Mittelstand scheut Investitionen

29. April 2003, 14:07
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Studie zeichnet Besorgnis erregendes Bild: 81 Prozent der KMUs wollen keine externen Berater - "Hofübergaben" schlecht vorbereitet

Wien - 81 Prozent der österreichischen Mittelbetriebe haben kein Interesse an betriebsfremden Beratungsdienstleistungen. Zu diesem Ergebnis kommte eine aktuelle Studie der Wiener Telemarketingagentur "Good news" im Auftrag des Vösendorfer Beratungsunternehmens IVM. Befragt wurden 1.000 Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 10 und 250 Mio. Euro. Generell sei außerdem eine starke Zurückhaltung bei den Investitionen zu bemerken, sagte IVM-Chef Walter L. Hanus heute, Dienstag, vor Journalisten.

Geringe EDV-Investitionen

Hanus warnte in diesem Zusammenhang vor zu geringen EDV-Investitionen der Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Die Industrie würde den Lieferanten zunehmend Software-Standards vorgeben, und wer die nicht erfülle, werde von der Lieferantenliste genommen. Laut Studie würden 76,3 Prozent der Betriebe derzeit keine weiteren Investitionen in die Anschaffung von Software planen.

Mängel sieht der IVM-Chef auch in der Personalpolitik. Viele Firmen würden nach wie vor lieber um teures Geld neue Führungskräfte einstellen, anstatt eigene Mitarbeiter weiterzubilden. Dabei koste die Ausbildung einer Führungskraft pro Jahr 3.000 bis 4.000 Euro, während die Einstellungskosten für Manager zwischen 4.500 und 6.000 Euro lägen, erklärte Hanus.

Schlechte Vorbereitung auf "Hofübergabe"

Die Gefahr, dass sich Mitarbeiter nach bezahlter Ausbildung zu einem anderen Unternehmen verabschieden, sieht Hanus nicht. Normalerweise sei der Frühling die Zeit mit der höchsten Jobwechsel-Rate, doch sowohl im vergangenen Jahr wie auch heuer sei dabei ein deutlicher Rückgang bemerkbar. Hanus: "Gute Führungskräfte überlegen es sich derzeit drei Mal, ob sie den Arbeitgeber wechseln."

Ein weiteres Problem sei die schlechte Vorbereitung vieler Unternehmen auf die "Hofübergabe", von der in den nächsten Jahren nach Schätzungen 20.000 bis 30.000 Familienbetriebe betroffen sind. Hanus fordert in diesem Zusammenhang staatliche Unterstützung. Er könne sich etwa vorstellen, dass die Beschäftigung älterer Manager staatlich gefördert und die Ausbildung des künftigen Managements steuerlich begünstigt wird. (APA)

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IVM
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    KMUs investieren zu wenig in externe Beratung und die Aus- und Weiterbildung des Personals.

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