Südtirol startet überregionales Fledermausprojekt

29. April 2003, 14:08
1 Posting

Wissen über die Tiere wird gefördert und Bestände werden überwacht

Bozen - Das Naturmuseum Südtirol hat am Dienstag das österreichisch-italienische "Interreg III A-Projekt" zum Schutz der heimischen Fledermäuse offiziell gestartet. Damit sollen das Wissen über die Fledermäuse gefördert und die Bestände überwacht werden.

"Fledermäuse sind keine Unglücksbringer, sondern Tiere mit verblüffenden Eigenschaften", erklärte Vito Zingerle, Koordinator des Naturmuseums bei einer Pressekonferenz. Dem weit verbreiteten Aberglauben über Fledermäuse will man in Südtirol nun mit fundierter Aufklärung entgegenwirken. Das von der europäischen Kommission geförderte und bis 2006 angelegte Projekt informiert und sensibilisiert länderübergreifend in Österreich und Norditalien über das Vorkommen der Fledermäuse, beobachtet die Tierbestände dieser nützlichen Arten und schützt ihre Quartiere und Jagdlebensräume.

Insektenfresser

Fledermäuse fressen große Mengen an schädlichen Insekten und sind laut Christian Drescher, Südtiroler Projektleiter des Fledermausprojektes, für das biologische Gleichgewicht unverzichtbar. Durch Landschaftsverarmung, den Verlust von Quartieren, das Fällen von hohlen Bäumen sowie die steigende Intoleranz den Tieren gegenüber seien die Fledermäuse stark bedroht.

Zur flächendeckenden Bestandsüberwachung werden vom Naturmuseum Südtirol ab Mitte Mai so genannte Quartierbetreuer ausgebildet, die die Fledermauskolonien regelmäßig beobachten und die Bestände zählen. Zudem soll im Naturmuseum eine "Fledermaus-Hotline" freigeschaltet werden, bei der die Bevölkerung das Vorkommen von Fledermauskolonien oder das Auffinden von verletzten Tieren melden kann.

An dem in Österreich gestarteten "Interreg III A-Projekt" beteiligen sich neben Südtirol auch Nordtirol, Salzburg und Kärnten sowie Friaul-Julisch-Venetien und Slowenien. (APA)

Share if you care.