Rückenschmerz-Befund per PC

29. April 2003, 15:09
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System zur Diagnose erstellt detailliertes Risikoprofil und gibt Empfehlungen ab

Bochum - Forscher der medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben ein PC-gestütztes System zur Diagnose von Rückenschmerzen entwickelt. Das Diagnosesystem für Ärzte ermittelt das Risiko, ob Patienten mit akuten Rückenschmerzen chronische Beschwerden entwickeln. Es erstellt ein detailliertes Risikoprofil des Schmerzpatienten und gibt für die weitere Behandlung Empfehlungen ab.

Psychologische und psychosoziale Faktoren im Vordergrund

Das System "Telemedizinische Patienten-Diagnose-System - Screening psychosozialer Risikofaktoren" (tpdsSPR) ist laut dessen Entwicklern Monika Hasenbring, Dirk Hallner und Bernhard Klasen von der medizinischen Fakultät mit der PC-Tastatur und wenigen Fragen einfach handzuhaben. Voraussetzung ist ein herkömmlicher PC mit Windows-Betriebssystem. Die Tastatur ist so gestaltet, dass auch Patienten ohne Computererfahrung sie problemlos bedienen können. Am Bildschirm müssen lediglich einfache Fragen beantwortet werden: Im Vordergrund stehen dabei psychologische und psychosoziale Faktoren, die häufig chronische Rückenschmerzen bedingen wie Angst und Depression. Der Befund wird grafisch angezeigt.

Marktreif

Grundlage des Diagnose-Systems sind die Ergebnisse mehrjähriger Verlaufsstudien, die Forscher um Hasenbring durchgeführt haben. Die Studie zeigt die Möglichkeit, chronische Rückenschmerzen vorherzusagen. Mit einem therapeutischen Angebot, das individuell auf den Patienten und sein Verhalten zugeschnitten ist, lässt sich den Angaben der Forscher zufolge das Risiko einer chronischen Erkrankung senken. Das Diagnose-System besitzt bereits Marktreife und wird von der rubitec GmbH der RUB vertrieben. (pte)

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