Postbus setzt vermehrt auf private Busbetriebe

29. April 2003, 19:03
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Verlustabdeckung durch Verbünde zu gering - mit Infografik

Wien - Postbus-Chefin Wilhelmine Goldmann möchte sich im Zuge der Neukonzeption des öffentlichen Verkehrs in den Ländern mehr als bisher privater Unternehmen bedienen. In Vorarlberg würden schon 30 Prozent des Linienverkehrs von privaten Betreibern abgewickelt, die im Auftrag der Postbus AG fahren. Dies könnte auch als Vorlage für die geplante österreichische Buslösung dienen, sagte Goldmann am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz.

Vermietung, nicht Verkauf

Wie berichtet, soll nach dem geplanten Verkauf des Postbusses an die ÖBB ein 30-Prozent-Paket an Private abgetreten werden. Blaguss, Dr. Richard und Sab-Tours haben bereits Interesse angemeldet, Teile des neuen Busriesen zu übernehmen, am besten gleich einzelne Linien und Kurse. "Das wird nicht gehen", meint Goldmann. Die einzige Möglichkeit, eine europaweite Ausschreibung zu vermeiden und damit eine österreichische Buslösung zu ermöglichen, sei die Vermietung einzelner Linien und Kurse, nicht deren Verkauf.

Auf eine Einschätzung der Chancen, dass der Deal zwischen Postbus und Bahnbus in der geplanten Form zustande kommt, wollte sich Goldmann nicht einlassen: "Im Februar war ich überzeugt, dass es kein Kartellverfahren geben wird und dass wir im März schon zusammengehören. Jetzt gibt es doch eine Kartellprüfung. Nach dem Sommer wissen wir mehr."

Im Clinch

Weiter im Clinch sind Goldmann und ihr Vorstandskollege Werner Ott mit einzelnen Verkehrsverbünden. In Niederösterreich, Oberösterreich und Vorarlberg fahre man immer noch "schmerzhafte Verluste" ein, weil die dortigen Verbünde zu wenig zahlten.

Mit der Sanierung des Unternehmens sieht sich Goldmann hingegen gut im Plan. Nach der Halbierung des Verlustes im Vorjahr auf 4,9 Mio. Euro soll es heuer schwarze Zahlen geben. (stro)

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