Irakischer Informationsminister wollte sich angeblich stellen

30. April 2003, 18:32
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US-Truppen verweigerten laut Zeitung Festnahme, weil Sahhaf nicht auf dem vom Pentagon herausgegebenen Kartenspiel aufscheint

Kairo - Der Informationsminister des gestürzten irakischen Regimes, Mohammed Said el Sahhaf, will sich nach einem Pressebericht freiwillig den US-Truppen stellen, ist aber von diesen abgewiesen worden. Sahhaf, der bis zuletzt die Präsenz von US-Soldaten in Bagdad bestritten hatte, habe sich in den vergangenen vier Tagen im Haus seiner Tante in Bagdad aufgehalten, berichtet die in London herausgegebene arabische Zeitung "Asharq al Awsat" am Dienstag unter Berufung auf einen Kurdenvertreter. Verwandte von Sahhaf hätten regelmäßig in der Nähe seines Verstecks patrouillierende US-Soldaten angesprochen, damit diese den Ex-Minister festnehmen und "schützen" könnten. Die Soldaten hätten dies aber abgelehnt, weil Sahhaf nicht auf dem Kartenspiel mit den meist gesuchten Persönlichkeiten abgebildet sei, das das Pentagon herausgegeben hat.

Derzeit werde noch über Sahhafs Schicksal verhandelt, zitierte das Blatt einen Vertreter der Kurdenpartei Patriotische Union Kurdistans (PUK) von Jalal Talabani, Adel Murad. Nach Angaben von Murad hielt sich Sahhaf zuvor in der nordirakischen Stadt Mosul auf. Dort habe er mehrere PUK-Aktivisten aufgefordert, in seinem Namen mit den US-Truppen zu verhandeln. Dies hätten die PUK-Mitglieder jedoch abgelehnt. (APA)

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    Mohammed Said el Sahhaf am 7. April: "Wir werden den Amerikanern eine Lektion erteilen, die sie nicht so schnell vergessen werden"

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