Siemens kündigt weiteren Stellenabbau in Deutschland an

29. April 2003, 15:42
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Von Pierer: Haben kaum eine andere Möglichkeit

Der Siemens-Konzern wird künftig in Deutschland weitere Arbeitsplätze abbauen oder ins Ausland verlagern. Damit sollen die hohen Abschlüsse der vergangenen Tarifverhandlungen aufgefangen werden, berichtet die WirtschaftsWoche (WiWo) am Dienstag, vorab. "Wenn wir mit einer Vorbelastung aus der letzten Lohnrunde von 4,5 Prozent ins nächste Geschäftsjahr gehen, dann wirkt sich das negativ auf die Zahl der Arbeitsplätze bei Siemens aus", meinte Siemens-Chef Heinrich von Pierer gegenüber dem Blatt. Um wieviel Stellen es sich dabei handelt, ließ er allerdings offen.

"Wir haben ja kaum eine andere Möglichkeit"

"Das kann ich in Zahlen noch nicht genau sagen, klar ist nur, dass diese Lohnrunde zu enormem Druck auf die Arbeitsplätze führt. Wir haben ja kaum eine andere Möglichkeit", meinte der Konzernchef. Preiserhöhungen würden sich zurzeit nicht durchsetzen lassen. "Die Preise fallen eher noch weiter. Der schwache Dollar belastet uns bereits jetzt." An Bundeskanzler Gerhard Schröder gerichtet meinte der Siemens-Chef, dass er sein Reformpaket möglichst schnell durchziehen solle: "Der Kanzler muss handeln und seine Pläne jetzt so schnell wie möglich in die Tat umsetzen." Deutschland brauche jetzt eine starke Führung, die auch mal gegen den Strom entscheidet und nicht immer meine, einen Konsens finden zu müssen. "Hätte ich mein Zehn-Punkte-Programm zur Reform von Siemens bei allen 400.000 Mitarbeitern zur Diskussion gestellt, dann würden wir heute noch am Tisch sitzen und reden."

Siemens hat im zweiten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres Rückgänge bei Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen. Der Umsatz lag bei 18,2 Mrd. Euro und damit um 14 Prozent unter Vorjahresniveau, der Auftragseingang verringerte sich um 15 Prozent auf 19 Mrd. Euro. Allerdings haben laut von Pierer sechs von neun Bereichen im zweiten Quartal ihre Zielvorgaben realisiert oder übertroffen.(pte)

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