Wiener Jungwähler

Junge finden Blau cool, wählen aber Rot

Rosa Winkler-Hermaden, 22. September 2010, 08:27

Wiener Jungwähler: SPÖ liegt klar vorne, Grüne auf Platz Zwei - Strache-FPÖ schneidet bei Schülern und Studenten schlecht ab

Die Parteien haben eigene Jugendkampagnen, um die Jungwähler anzusprechen. Mit Raps, Comics oder Clubbings versuchen sie zu überzeugen. Das Institut für Jugendkulturforschung hat im Vorfeld der Wiener Gemeinderatswahlen die Erstwähler nach ihren Parteipräferenzen und ihrer Wahlentscheidung befragt. Per Online-Umfrage wurden zwischen 1. August und 5. September 321 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 19 Jahren um Antworten gebeten.

Die Studie liefert nicht unerwartete Ergebnisse. Vor allem eines wird klar: die FPÖ ist die Jugendpartei. Fast 50 Prozent aller Jungwähler finden, dass die Freiheitlichen das Image am ehesten verkörpern. "Der Mythos lebt, die FPÖ hat einen Jugendappeal", erklärt Bernhard Heinzlmaier vom Institut für Jugendkulturforschung. Die SPÖ halten 26 Prozent für eine Partei, die bei Jugendlichen zieht. Die Grünen kommen auf einen Wert von 15 Prozent, die ÖVP auf 6 Prozent.

Für Heinzlmaier liegt das Jugend-Image der FPÖ am Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache und dessen Umfeld, das sich locker und jugendlich gibt. Die FPÖ sei eine unpolitische Partei, die aber authentisch ist. Gleichzeitig sei sie aber in einem bestimmten Milieu gefangen und es sei schwer für die Partei, über ihr Stammwählerpublikum hinaus zu kommen. "Das wird der Partei auch zum Verhängnis", so Heinzlmaier.

SPÖ und Grüne vor FPÖ

Bei der tatsächlichen Wahlentscheidung liegen die SPÖ und die Grünen deshalb auch vor der FPÖ. Der SPÖ wollen 35,8 Prozent ihre Stimme geben, den Grünen 19,8 Prozent. Auf Platz drei kommt die FPÖ mit 12,8 Prozent. Die ÖVP wollen 11,9 Prozent wählen, die KPÖ 1,3 Prozent. 17,5 Prozent der Jugendlichen wollen sich noch nicht äußern bzw. halten ihre Wahlentscheidung geheim. Heinzlmaier merkt an: "Die FPÖ-Wähler halten sich natürlich zurück." Er will nicht ausschließen, dass das tatsächliche Wahlergebnis der FPÖ über dem genannten Wert liegt. "Viele ihrer Wähler stehen nicht zu FPÖ, weil es ihnen peinlich ist", so Heinzlmaier.

Bei genauerer Betrachtung der Daten machen sich Milieu-Unterschiede bemerkbar. So wollen die bildungsferneren Schichten, also die Lehrlinge und Berufsschüler, ihre Stimmen in erster Linie der SPÖ und der FPÖ geben. Die Grünen haben in diesem Bereich so gut wie keine Chancen. Gleichzeitig schneidet die FPÖ bei den Schülern und Studenten verhältnismäßig schlecht ab. Heinzlmaier erklärt die unterschiedlichen Präferenzen der Lehrlinge auf der einen Seite und der Schüler auf der anderen Seite mit ihrem unterschiedlichen Interesse an Politik. Bei Lehrlingen etwa würden in erster Linie Ergebnisse zählen. Sie interessieren sich nur dann für Politik, wenn sie sich eingeschränkt fühlen. Schüler seien auch am allgemeinen Diskurs orientiert.

Häupl und Strache am bekanntesten

Hohe Bekanntheitswerte genießen unter den Wiener Jugendlichen nur zwei Politiker: Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und sein Herausforderer Strache. Beide sind über 90 Prozent der Jugendlichen ein Begriff. Deutlich abgeschlagen die weiblichen Spitzenkandidatinnen von ÖVP und Grünen. Christine Marek kommt immerhin noch auf 68 Prozent Bekanntheitsgrad, Maria Vassilakou nur auf 32 Prozent. Heinzlmaier findet das dafür, dass Vassilakou seit Jahren an der Spitze der Grünen steht "erschreckend".

Für einen geeigneten Bürgermeisterkandidaten halten die Jungwähler am ehesten Häupl (50 Prozent). Strache hingegen sehen nur rund 12 Prozent als geeignet in dieser Rolle an. Heinzlmaier: "Auch die Jugendlichen wollen keine Experimente, sondern ziehen einen 'gestandenen' Bürgermeister vor."

Migration, Arbeitsmarkt und Bildung

Themen, die bei den Jugendlichen von Interesse sind, sind in erster Linie Migration, Arbeitsmarktpolitik und Bildung. Migration wird nicht nur von der negativen Seite als Thema angesprochen, sondern vielen ist es auch ein Anliegen, dass das Zusammenleben funktuioniert, so Heinzlmaier.

Entschieden, dass sie bei der Wahl am 10. Oktober teilnehmen werden, haben schon zwei Drittel der Wiener Jugendlichen. Ein Drittel weiß es noch nicht bzw. wird nicht zu Wahl gehen. Die Teilnahmebereitschaft ist in den bildungsnahen Schichten höher als in den bildungsfernen: Mehr als 70 Prozent der Schüler und Studenten wollen zur Wahl gehen. Bei den Lehrlingen und Berufsschülern sind es nur rund 58 Prozent. Mädchen zeigen ein größeres Interesse, sich an der Wahl zu beteiligen als junge Männer.

Wen die Jugendlichen wählen werden, wissen vor allem schon die Lehrlinge genau. 79,4 Prozent sind sich in ihrer Entscheidung schon sicher.

2005: SPÖ Nummer eins bei Jungwählern

Auch bei der Wien-Wahl 2005 durften die Jugendlichen schon im Alter von 16 Jahren an der Wahl teilnehmen. Das Institut SORA veröffentlichte damals eine Nachwahlanalyse über das Verhalten der 16- bis 18-Jährigen. 700 wahlberechtigte Jugendliche wurden befragt. Das Ergebnis war ähnlich wie jenes der eben dargestellten Studie und es zeigte sich, dass die Jugendlichen in höherem Ausmaß SPÖ und Grüne wählten als die Gesamtbevölkerung. Fast drei Viertel (72 Prozent) aller Jugendlichen wählten eine der beiden Parteien.

Die SPÖ war mit 46 Prozent bei den 16- bis 18-Jährigen eindeutig die stärkste Partei. Beim Wiener Gesamtergebnis kamen sie auf 49 Prozent. Die Grünen bekamen bei den Jugendlichen ein Viertel (26 Prozent) aller Stimmen und schnitten deutlich besser ab als bei der restlichen Wiener Wahlbevölkerung (Gesamt 15 Prozent). ÖVP und FPÖ lagen mit 16 und 11 Prozent hinter dem Ergebnis der Gesamtbevölkerung zurück.

Lehrlinge wählten anders als Schüler

Starke Unterschiede gab es 2005 auch schon beim Wahlverhalten zwischen Schülern und Lehrlingen. 57 Prozent aller Lehrlinge und Berufsschüler gaben ihre Stimme der SPÖ. Die Grünen schnitten bei den AHS-Schülern am besten ab. Die FPÖ kam bei der Gruppe der Lehrlinge auf 22 Prozent der Stimmen. Beim Wiener Gesamtergebnis kamen sie auf 15 Prozent.

60 Prozent der Erstwähler sind 2005 zur Wahl gegangen. Der häufigste Grund, warum die Jungwähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben, war laut Befragungen die Integrationspolitik. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 22.9.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 859
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
sotho talker
 
00
und die pensionisten sagen

"ich wähl eh schon seit jahrzehnten rot"

und machen dann beim HC das kreuzel... weil der wird denen da oben die wadln schon viere richten...

Strache Bürgermeister a.D. aber Kreisky haha!
00
28.3.2011, 19:47
Können tun sie aber nichts die FPÖ!

Liebe Jugend und darauf ist Verlass!
Regierungen der FPÖ:

Regierung Sinowatz, 24.05.1983, 30 Tage SPÖ/FPÖ

Regierung Vranitzky I, 16.06.1986, 219 Tage , SPÖ/FPÖ

Am 23. November 1986 Neuwahlen.

Schüssel I , 4. 02. 2000,124 Tage ÖVP/FPÖ

Schüssel II , 28. 02. 2003, 96 Tage ÖVP/FPÖ/BZÖ

Auch Strache war dabei, bis zum Bundesparteiobmann der FPÖ.

Ergebnis: Schulden, Teurofighter, Kürzungen durch viele Abgaben

TEUROfighter, Bildungsrückgang wegen Kürzungen des Geldes, 350.000 Arbeitslose ohne Krise, nur Erhöhungen bis niemand mehr Geld hatte!

Das haben wir leider hinter uns und der Schaden ist unermesslich, man braucht nur an Kärnten zu denken und genau für das werden Eure Enkelkinder noch mit bezahlen!

zack de la rocha
 
00
ja und

die Sozis haben uns gerade mit dem Bankenrettungspaket ein unglaubliches Geschaeft bereitet. Vor allem fuer die Zukunft ganz toll. Und der ueberwiegende Grossteil der Staatsschulden geht auf eine Regierung mit Roter Beteiligung zurueck. Der Schaden wird auch nicht mehr zu begleichen sein und ist irreversibel.

skip it
00
der weitaus groesste schaden wurde von den braunen in kaernten verursacht...

...fragen?

!Semper fi
 
00
29.9.2010, 12:50
Arbeitslos...

...das Dilemma unserer Zeit,die ÖVP Schulpolitik kann nicht mal Lehrlinge fit machen.

Faun
00
29.9.2010, 04:13

Bloods vs. Crips / Rot vs. Blau - auch in Wien? Dx

Kantig
31
28.9.2010, 14:49
DerStandard wird zunehmend unseriöser!

Eigenwillige, unbelegte Headlines um Meinungen zu verbiegen.

Geht dem Blattl die Haut nicht mehr zusammen - vielleicht deswegen?

Strache Bürgermeister a.D. aber Kreisky haha!
00
28.3.2011, 19:49
Ab zum Talksalon!

mao zeitung
00
27.9.2010, 16:39
Steiermark-Wahlen: Großparteien schlecht bei Jungwählern

Junge Frauen machen ihr Kreuz vermehrt bei den Grünen, junge Männer zunehmend bei den Blauen - diesen bundesweiten Trend bestätigte die Landtagswahl in der Steiermark am Sonntag. Auffällig war, dass unter 30-jährige Männer der FPÖ verstärkt ihre Stimme gaben, wenn sie die Wirtschaftskrise zu spüren bekommen hatten.

http://orf.at/stories/2... 1/2016940/

aber "Wien ist anders" wollen uns manche einreden

;-)

Lotte33
00
27.9.2010, 12:07
Hass, oder ein schönes und friedliches Wien!!!

http://www.youtube.com/watch?v=mw__gIkyT-c

Monika z
 
05
25.9.2010, 20:17
Es ist wahr, Strache hat blaue Kontaktlinsen

in Wirklichkeit hat er nämlich braune Augen!!!

Er hat euch belogen!!!

Aber die braunen paßt ja eh viel besser zu seiner Idologie (das ist kein Schreibfehler!!)

onduras
12

reden sie keinen unsinn, lügen und dies nachträglich machen die verantwortlichen in diesem lande
50 jahre rot, sind schuld an unserem dilemma, 50 jahre verfehlte integrationspolitik, schweigen, wegschauen, schön reden
es ist mir unbegreiflich wie ein aufgeklärten mensch diese totengräber wählen kann

Gut und dann...?
00
26.9.2010, 19:11
Der lügt also vom Schuh bis zum Kopf?

A echts Wunderkind!
Sicher sind das Kontaktlinsen, so ein helles blau gibt es ja gar nicht.
Aber es sind nicht unbedingt braune Augen sondern graugrünbräunlich, genau wie es der Dolferl gehabt hat.
Er ist eigentlich ohne Kitt im Gesicht a schiacher Mensch.
Also Mensch eigentlich eh nicht!

Wennso Weitergeht...
10
26.9.2010, 18:30
Gefinkeltes Posting

=)

wwelv folig
01
25.9.2010, 03:50
zum glück wird vor einer jeden wahl uns von den Medien gesagt was sinn macht zu wählen!

Danke liebe Medien!
Selbst denken, ADE!

andreashofer234
32
24.9.2010, 13:16
bildungsfern

gilt bei den linken ja jeder der nicht maturiert oder studiert, es wählen aber schon viele gebildete blau, die dürfens aber nicht sagen, weil wenn beamte usw. nicht rotschwarzgrün wählen gemobbt werden, passiert in salzburg.

die linken fanaten die nur nazi und braun sagen können, sind mir so was von egal, die würden ja am liebsten den kommunismus mit gewalt durchsetzen.

die haben ja nur angst weil strache doch lösungsvorschläge hat, wie aufenthaltspflich für asylanten bis zum abschluss des verfahrens, finanztransaktionsteuer, kürzung des eu-beitrages, arbeitspflicht für langzeitarbeitslose, verpflichtendes deutschjahr für migranten in der vorschule, offenlegung der parteispenden usw.

aber ja , die fpö hat ja anscheinend nur a-thema

Zulu Mulu
 
11
26.9.2010, 00:48
Sehen Sie es entspannt.

In der Farbenlehre entsteht braun wenn Sie rot und grün mischen.

skip it
11
24.9.2010, 13:41
nicht "bildungsferne" ist das problem...

...sondern boesartigste hinterfotzigkeit.

deswegen sind ja auch einige braun be- und versprengte akademiker bei den braunen anzutreffen.

und, zu ihrer erleuchtung: braun traf auf die nationalsozialisten zu, und trifft wohl auch auf die fpoe zu. so wie konservativ auf zb die oevp und die tories.

nazis? aber nicht doch. "oesterreichische freiheitliche", halt. rechtsextrem, antidemokratisch, diskriminierend.

und was an den von ihnen aufgezaehlten "vorschlaegen" ist bitte neu, erstens, und welche probleme werden damit ueberhaupt geloest?

zb "arbeitspflicht fuer langzeitarbeitslose": wie wollen s' denn das angehen ohne ihre waehlerschaft zu verhaermen?

ps: zeigens mir bitte die intellektuellen beim naechsten strache-treff, ja?

zack de la rocha
 
00
haha

die konservativste Partei Oesterreich s sind immer noch die Gruenen. Nirgends klafft Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander, wie bei dieser Partei. Was sich natuerlich auch bei dessen Waehlern wiederspiegelt. Gut situierte Buerger, in besten Arbeits und Sozialverhaeltnissen beruhigen ihre Gewissen mit einem Kreuzerl bei den Gruenen. Ach wie bin ich gut, ach wie bin ich toll.

skip it
00
was saufen sie?...

...und: was scheren mich die gruenen?

Sigurd Unbenannt
 
10
24.9.2010, 14:58
Sie stellen eine Reihe von Behauptungen auf, aber haben Sie auch Argumente?

skip it
01
24.9.2010, 15:45
wozu? jede wahlversammlung der fpoe ist ein beweis...

zack de la rocha
 
00
das

zeigt nur dass Sie noch nie auf einer Wahlveranstaltung der FPOE wahren. Ausser Hetzen keine Argumente. Ganz schwach

skip it
00
außerdem muss sich ihresgleichen daran gewoehnen,...

...GENAU SO behandelt zu werden wie sie selbst andere zu behandlen pflegen.

alsdernn kommen s' mir net mit irgendwelchen "benehmen" winslereien, das ist schlicht ekelhaft aus ihrer tastatur.

skip it
00
wer hetzt hier?...

...ich beobachte lediglich die braunen beim hetzen.

koennen sie eigentlich wahlplakate lesen oder genuegen ihnen schon die bilder?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 859
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.