Bluttransfusion

28. September 2010, 15:56

Die braucht der Fidler zwischen den Medientagen und der ORF-Programmpräsentation - Abhilfe kommt aus Texas

Fleisch! Ahaa! sollte dieser Eintrag ins Fresstagebuch ursprünglich heißen. Aber hätten Sie da Flash Gordon von Queen im Ohr gehabt? Ich war skeptisch. Zudem: "Saviour of the Universe"? Ganz im Gegenteil: Fleischkonsum bringt uns ja noch alle um. Entnehme ich nicht nur "Tiere essen" von Herrn Foer, von dem ich noch immer nur Seite 66 gelesen habe.

Fidler will Blut sehen

Das liegt vor allem daran, dass dieser September zum Brechen, um nicht zu sagen: Erbrechen, voll war mit Terminen, wie schon lange kein September mehr, gefühlt jedenfalls. Man kommt vor lauter Medien kaum noch zu den Mahlzeiten. Besser so, sagt nun die Vegetarierfraktion wohl zu Recht - oder eben genau nicht. Denn: Nach gefühlten 13 Stunden Medien-Tagen (nein, das beliebte STANDARD-Wortspiel zum Thema verwende ich hier ganz bewusst nicht!) und in bedingt freudiger Erwartung einer ORF-Programmpräsentation - da brauch' ich was Handfestes.

Ich könnte natürlich auch schreiben: Da brauche ich frisches Fleisch. Oder: Da muss ich Blut sehen. Aber was sollen Sie von mir denken? Wiewohl beides nicht falsch wäre (wobei mir schon klar ist, dass blutige Steaks nicht wirklich blutig sind).

Dass ich Fleisch und Blut gebraucht habe, realisiere ich erst, als ich in der Wiener Stadthalle (wo die Medien vorige Woche ihre Tage hatten) Herrn "Fleisch ist mein Gemüse" Bruckenberger nach gefühlten 14 Stunden voller gut getrockneter Graham-Schinkenweckerl und tagender Medien um Hilfe angefleht hatte: Wo kann man sich hier in der Stadthallengegend für kommende Aufgaben stärken?

Solidarität mit Rauchern

Bruckenberger weiß auf alles eine Antwort. Hier murmelt er etwas, das wie Arzberger, Hütteldorfer rauf, Toni Fritsch, weißt eh, Österreicher im Super-Bowl-Team, klang. Hätte ich nicht Steaks herausgehört (keine Überraschung bei dem Herrn) und schon sehr super, ich hätte gezweifelt, ob ich das Texas Steak House von Ludwig Berger wirklich betreten soll. Dabei ist allein die fensterlose Raucher-Bar im Keller, direkt hinter den Klos, sehenswert. Da fängt man aus purer Solidarität wieder zu pofeln an.

Wo wir schon auf den Abwegen vom Guten, Wahren und Schönen sind: Viel wesentlicher ist natürlich, man wirft an dieser Stelle alle Bekehrungsüberlegungen zum Vegetariertum und zur ökologischen Nahversorgung über Bord und dazu vielleicht vorübergehend auch das Grünbuch von Herrn Foer, aber das halt so, dass man's nachher wieder findet auf der Hütteldorfer Straße. Eh wenig Gefahr, dass das Grünbuch hier geklaut wird, scheint mir, aber das ist wohl wieder so ein alles andere als korrektes Vorurteil.

Sportler-Steak - aber ohne Zentrifuge

Immerhin, a propos Grün: Ich wähle das "Sportler Steak". Das wusste ich allerdings erst, als ich ein Filetsteak* geordert hatte, aber bitte ohne Ofenkartoffel, weil Ofenkartoffel kann ich gar nicht haben, und dann noch etwas von Salat gemurmelt. Sportler Steak (ich würde da ja einen Bindestrich setzen, aber ich spreche weder Texanisch noch Hütteldorferisch) heißt, in Abwandlung zu Herrn Bruckenberger: Fleisch freut mein Gemüse.

Also: 230 Gramm Filetsteak aus Übersee (soviel zur ökologischen Nahversorgung) plus englisches (im übertragenen Sinne) Gemüse, also gedämpfte Stimmung, wenig Würze, aber hier geht's ja ohnehin nur um ein bisschen Deko zum Bruckenberger-Credo.

Und endlich fühle ich mich verstanden. Ich ordere die unterste Stufe in der Verwertungskette - also das Fleisch bitte möglichst roh, aber warm (und meine natürlich ofen- und nicht kuhkörperwarm, gell, so mag ich nur die Milch). Genau so kommts, und genau so schmeckt's. Kein Firlefanz (bis auf die Butter, aber bitte). Roh, warm, rot. Wie man's halt braucht. Nicht nur, aber jedenfalls auch zwischen Medientagen und ORF-Präsentation.

Das grüne Buch find ich schon wieder. Versprochen.

* PS: 500 g T-Bone hätten mich nach gefühlten 15 Stunden tagender Medien überfordert. Aber ausgeruht sind die noch eine echte Option. Nach dieser erfreulichen Aufwärmrunde.

PPS: Bei Artner in 1040 wird auch ordentlich Fleisch gegrillt, berichten mir meine Gastroscouts. Allerdings zweifeln sie ernsthaft an der Harmonie von Grammaturen in der Karte und auf dem Teller, wobei sie die Fleischqualität schon sehr, sehr okay fanden. Vielleicht vergleichen wir einmal.

Schmeck's ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.

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Andersen
00
21.10.2010, 16:11

Die Angaben auf der Karte beziehen sich auch auf das Gewicht des Fleischs in rohem Zustand. Wenn des gscheit saftelt geht sicher was ab...ggg

R C M
00
12.10.2010, 21:26
Zu Artner 1040

Ich kann das nur bestätigen. Die Gewichtsangaben auf der Karte variieren tatsächlich mit dem auf dem Teller servierten. Schade eigentlich, weil das Fleisch wirklich köstlich ist.

leitfaden
00
5.10.2010, 14:10

dieses geschreibsel ist unverträglich.

Lappe ohne Rentier
00
30.9.2010, 11:58
Für meister Fidler und die FreundInnen dieser Kolumne...

...sei erwähnt, dass einer meiner Lieblingskolumnisten sich erst kürzlich öffentlich zu seinen fleischlichen Glelüsten öffentlich bekannt hat:

--> http://tinyurl.com/3y9feup

;-)

Herzelichst
Ihr Lappe

tramezzino
00
1.10.2010, 08:35

kutteln sind eine absolute delikatesse (sagt nicht nur mein hund, nur er bekommt sie nicht in der arrabiata variante).

jumpingjack flash
00
1.10.2010, 10:05

das ist verwundrlich, zumindest wenn die gesundheitlichen vorteile nur annähernd stimmen sollten müsste tiere ja ganz wild auf scharfes essen sein.

tramezzino
01
1.10.2010, 11:01

ist nicht gesund für´n hund.

Mirstetta Toni
21
29.9.2010, 17:31

das foto ist ungustig!

Andersen
00
21.10.2010, 16:12

Aber ganz im Gegentum!

profiler
00
29.9.2010, 13:38

wie oft bringt man in einem artikel das wort "gefühlt" unter?

Mastermix
05
29.9.2010, 15:18
gefühlte 20mal

gustav gans42
04
29.9.2010, 11:43

in sowas bin ich schon öfter reing`stiegen, gessen hab ich sowas noch nie...

Andersen
00
21.10.2010, 16:12

Sie steigen auf Filetsteaks? Veganer?

bussi1
31
29.9.2010, 11:28
Es gibt nun mal kein wirklich gutes Steak in Wien

und das liegt zumeist erstens an der (unterdurchschnittlichen) Fleischqualitaet, und zweitens an den KoechInnen. Ein gutes, einzigartiges Steakhouse fehlt an allen Ecken, wo "rare" noch blutig und warm ist und das Fleisch butterweich und gekonnt gegrillt. Aus Not an diesen Moeglichkeiten, macht man das am besten mit selbstimportierten argentinischen Steaks in seiner hauseigenen Gaggenaukueche, dazu ein Privada von Norton, das passt und ist billiger als die mittelmaessige, durchgebratene Kaugummiqualitaet, die im Durschnitt serviert wird und das in Kombination mit ueberhoeten Weinpreisen. Wo sind die Gastropioniere?

102m2 Wohnung
10
30.9.2010, 23:11
Leg deinen Schwan* auf die Parilla...

Chimichurri nicht vergessen Hombre

bussi1
00
1.10.2010, 09:18

Endlich jemand, der weiss wovon ich rede. Muchas Gracias Don Pimiento!

tramezzino
00
29.9.2010, 14:11

das gas in einer gaggenau ist anders als bei anderen küchen?

bussi1
31
29.9.2010, 20:59

da habe ich eine integrierte Grillplatte Du Penner

jumpingjack flash
00
30.9.2010, 09:35

und was bringts ausser dass es teuer, platzintensiv sprich unnötig ist wie der steamer?

bussi1
22
30.9.2010, 09:57
Meat or not to Meat?

Lieber Mick,
es ist saupraktisch und wenn man genuegend Geld und Platz hat, sind Deine Einwaende irrelevant. Das wirst Du spaetestend einsehen, wenn Du eventuell mal Dein Studium abgeschlossen und einen Job hast. Aber interessanter Weise ist das Thema Gaggenau, vollkommen egal, es geht um Fleisch: Meat or not to Meat!!! Ein argentinisches Cuadril mein Freund kannst Du in Deinem Studentenwohnheim in der Mikrowelle machen, und es wird immer noch zart wie Butter und aromatisch wie eine Kuhweide sein.

A Voice
12
30.9.2010, 20:56
Ui

da träumt wer davon, was er mit dem ersten Geld machen wird ;-)

jumpingjack flash
01
30.9.2010, 13:39

danke, ich weiss ja dass ich in dem punkt recht habe.
koche ja auch schon lange genug.
flesich lang genug abhängen lassen - aus argentinien bis österr. dauerts ja auch eine zeit lang - und dann geht auchdas österr.
wobei ich noch genug erste im mund hab und daher auch ein bisserl biss vertrage. brauch ich auch denn ich mag alles nur kein blut im fleisch - ich ess übrigens seit der kindheit privat nur mit der gabel - ganz schön verwegen, nicht?

tramezzino
00
30.9.2010, 08:22

eine sehr gute französische gußeisenpfanne tut´s auch. und wenn man nicht kochen kann, dann nutzt die gaggenau exakt null, nada, niente...

bussi1
30
30.9.2010, 09:58

Dear Italian,

fuer ein gutes Fleisch, kannst Du Dir eine gebrauchte Pfanne bei Deinem naechsten Oxfam-Shop besorgen und das wir noch immer gut sein, dazu brauchst Du nicht kochen koennen, capisci?, und ja da hilft Dir auch ein Gaggenau nicht, Aber: er schadet auch nicht und die Show in meiner 50 quadratmeter-Kueche ist eindeutig besser.

jumpingjack flash
00
4.10.2010, 11:33

die frage ist warum? was ist anders an sagen wir argentinischem rindsfleisch zu österr. rindsfleisch.
wurde das schon untersucht?
wär doch interessanter als schwer nachprüfbare vergleiche - im urlaub/ausland schmecken landesgerichte und getränke meist automatisch besser (das zu begründen wär wiederum eine lohnende aufgabe für gastropsychologen)

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