Leasing-Anbieter, die sich auf die Finanzierung von Fuhrparks spezialisiert haben, bieten bis zum kompletten Management des Fuhrparks alles an
Die schlechte Nachricht vorweg: Außer der LeasePlan schaffte es keines der über die Kundenzentrale kontaktierten Leasing-Unternehmen, binnen 24 Stunden Auskunft über ihre Produktpalette und ihr Alleinstellungsmerkmal zu geben. Weder Herstellerbanken wie die Porsche Bank oder die Ford Bank, noch Fuhrpark-Spezialisten wie Sixt oder Masterlease schickten eine Antwort. LeasePlan reagierte prompt und freundlich und unterstrich seinen Schwerpunkt als Full-Service-Anbieter, der sich durch "Expertentum, Consulting, die Kostentransparenz" und sein "Reporting" auszeichnet.
Komplett ausgelagert
Beim Full-Service-Leasing, wie es auch Sixt und Masterlease im Produktportfolio haben, kauft das Unternehmen die Fuhrpark-Fahrzeuge, bei freier Autohersteller- und Fahrzeugtypen-Wahl, und übernimmt das komplette Flottenmanagement. Durch die hohen Einkaufsvolumen erzielen große Leasing-Nehmer einen besseren Einkaufspreis als Privatkäufer und nutzen diesen Preisvorteil, um niedrige Leasingraten generieren zu können. Das Service beim Flottenmanagement reicht von Verschleiß- und Wartungsreparaturen, über das Schadens- und Reifenmanagement mit Ersatzfahrzeug und Pannendienst bis hin zur Abwicklung von Versicherung und Tankkarte. Verrechnet wird entweder Pauschal, oder nach den Ist-Kosten am Vertragsende, wobei LeasePlan bei bestimmten Produkten ein Kostenlimit garantiert.
Das Fuhrpark-Management bieten LeasePlan, Sixt, Masterlease und Porsche Bank auch bei anderen Finanzierungen an – also auch wenn ein Unternehmer sein Fahrzeug sofort bezahlt, oder über einen Kredit oder ein Leasing mit einem anderen Institut angekauft hat. Lediglich: Die Porsche Bank bietet das Service ab einer Fuhrparkgröße von zwanzig Fahrzeugen an, und Masterlease gibt an, auf Großflotten spezialisiert zu sein.
Verkaufen und zurückleasen
Wer seinen Fuhrpark schon hat, diesen aber outsourcen möchte, für den bietet Sixt "Sale and lease back" an. Das heißt, Sixt kauft den Fuhrpark auf, und der Unternehmer least ihn dann wieder zurück. Dabei übernimmt der Leasing-Geber auch gleich wieder das komplette Management der Flotte und tauscht sogar Fahrzeuge aus, wenn diese sich nicht mehr rechnen.
Was sich für die Leasing-Unternehmen pro Fahrzeug erst mit der Zeit rechnet, ist das Operating Leasing, das viele Unternehmen anbieten. Dabei least man ein Fahrzeug nur über einen kurzen Zeitraum und hat ein jederzeit kündbares Nutzungsrecht. Ein Leasing-Nehmer kann so kurzfristig Engpässe im Fuhrpark auffangen, auch wenn die Auswahl der einzelnen Fahrzeuge eingeschränkt sein kann. Das Leasing gleicht folglich mehr einer Miete als einem herkömmlichen Leasing.
"Optimales Fuhrparkmanagement bedeutet zwar Outsourcing, zudem bedarf es
aber auch der Mithilfe des Unternehmens, gemeinsam erarbeitete
Veränderungen, Optimierungen eines Fuhrparks im Unternehmen umzusetzen.
Unsere Angebote richten sich an Unternehmen die bereit sind, sich mit
uns in einen Dialog zu begeben, denn nur wenn wir alles wissen über den
Fuhrpark, den Einsatzzweck, die Kilometerleistungen et cetera, sind wir
als Fuhrparkmanager in der Lage optimal zu beraten", erklärt Dipl.Ing.
Renato Eggner von LeasePlan und Leiter des
Fuhrparkmanagement-Ausschusses im Verband Österreichischer
Leasing-Gesellschaften.
Vergleichen und warten
Für Unternehmer, die ihren Fuhrpark überdenken oder neue Fahrzeuge anschaffen, wird von der reinen Finanzierung bis zum kompletten Outsourcing alles angeboten. Nur tanken müssen die Fahrer noch selbst. Dabei ist es vollkommen egal, ob der Fuhrpark ein einzelnes Auto oder gleich mehrere hundert Fahrzeuge umfasst. Wichtig ist es, die individuellen Lösungen, welche von den einzelnen Unternehmen angeboten werden, im Detail zu vergleichen. Eggner rät diesbezüglich: "Die Mitglieder des FPM-Ausschusses im Verband Österreichischer Leasing-Gesellschaften (VÖL) haben gemeinsam einen einheitlichen Standard entwickelt, zu dem sie sich verpflichten und der darüber hinaus auch kundenfreundlich als Checkliste von der VÖL-Homepage downloadbar ist. Damit hat der Kunde eine Orientierungshilfe in der Hand, die ihm hilft die Übersicht zu bewahren und alle für ihn relevanten Punkte im Detail zu besprechen und zu regeln."
Und dann braucht man bei einigen Leasing-Unternehmen anscheinend viel Tee. Um diesen zu trinken, während man auf Antworten wartet.