Experiment des Burschen wurde von Hackern nachgeahmt - Twitter hatte Lücke eigentlich schon vergangenen Monat gestopft
Ein 17-jähriger Australier hat zugegeben,
unfreiwillig das Sicherheitschaos im Internetdienst Twitter ausgelöst
zu haben. Pearce Delphin (@zzap) erklärte am Mittwoch, er habe nur Javascript-Code als normalen Text in einer Nachricht
eingebaut, die beim Berühren mit der Maus ein neues Fenster öffnet.
Sein Experiment wurde allerdings von Hackern nachgeahmt, die den Code
dazu verwendeten, Nutzer auf Porno-Websiten weiterzuleiten oder
Tweets so zu präparieren, dass sie sich endlos
vervielfältigten.
Prominente "Opfer"
Von den Manipulationen am Dienstag waren tausende auch
prominente
Twitter-Nutzer betroffen, unter anderen die frühere britische First
Lady Sarah Brown, deren Nachrichten von mehr als 1,1 Millionen
Menschen verfolgt werden. Auch der Sprecher des Weißen Hauses in
Washington, Robert Gibbs, war betroffen. Twitter behob den Fehler am
selben Tag und entschuldigte sich bei seinen Nutzern. Nach Angaben
des Unternehmens sind mehr als 145 Millionen Menschen bei Twitter
angemeldet, die mehr als 90 Millionen Tweets pro Tag absetzen.
"Habe keinen Wurm geschaffen"
"Ich wollte nur sehen, ob es funktioniert, (...) dass
Javascript
wirklich in einem Tweet benutzt werden kann", erklärte Delphin in
einem E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP. "Als ich die Nachricht
geschrieben hatte, hatte ich keine Ahnung, dass es so abgehen würde."
Er habe keinen Wurm kreiert, sondern eine Schwachstelle entdeckt,
verteidigte er sich. "Soweit ich weiß, ist das nicht illegal."
Delphin, der in Melbourne lebt, war 2006 einer der ersten Twitterer
in Australien.
Geschlossene Lücke durch Update wieder offen
Inzwischen hat Twitter auch erklärt, wie es zu dem Chaos kommen konnte. Die Schwachstelle, die ausgenutzt wurde, war eigentlich bereits vergangenen Monat geschlossen worden. Nach einem Update der Seite war die Lücke jedoch wieder offen. Mit dem Rollout des neuen Twitter-Designs (New Twitter) habe das jedoch nichts zu tun gehabt. Twitter betont zudem, dass den Twitter-Usern außer den Retweets kein Schaden entstanden sei. Ein Wechsel des Passworts sei nicht notwendig. Die User-Account-Informationen seien nicht kompromittiert worden. (red/APA/AFP)
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