roten Halbmonds machen im Südirak mit Handzetteln und Postern auf die Gefahr von Blindgängern und Munitionsdepots aufmerksam. Bisher seien 30 verdächtige Stellen in der Umgebung von Basra gefunden worden, sagte ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) am Dienstag in Genf. "Die Explosion im Munitionsdepot in Bagdad hat gezeigt, wie gefährlich dies ist", fügte er hinzu. Explosives Material sei auch in Wohngebieten und in der Nähe eines Spielplatzes gefunden worden.

Die Streubomben, die die USA während ihrer militärischen Intervention im Irak einsetzten, verfehlten ihr Ziel in 30 Prozent der Fälle. Die mit nicht-explodierter Munition bestückten Bomben lägen oft in Wohngegenden, so der Sprecher.

UNICEF bringt Wasser

Unterdessen organisiert das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF regelmäßige Wasserlieferungen in den Südirak. "Die Wasserversorgung war schon vor dem Krieg problematisch, jetzt ist Wasser das Hauptproblem", sagte Marc Vergara, der gerade für UNICEF in der Region war. Er habe gesehen, wie Menschen mit Kalaschnikows auf Wasserleitungen feuerten, um daraus Wasser abzuzapfen. UNICEF schafft nun täglich etwa 20 Tankwagen mit je 37.000 Litern Wasser von Kuwait in den Südirak. Dringend nötig seien auch größere Mengen Chlor, um die Wasserqualität zu verbessern. Ärzte verzeichneten bereits eine drastische Zunahme an Durchfallerkrankungen, vor allem bei Kindern. (APA/dpa/sda)

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