Bank-Austria-Aktie soll auch international platziert werden

29. April 2003, 17:37
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HVB-Chef Rampl: BA-CA soll neben Wiener Börsenplatz auch in Frankfurt oder London notieren - Erlös soll in Osteuropa-Expansion fließen

München - Die Aktien der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) werden heuer nicht nur an die Wiener Börse gebracht, sondern gleichzeitig an zumindest einen weiteren Börsenplatz. In erster Linie kommt dafür Frankfurt in Betracht, aber auch London wird genannt. Gerüchte sprechen sogar von Warschau.

Maximal 25 Prozent

Wie der Chef der Hypo Vereinsbank (HVB), Dieter Rampl, in einem Gespräch mit österreichischen Journalisten in München erklärte, bleibt der Ende März vorgelegte Emissionsfahrplan aufrecht. Es werden maximal 25 Prozent der BA-CA öffentlich angeboten, wobei die Emission in der zweiten Junihälfte über die Bühne gehen soll. Mit der Präsentation der Bank an den internationalen Finanzplätzen soll nach der Hauptversammlung der HVB (14. Mai) begonnen werden.

Erweiterungsstrategie

Den Vorwurf, der Börsengang der BA-CA sei eine reine Geldbeschaffungsaktion, wies der HVB-Chef zurück. Jede Kapitalerhöhung sei Geldbeschaffung, diene aber auch einer Erweiterungsstrategie. Mit dem Erlös aus der Emission soll in erster Linie die weitere Expansion der HVB-Gruppe in Osteuropa finanziert werden.

In Österreich ist Rampl zwar mit der Marktposition der BA-CA zufrieden (sie hält einen Marktanteil von 25 Prozent, wogegen die vier großen deutschen Institute Deutsche Bank, HVB, Dresdner Bank und Commerzbank auf ihrem Heimmarkt zusammen nur 22 Prozent erreichen), nicht aber mit den Erträgen. Da sei Platz für eine Verbesserung - be^sonders im Firmenkunden^geschäft.

"Schluss mit lustig"

Dass der frühere BA-CA-Chef Gerhard Randa sich ab April auf seine Funktion als Chief Operation Officer (COO) im HVB-Vorstand konzentrieren und ganz nach München übersiedeln würde, stand schon seit Jänner fest, sagte Rampl. "Jetzt ist Schluss mit lustig - die Position in München ist doch ein toller Job", habe er ihm gesagt. Bis dahin war Randa in beiden Vorständen tätig.

Dass der BA-CA-Vorstand nach dem Abgang Randas auf acht Personen aufgestockt wurde, die HVB dagegen mit einem Konzernvorstand von sechs Personen auskommt, stört Rampl nicht. Die HVB verfüge außerdem auf der zweiten Führungsebene über 20 Bereichsvorstände, meinte er. Den Einwand, dies seien schließlich zwei unterschiedliche Führungsebenen, ließ er nicht gelten. "Für mich gehört der BA-CA-Vorstand auch zur zweiten Führungsebene", machte er deutlich, wer im Konzern das sagen hat.

Schwarze Null im Visier

Nach einem Verlust von 858 Mio. Euro im Vorjahr will Rampl heuer ausgeglichen abschneiden. Das erste Quartal sei positiv verlaufen. (Günter Baburek, DER STANDARD, Printausgabe 30.4.2003)

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    Will für den bevorstehenden Börsengang der BA-CA internationale Investoren gewinnen: HVB-Vorstandschef Dieter Rampl.

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