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Die SPÖ liegt bei den Jungwählern laut Umfrage vorne. Ihr wollen 35,8 Prozent ihre Stimme geben.
vergrößern 916x522Welche Partei wirst du wählen?
Die Parteien haben eigene Jugendkampagnen, um die Jungwähler anzusprechen. Mit Raps, Comics oder Clubbings versuchen sie zu überzeugen. Das Institut für Jugendkulturforschung hat im Vorfeld der Wiener Gemeinderatswahlen die Erstwähler nach ihren Parteipräferenzen und ihrer Wahlentscheidung befragt. Per Online-Umfrage wurden zwischen 1. August und 5. September 321 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 19 Jahren um Antworten gebeten.
Die Studie liefert nicht unerwartete Ergebnisse. Vor allem eines wird klar: die FPÖ ist die Jugendpartei. Fast 50 Prozent aller Jungwähler finden, dass die Freiheitlichen das Image am ehesten verkörpern. "Der Mythos lebt, die FPÖ hat einen Jugendappeal", erklärt Bernhard Heinzlmaier vom Institut für Jugendkulturforschung. Die SPÖ halten 26 Prozent für eine Partei, die bei Jugendlichen zieht. Die Grünen kommen auf einen Wert von 15 Prozent, die ÖVP auf 6 Prozent.
Für Heinzlmaier liegt das Jugend-Image der FPÖ am Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache und dessen Umfeld, das sich locker und jugendlich gibt. Die FPÖ sei eine unpolitische Partei, die aber authentisch ist. Gleichzeitig sei sie aber in einem bestimmten Milieu gefangen und es sei schwer für die Partei, über ihr Stammwählerpublikum hinaus zu kommen. "Das wird der Partei auch zum Verhängnis", so Heinzlmaier.
SPÖ und Grüne vor FPÖ
Bei der tatsächlichen Wahlentscheidung liegen die SPÖ und die Grünen deshalb auch vor der FPÖ. Der SPÖ wollen 35,8 Prozent ihre Stimme geben, den Grünen 19,8 Prozent. Auf Platz drei kommt die FPÖ mit 12,8 Prozent. Die ÖVP wollen 11,9 Prozent wählen, die KPÖ 1,3 Prozent. 17,5 Prozent der Jugendlichen wollen sich noch nicht äußern bzw. halten ihre Wahlentscheidung geheim. Heinzlmaier merkt an: "Die FPÖ-Wähler halten sich natürlich zurück." Er will nicht ausschließen, dass das tatsächliche Wahlergebnis der FPÖ über dem genannten Wert liegt. "Viele ihrer Wähler stehen nicht zu FPÖ, weil es ihnen peinlich ist", so Heinzlmaier.
Bei genauerer Betrachtung der Daten machen sich Milieu-Unterschiede bemerkbar. So wollen die bildungsferneren Schichten, also die Lehrlinge und Berufsschüler, ihre Stimmen in erster Linie der SPÖ und der FPÖ geben. Die Grünen haben in diesem Bereich so gut wie keine Chancen. Gleichzeitig schneidet die FPÖ bei den Schülern und Studenten verhältnismäßig schlecht ab. Heinzlmaier erklärt die unterschiedlichen Präferenzen der Lehrlinge auf der einen Seite und der Schüler auf der anderen Seite mit ihrem unterschiedlichen Interesse an Politik. Bei Lehrlingen etwa würden in erster Linie Ergebnisse zählen. Sie interessieren sich nur dann für Politik, wenn sie sich eingeschränkt fühlen. Schüler seien auch am allgemeinen Diskurs orientiert.
Häupl und Strache am bekanntesten
Hohe Bekanntheitswerte genießen unter den Wiener Jugendlichen nur zwei Politiker: Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und sein Herausforderer Strache. Beide sind über 90 Prozent der Jugendlichen ein Begriff. Deutlich abgeschlagen die weiblichen Spitzenkandidatinnen von ÖVP und Grünen. Christine Marek kommt immerhin noch auf 68 Prozent Bekanntheitsgrad, Maria Vassilakou nur auf 32 Prozent. Heinzlmaier findet das dafür, dass Vassilakou seit Jahren an der Spitze der Grünen steht "erschreckend".
Für einen geeigneten Bürgermeisterkandidaten halten die Jungwähler am ehesten Häupl (50 Prozent). Strache hingegen sehen nur rund 12 Prozent als geeignet in dieser Rolle an. Heinzlmaier: "Auch die Jugendlichen wollen keine Experimente, sondern ziehen einen 'gestandenen' Bürgermeister vor."
Migration, Arbeitsmarkt und Bildung
Themen, die bei den Jugendlichen von Interesse sind, sind in erster Linie Migration, Arbeitsmarktpolitik und Bildung. Migration wird nicht nur von der negativen Seite als Thema angesprochen, sondern vielen ist es auch ein Anliegen, dass das Zusammenleben funktuioniert, so Heinzlmaier.
Entschieden, dass sie bei der Wahl am 10. Oktober teilnehmen werden, haben schon zwei Drittel der Wiener Jugendlichen. Ein Drittel weiß es noch nicht bzw. wird nicht zu Wahl gehen. Die Teilnahmebereitschaft ist in den bildungsnahen Schichten höher als in den bildungsfernen: Mehr als 70 Prozent der Schüler und Studenten wollen zur Wahl gehen. Bei den Lehrlingen und Berufsschülern sind es nur rund 58 Prozent. Mädchen zeigen ein größeres Interesse, sich an der Wahl zu beteiligen als junge Männer.
Wen die Jugendlichen wählen werden, wissen vor allem schon die Lehrlinge genau. 79,4 Prozent sind sich in ihrer Entscheidung schon sicher.
2005: SPÖ Nummer eins bei Jungwählern
Auch bei der Wien-Wahl 2005 durften die Jugendlichen schon im Alter von 16 Jahren an der Wahl teilnehmen. Das Institut SORA veröffentlichte damals eine Nachwahlanalyse über das Verhalten der 16- bis 18-Jährigen. 700 wahlberechtigte Jugendliche wurden befragt. Das Ergebnis war ähnlich wie jenes der eben dargestellten Studie und es zeigte sich, dass die Jugendlichen in höherem Ausmaß SPÖ und Grüne wählten als die Gesamtbevölkerung. Fast drei Viertel (72 Prozent) aller Jugendlichen wählten eine der beiden Parteien.
Die SPÖ war mit 46 Prozent bei den 16- bis 18-Jährigen eindeutig die stärkste Partei. Beim Wiener Gesamtergebnis kamen sie auf 49 Prozent. Die Grünen bekamen bei den Jugendlichen ein Viertel (26 Prozent) aller Stimmen und schnitten deutlich besser ab als bei der restlichen Wiener Wahlbevölkerung (Gesamt 15 Prozent). ÖVP und FPÖ lagen mit 16 und 11 Prozent hinter dem Ergebnis der Gesamtbevölkerung zurück.
Lehrlinge wählten anders als Schüler
Starke Unterschiede gab es 2005 auch schon beim Wahlverhalten zwischen Schülern und Lehrlingen. 57 Prozent aller Lehrlinge und Berufsschüler gaben ihre Stimme der SPÖ. Die Grünen schnitten bei den AHS-Schülern am besten ab. Die FPÖ kam bei der Gruppe der Lehrlinge auf 22 Prozent der Stimmen. Beim Wiener Gesamtergebnis kamen sie auf 15 Prozent.
60 Prozent der Erstwähler sind 2005 zur Wahl gegangen. Der häufigste Grund, warum die Jungwähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben, war laut Befragungen die Integrationspolitik. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 22.9.2010)
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Nachdem beim Strache-Disco-Artikel noch alle sagten "Ja die Jugend, war doch klar, sind doch ungebildet; die FPÖ sind halt die einzigen die es schaffen auf die Jungen zuzugehen, blah blah" folgt doch promt der Gegenbeweis.
Was übrigens auch meinem Gefühl entspricht. Es gibt bei den jungen gar nicht SO viele überzeugte FPÖler wie manche denken. Es gibt viele die sind einfach apolitisch, viele wirklich interessierte Wechselwähler, viele die eingesehen haben dass in Österreich so gut wie jede Wahl eine Wahl zwischen Pech und Schwefel ist und ein paar abgehobene Burschenschaftsfreaks, die sonst keine Freunde haben (außer zum Saufen gehen).
und leben nicht mehr von Mama und Papa und haben insofern schon mehr Ahnung wie der Hase im wirklichen Leben läuft.
(Das wird jeder fertige Akademiker auch bestätigen können.)
Was bezahlt Ihnen Moskau dafür, dass Sie hier den Klassenkampf wiederbeleben wollen, Sie Stalinist?
:)
"... insofern schon mehr Ahnung wie der Hase im wirklichen Leben läuft. ..."
Das wirkliche Leben kostet Geld, um Geld zu verdienen geht man Arbeiten, wer besser qualifiziert ist, verdient besser.
Das ist eine ziemlich unbedingte Wahrheit aus dem wirklichen Leben, die klar macht, entweder wie wenig Ahnung "bildungsferne Schichten" haben, wie der Hase läuft, oder aber ganz brutal: wie sie versagt haben, dem Weg des Hasen zu folgen, den er durch das wirkliche Leben läuft.
ihr posting ist nicht unnötig (dh.kein rotes stricherl) , zeigt es doch sehr schön wie weit man/frau im normalfall mit einer vermeintlich "praktischen",vermeintlich am "harten", "echten" leben orientierten meinung von der wirklichkeit entfernt ist.
lehrlinge u berufsschüler sind nämlich in der regel schlichtweg so schlecht gebildet, dass sie auf jede lüge , kommt sie nur im richtigen gewand, hereinfallen.
die fpö ist, gemessen an ihren ergebnisse, ja nicht die "macher" partei.sie liefert ja nichts außer heiße luft - allerdings spricht sie ständig davon wie unkomp. und praktisch sie sei. man/frau muß ungebildet sein, um dieser offensichtlichen lüge glauben zu schenken.
hat das allerdings nicht zwangsläufig was zu tun.
ausserdem wählen die meisten lehrlinge und berufsschüler die spö, steth doch in dem artikel.
und burschenschafter haben auch meistens an einer hochschule studiert und sind sehr gebildet.
also, nur auf das, was man landläufig so als "bildung" bezeichnet (wobei ja noch nicht mal klar ist, was das genau ist, ausser dass es niemand ernst nimmt, wenn es nicht in institutionen stattfindet, die die legitimation dafür eben haben, kraft ihrer vergangenheit oder sonstigen adelung) kann man leider nicht bauen, um von unmenschlichkeit abzukommen.
mit 14,5 jahren ziehen die lehrling von zuhause aus, fristen ein hartes dasein mit ölz stollen ohne die kuchen der mama. sie wissen anscheinend nicht, was in wien eine wohnung kostet und wieviel lehrling im dritten oder vierten lehrjahr verdienen. insofern ist ihr posting trollig.
die Lehrlinge versaufen ihr gesammtes Gehalt nicht bis sie 25 sind und das Hauptprobleme für die missliche finanzielle Lage ist natürlich nicht zum Großteil, der das sie nicht mit Geld umgehen können/wollen!
Ich glaub niemand weiss weniger wie der Hase läuft als z.b. ein 16-jähriger Mechaniker-Lehrling !
Ein Hoch auf die Verallgemeinerung!
Sie wissen anscheinend alles besser, doch was würden Sie mal machen wenn ihr Auto einmal den Geist aufgibt?
Dann sind Sie wohl froh wenn ein, total unwissender und verblödeter Mechanikerlehrling Ihnen ihre Karre repariert!?
Achtung! Ironie enthalten!
ich nie verwendet habe, ich habe nie behauptet das Lehrling verblödet und unwissend sind, ich habe vor jedem Respekt der ein Handwerk erlernt -
Sie haben natürlich recht ich habe bei meinem Posting ein übertrieben Darstellungsweise gewählt, und diese Aussage lässt sich natürlich in keinster Weise auf alle ummünzen !
Aber grundsätzlich habe ich lediglich festgestellt, dass Lehrlinge im Vergleich zu Schülern und Studenten viel leichtfertiger mit ihrem Geld umgehen und ich halt sehr stark bezweifle, dass ein 16-jähriger Lehrling mehr Ahnung davon hat wie der Hase läuft - meiner Erfahrung nach lebt ein Lerhling halt haupsächlich fürs WE (eh wie ein Schüler auch, aber der kanns sichs halt nicht so leisten !)
Naja - mit schlecht bezahlten Jobs zahlen's dann nie sonderlich viel Steuer, und hängen immer am Tropf der durch die Steuern der Besserverdiener (meist gebildeter) finanzierten Volkswirtschaftlichen Infrastruktur.
Im eingeschränkteren Weltbild wissen's natürlich früher, "wie der Hase läuft".
Schön, Jugendliche finden blau "Cool". Aber wenn sie Rot dann im Umkehrschluss als "Uncool" empfinden oder besten falls als "geht gerade so", würden diese Jugendlichen sich Gedanken machen und nicht Blau wählen?
Ehrlich, manche publizierten Artikel lassen mich an daran zweifeln, dass die Politik noch einen Funken Verstand hat. Für wie blöd halten Politiker den Wähler?
Diese Arroganz wird sich furchtbar für Schwarz/Rot bei den anstehenden Wahlen rächen.
In DE haben die Regierenden auch den Fehler gemacht, sich mit Lügen am Volk (Kernkraft z.B.) vergangen. Dafür sind sie stimmenmässig beim Wähler unten durch. Und nicht glauben, das Bundespolitik sich nicht auf Länderebene überträgt. ;-)
die Blaue gefahr nicht wahr !!
Wohin würden wir denn dann kommen, dann wär der Standard nur mehr Halb so dick und keiner würd den HC kennen, was dann naürlich furchtbar für unser politisches System wär, die SPÖ und ÖVP würden bei ~ 45 % rumgurken, und wenn einer der 2 mal ein vernünftiges Programm + Kandidat hätt, würden wir ev. mal gar keine große Koalition haben - die sich ja schon seit Jahrzehnten gegenseitig blockieren!
Ich glaub (auch), daß Menschen, wie Strache, in Zunkunft wenig Chancen haben werden. Schon allein deshalb, weil Kinder verschiedener Kulturen sich in den Schulen schon ganz anders kennenlernen, als sie immerwieder von manchen Politikern dargestellt werden.
... sind diese Personen nicht interessiert. An Geld und Macht schon. Diesen Parteien genügt ein gewisser Prozentsatz an Stimmen um dem beteiligten Personenkreis ein gutes Auskommen zu schaffen.
Ihre politischen Ideen werden darüber hinaus eh willfährig von den Großparteien umgesetzt, deren Apparat so aufgebläht ist, dass sie auf jedes Prozent schielen müssen, um diesen zu finanzieren und ihre Parteigänger zu versorgen.
Bei F und Co. schneiden mehrere hundert Leute mit, direkt als Mandatare, bezahlte Funktionäre und in diversen "Agenturen" und Vorfeldorganisationen.
Österreich hat nicht zuletzt ja eins der teuersten politischen Systeme weltweit. Nirgendwo sonst wird mehr Steuergeld unter den Funktionsträgern verteilt, als bei uns.
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