Millenniumsgipfel: EU sagt eine Milliarde Euro zu

21. September 2010, 18:25

Im Kampf gegen Armut - Mittel des Entwicklungsfonds aber noch keinen bestimmten Zielen zugewiesen

In New York beraten bis Mittwoch fast 150 Staats- und Regierungschefs über die UN-Millenniumsziele. Eine Abschlusserklärung soll das Engagement noch einmal bekräftigen. Die EU will eine Milliarde Euro geben.

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New York - Anders als der Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon setzte EU-Kommissionspräsident auf warnende Wort: "Die Zeit wird knapp" , mahnte José Manuel Barroso in der Nacht auf Dienstag beim UN-Millenniumsgipfel in New York mit Blick auf die Millenniumsziele zur drastischen Senkung von Armut, Hunger und verheerenden Krankheiten.

Um mit gutem Beispiel voranzugehen, kam der EU-Kommissionschef auch mit konkreten Ankündigungen an den East River, wo über 140 Staats- und Regierungschefs auf Einladung Bans bis heute, Mittwoch, den Bemühungen einen neuen Anstoß geben wollen: Die Union werde eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen, um die Ziele zu erreichen. Mit dem Geld sollten vor allem jene Ziele erreicht werden, von denen die Weltgemeinschaft noch am weitesten entfernt sei.

Die Mittel sollen über den Europäischen Entwicklungsfonds bereitgestellt werden, wurden nach Angaben aus der Union aber noch nicht bestimmten Zielen zugewiesen. EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs hatte in der vergangenen Woche im Standard erklärt, die Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit - die Ziele vier und fünf - seien am schwersten zu erreichen.

UN-Chef Ban mahnte die Geberländer, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht bei der Hilfe für die Ärmsten zu sparen. Viele Geberländer, darunter auch Österreich, hinken weit hinter ihren Versprechen hinterher, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen. Experten führen Rückschläge bei der Erreichung der Millenniumsziele auch auf die Finanz- und Wirtschaftskrise zurück, die sich unter anderem in weniger Gebergeld durch Sparzwänge auswirkt.

Sowohl Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy als auch Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero, dessen Land die Entwicklungshilfe gekürzt hatte, sprachen sich dagegen für die Einführung einer Art Finanztransaktionssteuer aus. "Wir müssen uns mehr bemühen, nach alternativen Finanzierungmöglichkeiten zu suchen" , so Zapatero. Auch Griechenlands Premier George Papandreou plädierte dafür, nach neuen Wegen zu suchen, um die Hilfe aufzustocken.

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, die Entwicklungsländer stärker in die Pflicht nehmen zu wollen. Hilfszahlungen ergäben "keinen Sinn" , wenn sie nicht an gute Regierungsführung geknüpft seien.

Neues Ziel: Zufriedenheit

Ein Staat wollte sich mit den acht Punkten nicht zufrieden geben: Der Ministerpräsident von Bhutan, dem Himalaya-Staat mit 700.000 Einwohnern, schlug ein neues, neuntes Ziel vor: Zufriedenheit. Die Konzentration auf materielle Werte sei "gefährlich und dumm" , warnte Jigme Thinley am Rande des Uno-Treffens. Neben dem berechtigten Kampf gegen Hunger, Armut und Krankheiten müsse gleichberechtigt das Streben nach Glück und Zufriedenheit stehen. (raa, AFP, Reuters/DER STANDARD, Printausgabe, 22.9.2010)

Kommentar posten
23 Postings
Cerebrumm-brumm
00
22.9.2010, 10:29
Beispiel: USA (Wikipedia-Artikel Welthunger)

In den USA hungerten im Jahr 2005 10,8 Millionen US-Bürger. Insgesamt waren es gar 35 Millionen, also jeder achte US-Amerikaner, die „Schwierigkeiten hatten, sich zu ernähren“. Offiziell gibt es jedoch keine „Hungernden“, da die US-Regierung seit dem November 2006 stattdessen von Menschen mit „sehr geringer Nahrungssicherheit“ spricht. Die Hilfsorganisation New York Food Bank gab im Juni 2008 bekannt, dass drei Millionen New Yorker, also mehr als jeder dritte, nicht genug Geld für Lebensmittel haben. 2007 nahmen 1,3 Millionen New Yorker die Hilfe von Suppenküchen in Anspruch.

Cerebrumm-brumm
00
22.9.2010, 10:10

1 Milliarde hungert
mit 1 Milliarde kann man diese eine Milliarde einen Tag lang ernähren

Super
und wir feiern hier eine Überproduktion

Yossarian
00
22.9.2010, 09:15
Eine Milliarde Euro

verschwenden die EU-Staaten jedes Jahr am Balkan um dort neue Grenzen und einen neuen künstlichen Kleinstaat zu errichten.

Sahin A.
00
21.9.2010, 22:37
Und wieviel hat nochmal die Hypo Real Estate erhalten?

walter prohaska
00
21.9.2010, 21:20

habe ich da nicht irgendwo statistiken gelesen, wo ein korrelation zwischen entwicklungshilfe und lebensqualitaet gefunden wurde. je mehr entwicklungshilfe umso weniger verbesserung an lebensqualitaet. sollte eigentlich zu denken geben. schon mal davon gehoert, dass man in manchen laendern dem zustaendigen minister einen mercedes schenken muss, um die licence zu bekommen ein entwicklungsprojekt durchfuehren zu duerfen und sich die diversen entwicklungshilfeorganisationen sich auf diesem weg gegenseitig die projekt abjagen um ihr budget loszuwerden.

DeKa
02
21.9.2010, 20:59
Bankenrettung: 40 Mrd. Dollar, geht einfach

Weltverbesserung: 1 Mrd. Dollar, schwer denn es müssen einige Staatschefs ihr OK geben!

Merkt ihr noch was???? Ich krieg bei den Polit-Meldungen fast jeden Tag einen Wutanfall! Diese Idioten die uns führen sollten besser bei MC D***lds die Toiletten putzen, da können sie weniger SChaden anrichten!

PS: 1 Mrd. haben bestimmt alle First-Class-Tickets aller Teilnehmer dieser Konferenz gekostet!

17+4
00
21.9.2010, 20:56
großzügig mit unserem Geld, und da will der

EU-Oberschleimer noch Schulden machen.

soundpark4
00
21.9.2010, 20:35
Ich bin schwer beeindruckt

von Bhutan!!!

Da sieht man wieder das manch ein Diktator bzw. Monarch besser funktioniert als unsere westlichen "Demokratien" obwohl sie mittlerweile schon eine Monarchie haben.

soundpark4
00
21.9.2010, 20:36
.....

wollte Demokratie nicht Monarchie zum Schluß schreiben

peace & love
01
21.9.2010, 18:22
und diese gfraster ...

... sind natürlich alle in der 1. klasse hingeflogen um unser geld ohne zu fragen herzuschenken.

Thomas Felder1
00
21.9.2010, 17:38
ja mit fremdem Geld

kann man leicht klotzen

Land3 Land2
02
21.9.2010, 16:59
Und taeglich gruesst das Murmeltier

Dieser Rudel Volldillos in der Politik ist unpackbar...Jeder hat zu Beginn eine Vision..."Groessenwahn", um dann nach einigen Jahren einzusehen, dass der Misserfolg (warum auch immer) absehbar war...jetzt spendet die EU wieder einmal Steuergelder fuer ein Fass, das ein Loch im Boden hat...wir haben es ja....es wird sich in diesem Apparat (egal wo auf dieser Welt) kaum etwas aendern und wenn ja (Grossbritannien hat es zumindest vor), dann nur, um der naechsten Regierung genuegend Geld in die Haende zu geben, um es auszugeben...hoffnungslos

die Posek weiß es besser ...
12
21.9.2010, 16:40

zusagen, die nie erfüllt werden; uno-zielsetzungen, die immer mit vollem elan nie erfüllt werden; unser steuergeld, das die uno-administration (sprich: das dolce vita der dort beschäftigten) und die korrupten eliten in den jeweiligen zielländern ganz sicher beglückt; und immer mehr leut' die daneben krepieren.

Michael ....
02
21.9.2010, 16:23
EU sagt UNO eine Milliarde Euro zu

UNO kann das gleich in Europa investieren ... :)

Ulrike Reiter
01
21.9.2010, 15:24
Trau! schau! wem?

In Anbetracht dieser Meldung http://derstandard.at/128459472... pelgaenger fragt man sich, ob es sich um den richtigen Barroso handelt, der Ki-moon Geld schenken will.
„Meine Name ist Barroso. Herr Ki-moon, die EU schenkt der UNO eine Milliarde Euro.“
„Das kommt mir aber irgendwie komisch vor. Lieber nicht.“
„Und wenn ich Ihnen das Geld verkaufe. Sagen wir für vier Milliarden Euro?“
„Hm? Zwei Milliarden Euro wären ok.“
„Prima, abgemacht!“

gomaxgo
 
32
21.9.2010, 14:45
warum verpulveriesiert bruessel steuermilliarden

die die europaeer vorher ja immerhin erarbeiten muessen. in dieses UN fass ohne boden geld zu schuetten ist purer unsinn und es zeigt exemplarisch was da fuer leute in bruessel sitzen. wenn die eu sowas macht MUSS die eu selbst dafuer sorgen das die mittel an die beduerftigen kommen. in dieser konstellation un -eu wird wenigstens 60% dieses geldes irgendwo in genf und new york verschwinden ! das ist nicht der sinn dieser geldverteilung, bei den beduerftigen wird am ende nur ein mageres rinnsall ankommen und naechstes jahr werden in der eu wieder die steuern erhoeht und der buerger wundert sich warum ist schon wieder weniger in der tasche am monatsende hat, schluss mit dieser unglaublichen misswirtschaft.

soundpark4
01
21.9.2010, 20:47
warum?

warum verpulverisieren wir mit unseren neuen Handys, Elektronikmülls in unseren Autos , billigen Konsumartikel die keiner zum Leben braucht (denn es wird uns nur eingeredet dass wir es benötigen) die Chance auf eine Gerechte Welt? Und nochdazu zerstören wir unsere Lebensgrundlage, die Erde!

die Posek weiß es besser ...
01
21.9.2010, 16:37

gibt übrigens auch eine institution namens
EUROPAid; ähnlich effektiv wie der rest.

Horst Holzinger
01
21.9.2010, 14:29
Was hat die Bankenrettung bisher gekostet?

Die angebliche Griechenlandrettung ist übrigens ein weiterer Bankenrettungsfond, der nur anders heisst, damit die Empfänger nicht weiter in Ungnade fallen.

Wer hätte die Verluste, wenn Griechenland seine Schulden nicht bezahlen kann : Banken, Versicherungen und Fonds.

Keyser
24
21.9.2010, 11:34

Im Kampf gegen Armut, wie auch in anderen Bereichen die dem Bereich soziales Zuzurechnen sind, werden eher die Betroffenen bekämpft als die Ursachen.

Um einen Vergleich zu ziehen: Ein Arzt hat einen Patienten, der mit einem Messer im Bein eingeliefert wird. Der Arzt entfernt aber nicht das Messer, näht die Wunde, versorgt den gestochenen mit Spritzen und arbeitet an baldiger Genäsung, sondern er amputiert das Bein.

Das Geld kommt niemals dort an, wo es gebraucht würde, sondern geht an große Projektträger - die nach eigenen Wünschen mit dem warmen Regen verfahren.

So wird Armut zementiert.

p c2
11
21.9.2010, 11:07
EU sagt UNO eine Milliarde Euro zu

und dann das:

"Mittel des Entwicklungsfonds aber noch keinen bestimmten Zielen zugewiesen"

jeglicher kommentar über diese unerträglichen bürokraten ist nur noch überflüssig.

Mostbluzza
21
21.9.2010, 10:44
das eu-armutszeugnis

schäbiger gehts nimma.

barroso: ... "etwas" geld gefunden ... 1 mrd. im eu haushalt "gefunden" ... okay für die armen spenden.

Die EU-Kommission hat im Haushalt der Europäischen Union eine Milliarde Euro entdeckt und will diese für die Bekämpfung von Armut und Hunger in der Dritten Welt ausgeben. www.welt.de

ein armutszeugnis. für die eu.

zimbo
 
12
21.9.2010, 10:28
Vermute mal Söldner, um die "Sicherheit" herzustellen.

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