Fett, ein stiller Killer

29. April 2003, 13:53
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Bereits jedeR neunte ÖsterreicherIn ist krankhaft dick - statt dreißig Gramm gesättigte Fettsäuren konsumieren wir siebzig Gramm täglich

Wien - Die Zahl der krankhaft übergewichtigen Österreicher ist in den vergangenen Jahren auf satte elf Prozent angewachsen - bereits jeder neunte Alpenrepublikaner ist krankhaft dick. Die Folgen dieser Entwicklung sind alarmierend: Diabetes plus Hochdruck, Fettstoffwechsel-Störungen, metabolisches Syndrom und Bauchfettsucht sind die häufigsten Todesursachen in der westlichen industrialisierten Welt, so Univ.-Prof.Dr. Helmut Sinzinger, Präsident des Lipidforum austriacum (LFA) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

"Fett - ein stiller Killer"

Um dieser Entwicklung entgegen zu steuern, startete das Lipidforum vor einem Jahr die Kampagne "Fett - Ein stiller Killer", mit der die Österreicher besser über die Gefahren des krankhaften Übergewichtes und seinen Folgen aufgeklärt werden sollten. Ein sichtbarer Erfolg der Arbeit: Bei einer gemeinsamen Aktion mit Apothekern wurden 20.000 Bluthochdruckpatienten "entlarvt", die von ihrer Krankheit gar nichts wussten.

Die Ursache für das Übergewicht ist nicht schwer zu finden. Während man laut Cholesterin-Konsens 2002 täglich maximal 25 bis 30 Gramm gesättigte Fette zu sich nehmen sollte, verdrücken die Österreicher durchschnittlich gleich 70 Gramm davon.

180 Minuten Bewegung

Dem entsprechend leicht wäre es eigentlich, auch vorzubeugen. "Wer täglich nicht mehr als 30 Gramm Landtierfett zu sich nimmt und sich ausreichend - also drei Mal pro Woche 30 Minuten lang - bewegt, ist vor der Fettkrankheit mit ihren tödlichen Folgen gefeit", meinte Univ.-Doz. Dr. Harald Kritz, Ärztlicher Leiter der Kuranstalt Engelsbad.

Fischfett ausgenommen

Ausgenommen von dem Motto "Less fat a day, keeps the doctor away" wurde inzwischen ausdrücklich das Fischfett, da es sich in seiner Zusammensetzung ausgesprochen günstig erwiesen hat und nicht begrenzt werden sollte. Selbst fetter Karpfen und Lachssteak können ohne Bedenken genossen werden.

Um das "Fettbewusstsein" der Österreicher weiter zu schärfen, propagiert das Lipidforum die Bauchumfangmessung (BUM). Mit dieser einfachen Technik kann das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko leicht festgestellt werden. Weiters forderten die Mediziner die Entwicklung von Fettpunkten auf Speisekarten. Von medizinischer Seite her sollten künftig auch Diabetiker Lipid- und Blutdrucksenker erhalten. Die erfolgreiche Aktion mit den Apothekern will das LFA fortsetzen. (APA)

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