"Damit werden die Kinder richtig gemästet"

Regina Bruckner, 22. September 2010, 07:17
  • Thilo Bode: "In manchen Fällen geht Fehlinformation soweit, dass wir das als Körperverletzung durch Irreführung bezeichnen."
    foto: foodwatch

    Thilo Bode: "In manchen Fällen geht Fehlinformation soweit, dass wir das als Körperverletzung durch Irreführung bezeichnen."

Zuckerbomben statt gesunder Snacks, Biosaft, der Obst nicht kennt: Bode wirft den "Essens­fälschern" Körperverletzung vor

Physalistee ohne Physalis, Apfel-Bio-Limonade, die niemals Obst gesehen hat, "gesunde" Pausensnacks mit dem Nährwertgehalt einer Schokoladen-Schlagoberstorte, zuviel Fett, Zucker, Salz und irreführend ausgewiesene Zusatzstoffe in den Nahrungsmitteln: Die Verbraucher werden von der Lebensmittelindustrie nach Strich und Faden getäuscht, sagt Thilo Bode. In seinem neuen Buch "Die Essensfälscher" schaut Bode hinter die Kulissen der Hersteller und versucht zu zeigen, was hinter den Produkten wirklich steckt. Im Interview mit Regina Bruckner erzählt er, was ihn ärgert und warum er in manchen Fällen von Körperverletzung durch Irreführung spricht.

***

derStandard.at: Lieber Herr Bode. Was haben Sie denn heute gefrühstückt?

Thilo Bode: Tiefgefrorenes Rührei. Nein, Scherz beiseite. Aber das gibt es wirklich. Zum Beispiel wird das in der Deutschen Bahn unter dem schönen Namen "Rührei naturell" angeboten.

derStandard.at: Ihr neues Buch heißt "Die Essensfälscher". Die Verbindung zum Geldfälscher liegt da nicht ganz fern. Gehen Sie mit der Lebensmittelindustrie nicht etwas hart ins Gericht?

Bode: Nein, überhaupt nicht. Interessant ist, dass die Industrie schon so argumentiert wie bei den Geldfälschern - nämlich man müsste den Leuten beibringen, wie sie die falschen Banknoten erkennen. Wir sind aber der Meinung, es darf kein gefälschtes Essen in Umlauf gebracht werden. Im Unterschied zum gefälschten Geld ist es zwar meistens legal, was die Industrie macht, irreführend ist es dennoch.

derStandard.at: Sie werfen der Lebensmittelindustrie vor, dass sie die Verbraucher nach Strich und Faden betrügt. Wieso spielt der Konsument da mit?

Bode: Das ist ein Kampf um das Verbraucherleitbild: Welche Vorstellung haben wir vom Verbraucher? Das ist noch nicht geklärt. Die Industrie und die Politik gehen von der Vorstellung aus, dass es der Verbraucher ist, der alles wissen muss. So wie der promovierte Lebensmittelchemiker und ausgebildete Lebensmitteljurist, der sich am Tag sechs Stunden im Supermarkt aufhält und die Produkte studiert. Wir sagen, man muss voller Vertrauen in den Supermarkt gehen, sich schnell entscheiden und zwischen unterschiedlichen Qualitäten auswählen und vergleichen können. Und das ist heute nicht der Fall. Ob der Konsument mitspielen will oder nicht, er hat gar keine Wahl - die Spielregeln machen andere.

derStandard.at: Wie sind wir soweit gekommen, dass wir nicht wissen, was wir essen?

Bode: Das geht wohl damit los, dass sich die Produktqualität dem Verbraucher nicht unmittelbar erschließt. Wenn Sie ein Lebensmittel vor sich haben - ob verarbeitet oder nicht - können Sie es dem Produkt nicht ansehen oder schmecken, wo es herkommt, wie es hergestellt worden ist, welche Zusatzstoffe drin sind und wie die wirken.

derStandard.at: Im Kopf der Konsumenten kommt die Milch wahrscheinlich noch von der Alm und der Spinat aus dem Garten.

Bode: Der Konsument erfasst es falsch, weil er noch Vorstellungen von der Lebensmittelindustrie hat, wie sie gar nicht mehr existiert. Und in der Kombination mit Regeln, die zugunsten der Industrie gemacht worden sind, hat sich da ein Zustand entwickelt, den wir als legalen Betrug bezeichnen. Theoretisch ist das europäische Lebensmittelrecht sehr gut, denn es konstatiert ganz klar die zwei Säulen Täuschungsverbot und Gesundheitsschutz. Aber Regelungen auf der untergesetzlichen Ebene sorgen dafür, dass wir nicht richtig informiert werden und die Industrie ihre Täuschungsstrategien nahezu unbehelligt verfolgen kann. Das ist auch ein Problem für die Hersteller. Die können eigentlich gar nicht ehrlich über ihre Produkte informieren - wenn sie das tun, haben sie gegenüber den überhöhten, haltlosen Werbeversprechen der Konkurrenz keine Chance am Markt.

derStandard.at: Es gab den Versuch eine Ampelkennzeichnung zu etablieren. Wäre die in Ihrem Sinne gewesen?

Bode: Die Nährwert-Ampel versteht in der Tat jeder. Sie funktioniert auf einen Blick, ohne Prozentrechnen, ohne Brille, sogar ohne Sprache. Wir müssen solche Informationssysteme haben, die die gesamte Bevölkerung versteht. In Großbritannien ist die Ampel auf tausenden Produkten schon eingeführt. Dort ist wissenschaftlich belegt, dass die Konsumenten sie verstehen, und zwar unabhängig vom Bildungsstandard. Wenn man etwas gegen Übergewicht und Fettleibigkeit tun will, ist das eine wichtige Voraussetzung.

derStandard.at: Die Ampelkennzeichnung hätte Auskunft über die Nährwerte geben sollen. Mit welchem Ziel?

Bode: Die verarbeiteten Produkte enthalten zu viel Fett, Zucker oder Salz. Der Nährstoffegehalt ist aber nicht unmittelbar ersichtlich. Deswegen ist die Ampel so wichtig und für die Industrie andererseits so gefährlich. Im Europaparlament gab es leider keine Mehrheit dafür, aber jetzt wird sich der Ministerrat mit der Ampel befassen. Der Ministerrat hat die große Chance, eine so genannte verbindliche Öffnungsklausel ins Gesetz hineinzubringen. Das heißt, dass man als Nationalstaat - zusätzlich zu der europäischen Deklaration, die kein Mensch versteht, die Möglichkeit hat, verbindlich die Ampel einzuführen. Österreich hat hier eine Schlüsselposition. Es ist das einzige Land in Europa, das für das Thema eintritt. Die Hoffnung auf eine Ampel hängt an den Österreichern. Wenn heute der österreichische Minister in Brüssel sagt, wir wollen national die Ampel einführen und brauchen dafür eine Öffnungsklausel, so hat das enormes politisches Gewicht.

derStandard: Zurück zu den Nährstoffen. In Österreich gab es dieser Tage wieder eine Studie die besagt, dass die Verbraucher immer kugelrunder werden. Sind die Essensfälscher daran beteiligt?

Bode: Die Industrie ist daran natürlich nicht alleine - aber mit schuld. Wenn sie etwa den Kindern scheinbar gesunde Pausensnacks oder Frühstückscerealien anbietet, die oft Zuckerbomben sind. Frühstücksflocken von Nestlé werden mit Vollkorngarantie und als Fitness Fruits beworben, nicht unmittelbar erkennbar ist aber, dass 35 Prozent Zucker drin sind. Vorne müsste also eigentlich ganz groß drauf stehen "Zuckergarantie". Wir haben eine rapide Zunahme des Übergewichts und der Fettleibigkeit und sogar Altersdiabetes II bei Kindern. In Deutschland allein betragen die Kosten falscher Ernährung für das Gesundheitssystem 70 Milliarden Euro im Jahr, das ist die Hälfte des Umsatzes der Lebensmittelindustrie. Wenn die Industrie jetzt sagt, die Leute sollen sich einfach mehr bewegen, ist das eine infame Ausweichstrategie. Um die überzähligen Kalorien abzutrainieren, die ein Kind heute bekommt, müsste es viele Stunden joggen.

derStandard.at: Die Lebensmittel-Industrie lässt sich Ihren Aussagen zufolge die Werbung für "unser Futter" einiges kosten.

Bode: Allein in Deutschland fast drei Milliarden Euro im jahr, sogar mehr als die Autoindustrie.

derStandard.at: Andrerseits wissen wir ja, dass uns Werbung verführen will...

Bode: Wenn Sie Autofahren und dann suggeriert die Werbung, wenn sich ein junger fescher Wiener einen Sportwagen kauft, laufen ihm die Frauen hinterher, dann weiß man, das gehört zur Illusion. Anders ist das, wenn ich überzuckerte Produkt als Fitnessprodukt vorgesetzt bekomme. Oder eines der Lightprodukte kaufe, das zwar weniger Fett, dafür aber umso mehr Salz enthält: Hoher Blutdruck ist eine grassierende Volkskrankheit geworden. Oder wenn auf einer Packung harmlos Zitronensäure draufsteht, und es sich dabei um einen Zusatzstoff handelt, der ganz stark die Zähne angreift, nämlich E 330. Solche Produkte können doch nicht als gesund beworben werden! In manchen Fällen geht das soweit, dass wir das als Körperverletzung durch Irreführung bezeichnen.

derStandard.at: Nach allem was Sie sagen, hat man den Eindruck die Intention der Lebensmittelindustrie ist es, uns möglichst viel Schlechtes in möglichst schönen Kleidern unterzujubeln?

Bode: Bei uns können sich mittlerweile - mit wenigen Ausnahmen - alle satt essen. Die Lebensmittelindustrie hat daher das Problem, dass sie an die Grenzen stößt. Jetzt müssen natürlich neue Wachstumsfelder erschlossen werden. Zum Beispiel durch Produkte mit angeblichem Gesundheits-Zusatznutzen, das so genannte Functional Food, Actimel zum Beispiel. Dann gibt es diese Heimatgeschichten mit der Illusion wie von Oma gemacht, dann gibt es die Gourmetprodukte, die Fitnessprodukte. Der Verbraucher erhält nichts Innovatives. Die Produkte sind meistens schlechter und teurer. Selbst bei Bio werden die Regulierungslücken ausgenützt.

derStandard.at: In Österreich kommt mittlerweile Bio recht gut an. Kann man sich die Mehrkosten gleich sparen?

Bode: Die ökologische Landwirtschaft ist ja eine gute Sache. Aber bei den verarbeiteten Produkten ist es möglich, die Käufer zu täuschen. Wenn Actimel eine Täuschung ist, ist Bioactimel - aus ökologischer Milch hergestellt - lediglich die ökologische Variante der Verbrauchertäuschung. Carlsberg Heimat Apfel und Birne - eine Limonade, die übrigens nach Verbraucherprotesten aufgrund unserer Veröffentlichung vom Markt genommen wurde - hatte noch nie einen Apfel oder eine Birne gesehen und durfte sich bio nennen, nur weil Zucker und Gerstenmalz aus biologischem Anbau waren. Bei solchen Produkten muss von staatlicher Seite die nötige Transparenz geschaffen werden.

derStandard.at: Sie nennen auch Firmennamen. Wer sind denn die größten Essensfälscher?

Bode: Die Konzerne haben ganz unterschiedliche Strategien. Ferrero als Süßwarenkonzern, der mit der Milchschnitte ein Produkt vom Nährwertgehalt einer Schoko-Sahnetorte im Gewand einer Zwischenmahlzeit an die Konsumenten bringt. Damit werden die Kinder richtig gemästet, mit Spielen und mit Punkten angelockt, und gleichzeitig sponsert Ferrero das Kindersportabzeichen in Deutschland. Das ist infam. Nestlé macht das etwas vornehmer. Die finanzieren das Lesefrühstück von der Stiftung Lesen in Deutschland, aber gleichzeitig produzieren sie diese völlig überzuckerten Frühstückscerealien. Das sollen sie als Süßigkeiten verkaufen und nicht als Fitnessprodukt. Im Grunde müssen alle Konzerne so agieren - denn wer ehrlich ist, kann seine Produkte am Markt viel schlechter verkaufen.

derStandard.at: Wie bereitwillig geben Ihnen die Konzerne Auskunft?

Bode: Wir kommen auf verschiedene Weise zu den Informationen. Wir fragen auch die Firmen selbst. Manche Informationen gibt es aber gar nicht. Wenn wir bei irgendeinem großen Hersteller fragen, welche Aromen die verwenden und wo die herkommen, dann gibt es keine Auskunft. Das ist deswegen unglaublich, weil unsere Nahrungsmittel zunehmend mit Stoffen aus dem Labor aromatisiert werden. Der Verbraucher ist auf dem Lebensmittelmarkt bislang ziemlich machtlos. Nehmen Sie die Gesetze, die die Zusatzstoffe regeln: Man darf etwa auf ein Produkt schreiben "ohne Geschmacksverstärker", obwohl welche drinnen sind. Hefeextrakt muss nicht als Zusatzstoff deklariert werden, enthält aber Glutamat - das ist doch absurd. Der Verbraucher hat da keine Chance, etwas dagegen zu tun.

derStandard.at: Sie rufen die Konsumenten, auf doch etwas zu tun und Essensretter zu werden. Wie erfolgversprechend ist ein Engagement?

Bode: Unsere Mitglieder und Unterstützer haben schon einiges erreicht. Die Carlsberg Bio-Limonade wurde vom Markt genommen. Auch der österreichische Hersteller Pfanner hat reagiert. Die haben auf Grund des Drucks in ihren Physalistee endlich Physalis hineingetan. Das alles sind nur einzelne Verbesserungen, aber das ist auch erst der Anfang. Je mehr wir werden, umso mehr können wir bewegen. (Regina Bruckner, derStandard.at, 22.9.2010)

Die Essensfälscher erschien im S. Fischer Verlag, 14,95 Euro.

THILO BODE: Zwölf Jahre lang war der studierte Volkswirtschafter und Soziologe Geschäftsführer von Greenpeace. Im Jahr 2002 gründete er die Verbraucherrechtsorganisation foodwatch, weil er fand: Robben sind inzwischen besser geschützt als Verbraucher.

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doch, den gibt's!

Er heißt Gerhard. Im Ernst.

Ampel

Vieles von dem im Interview gesagten finde ich sehr interessant und verfolgenswert. Aber diese Ampel-Geschichte? Was soll das bringen?

Wissen die Leute wirklich nicht, dass Chips keine gesunde Nahrung darstellen und auch als Zeitvertreib eher unguenstig sind? Ich meine, dass das eh im Prinzip jeder weiss. Es ist den Leuten aber egal.
Wenn ich Chips haben will, dann will ich die auch kaufen duerfen.

Deklaration, klar und deutlich, was da drin ist - ja bitte! Aber Bevormundungsversuche brauche ich keine.

"Wissen die Leute wirklich nicht, dass Chips keine gesunde Nahrung darstellen und auch als Zeitvertreib eher unguenstig sind?"

Wie aus dem Interview deutlich zu lesen ist, geht es nicht um Chips, sondern um die Nahrungsmittel, die unter dem Siegel "bio" oder "Fitness" verkauft werden, weil ein Zusatzstoff unter all den beigemengten den Anfordorderungen "bio" oder "Fitness" entspricht, die restlichen jedoch umso gesundheitsschädlicher bzw. fetthältiger bzw. zuckerhältiger etc. sind.

Also nicht die offensichtlichen, sondern die versteckten schädigenden Inhaltsstoffe, die umgelogen werden. Es gilt die Unschuldsvermutung, quasi. ;-)

Was soll bei Bio anders sein? Bio-Gummibären und Bio-Zucker ist genauso schädlich, wie das normale Zeugs, nur teurer.

"Was soll bei Bio anders sein? Bio-Gummibären und Bio-Zucker ist genauso schädlich, wie das normale Zeugs, nur teurer."

Ja, habe ich denn etwas anderes behauptet? Oder wieso meinen Sie, das Sie mir das, was ich, wenn auch mit mehr Worten, in meinem Posting ausgedrückt habe, als Entgegnung zu schreiben? Als Zusammenfassung? Für jene, die die Inhaltsangaben nicht verstehen? Mein BIO-Rechner overloaded gleich, so verwirrt bin ich jetzt. ;-)

Lieber Franz, leider die "Leute" wissen nicht was sie tun.

In unserer Zeit ist vor allem der Zucker weit überdosiert, da er ja auch ein Geschmachsverstärker ist.
ogar die Köche im Fernsehen schütten überall Zucker hinein. Ging doch früher auch ohne.
Eine Mutter fragte unlängst ob 2 Litter Coke täglich für ihre Kinder schlecht sind?????
Man müsste Nahrungsmittelkunde sehr intensiv in den Schulen lehren, damit etwas hängen bleibt.
Zusätzlich wollen viele Junge nicht mehr kochen (hatten keine Zeit der Mutter zu helfen), die Arbeit wird immer hektischer.
Gesunde Nahrung (sollte eigentlich, wie früher "Lebensmittel heissen - also Mittel die leben!) ist vielfach teurer als Fertignahrung. Also essen vor allem "Arme" ungesund, sind dann oft zu dick. Die Masse schreit dann - >kein Geld, aber vollgefressen

müsste aber nicht sein. Gerade naturbelassene Lebensmittel wie Fleisch, Käse und Eier sind so günstig wie noch nie zuvor.
Für eine Tiefkühl-Pizza bekomme ich ein halbes Kilo Fleisch.

Danke für diesen Beitrag. Genau das meinte ich. Für 2 - 3 € bekomme ich nur mindeste Qualität an Fleisch und Gemüse.

Fettes Schweinefleisch, aber KEIN gesundes Essen. UND dann ergibt sich die Frage: "was daran ist naturbelassen?"
Käse, der beim Öffnen blau anläuft oder tötliche Bakterien beinhaltet?
Eier, die als ÖKO bezeichnet aus Osteuropa kommen, oder Salmonellen haben?
Oder .. oder ...oder?
Wieviel Wasser und Gel wurde in das billige Fleisch - Schinken gespritz/massiert, damit es mehr wiegt?
Glauben Sie mir, die "Armen" sind immer die Armen.

Recht gutes Schweinefleisch. Das ist völlig unbehandelt, also naturbelassen.
Gouda gibt es jetzt ab etwa 4 Euro pro Kilo. Der muss einem nicht schmecken, aber die Qualität ist sehr gut.

In alle diese Lebensmitteln wird kein Wasser eingespritzt. Die sind völlig unbehandelt.

für €1,50 bekommen sie ein halbes kg fleisch? wo bitte, außer gammelfleisch?

die industrie veraxscht uns schon zur genüge, da brauchen wir keine poster die dies ebenso tun wollen.

Fertigpizzas kosten so zwischen 2 und 3 Euro pro Stück. Ab 5 Euro gibts in meinem nächsten Supermarkt schon Schweine- oder Putenfleisch.

Fleisch

So in etwa kommt das schon hin, mit dem erstbesten Angebot, das ich gefunden habe:
http://tinyurl.com/2v8db5o

Und inwiefern dürften Sie dann keine Chips mehr essen? Rote Ampeln sind nur im Straßenverkehr ein Verbot.

Ampel

Ich gehe davon aus, dass die Ampel nur ein erster Schritt ist und Verbote darauf folgen werden.

in dem Artikel gings ja darum, dass schädigende Zusatzstoffe nicht gekennzeichnet werden. Und ein E330 könnte man durchaus verbieten ...

E330 verbieten?

Wozu sollte man das verbieten? Hat sicher auch sinnvolle Einsatzzwecke.

was ist denn schlecht an zitronensaeure?

Ojemine

Dann schauts aber fürn BlattSalat schlecht aus
kein Nährwert keine Vitamine ......

zum Teil sind die Leut (Konsumenten)

schon selber schuld: Desinteresse & Bequemlichkeit leiten oft die Ernährungsgewohnheiten.

Einfacher Grundsatz: so viel wie möglich unverarbeitete Lebensmittel oder so wenig verarbeitet wie möglich.

Kaum möglich? Doch. Kein Problem. Doch - ein Problem: Desinteresse & Bequemlichkeit ...

Zum Teil selber schuld?

Nein. Wir Konsumenten haben die alleinige Schuld. Wir bestimmen, was in den Supermärkten angeboten wird.
Die Lebensmittelindustrie macht nur das, was wir haben wollen. Sonst wäre es ja eine Investition die sich nie zurückzahlt.

Die Lösung hat nicht jeder in der Hand.

Die Kinder werden schon von klein auf auf den hohen Zuckergehalt von Speisen gewöhnt, dass sie dann später kaum mehr anders kennen. Der Zuckergehalt von Fruchtjoghurt ist in den letzten Jahren um acht Prozent gestiegen.

Hinter dem Übersüßen liegt System - und es geht natürlich wieder mal um den Gewinn. Zucker ist billig.

Der Schaden an der Gesundheit und damit auch der finanzielle Schaden ist enorm. Und wer bezahlt ihn wieder? Richtig geraten: WIR! Mit unserer Gesundheit und unserem Geld.

Zucker ist billig?

Süßstoff ist billiger.

Außerdem

sind wir die Konsumenten.
Ohne uns können diese Firmen nicht leben.
Das ist wie in einer Demokratie. Der Bundeskanzler hat auch seine "Macht" weil Sie ihn wählen.

Der Konzern hat seine "Macht" weil Sie sich für ihn entscheiden und sein Produkt kaufen.

Naja

mit jedem hab ich eigentlich jeden gemeint , der auch fähig ist sich selbst Wissen über sie Situation zu schaffen.

Da sollten dann doch wieder Sie, die Eltern, wer auch immer, herangezogen werden und dem Kind beibringen was gesund ist und was nicht.

Das Problem ist, dass man den Hausverstand meist nicht mehr Voraussetzen darf. Und wenn was wo nicht drauf steht dann ist auch nicht drin. Und wenn wo gesund drauf steht, dann isses auch gesund.

Sicher Kinder Riegel haben unheimlich viele Vitamine. Cerealien liefern viele gesunde Stoffe, Säfte können ebenso Vitamine enthalten.

Nur liegts an uns das Produkt umzudrehen und zu schauen, was sonst noch drin ist. Denn wieviel Zucker usw. drinnen ist , steht nämlich schon noch drauf ;)

Die Lösung hat jeder selbst in der Hand

Ich will ja die Schuld nicht einmal bloß auf die Nahrungsmittelproduzenten schieben, denn wenn sie nicht lügen würden, würds sie nicht geben, so ist das leider. Die Lösung wäre jedoch nicht so schwer.

Saisonales Gemüse kaufen, am besten aus Österreich
Joghurts selbst machen! Gekauft: 14 g Zucker / 100 g . Am besten ein Basismüsli kaufen und mit Früchten ergänzen und auf die "Helfer" die den Magen Darm Trakt auf die Sprünge helfen sollen verzichten.

Es wird zwar oft geworben mit wenig Fett (Joghurt, Milch ...) jedoch sind meist die Fettreicheren Produkte gesünder, da diese oftmals nicht den Wirkstoff Inulin enthalten, der den Blutzuckerspiegel im Körper rasch steigen lässt und so ein Hungergefühl auslöst.

mfg

Es wird zwar oft geworben mit wenig Fett ...

... gebe Ihnen völlig recht - nur als Ergänzung: inzwischen wird mit Eigenschaften geworben, die als besonders gesund dargestellt werden, aber selbstverständlich sind. Haribo druckte z.B. eine Zeit lang auf die - immer schon - fettfreien Gummibärchen "ohne Fett" und suggeriert damit gesunde Ernährung (auch wenn man wissen sloote, dass die nicht gesund sind). Kornland macht mit seiner TV Werbung für den Müsliriegel Ähnliches - sie sagen, was nicht drin ist, aber nicht was drin ist.

Ich erwarte daher demnächst Werbespots für Äpfel ohne Aluminiumzusatz, Packerlsuppen ohne H2O und gentechnikfreies Mineralwasser...

"Cholesterinfreies" Rapsöl ist auch so ein Klassiker... Meines Wissens nach enthalten Pflanzenmembranen sowieso kein Cholesterin. Aber wenigstens ist Pflanzenöl nicht so gesundheitsschädlich, Wie Gummibärchen ;)

raffaello (die kokos-fettcreme-kugeln): "ohne schokolade". na dann müssen sie ja eine besonders "leichte" süßigkeit sein.

frischkornmüsli

http://www.frischkornbrei.de/
auch sehr lecker und mein tägliches frühstück. kann immer wieder mit anderen früchten gemacht werden und hat daher große abwechslung im geschmack. kein zucker von nöten. der fruchtzucker reicht. und mit 2 scheiben vollkornbrot mit sauerteig ist man über 5 stunden lang satt, weil der körper eben alle nährstoffe die er braucht erhalten hat.

die supermarktkette versucht ansatzweise einen anderen weg zu gehen

mpreis (marktführer in tirol) versucht z.b. mit dem rezept des moments ( http://www.mpreis.at/produktvi... index.htm) einen anderen weg zu gehen. in diesem heft bzw. auf der hompage versucht man die kunden wieder zu stimulieren, regionale und saisonale produkte zu verwenden und diese selbst zu kochen. zumindest ein anfang!
p.s.: übrigens schmecken die angegeben rezepte sehr lecker!

Das Kernproblem ist die fehlende Ethik und Moral im Marketing. Diese kommt daher, dass in der Wirtschaft allgemein, Ethik und Moral keine Rolle spielen, man nutzt jede Lücke und Grauzone der Gesetze bis auf das Äußerste aus. Der beste Marketer ist der, der am geschicktesten lügt, ohne das es strafrechtlich relevant ist, wobei die Frage nach der Wahrheit oder Moral nicht einmal gestellt wird. Ich empfehle dazu, einmal Marketingvorlesungen auf Unis oder FHs zu besuchen. Kommunikationspolitik ist nichts anderes als mittels MAFO herauszufinden, was die Zielgruppe hören will und ihr das dann möglichst effektiv und effizient zu erzählen, ob das mit den Produkteigenschaften wirklich etwas zu tun hat, spielt dabei nicht die geringste Rolle.

... dass in der Wirtschaft allgemein, Ethik und Moral keine Rolle spielen ...

Richtig, DAS ist des Pudels Kern.

Wenn man Wirtschaft studiert, ist der Lehrstoff der ersten Vorlesung immer dem "Unternehmen" gewidmet: dessen Zweck ist einzig und allein die "Gewinnmaximierung", sonst gar nichts.

Menschen, Umwelt, Ethik? Wozu braucht man das, ausser zur aktuellen Gewinnmaximierung natürlich?

aus für die subventionierte zuckerrübenindustrie!
zucker und heroin waren einst exklusiv in apotheken erhältlich. ihren weg haben beide substanzen gemacht..

Anstatt die Zeit zu verschwenden um sich im Dod*elbook zu prostituieren Sport betreiben und schon kann man futtern was man will.

tut denn lesen so weh?

"schon kann man futtern was man will"

Ich bin Absolventin der sog. "Knödelakademie" und hatte 3 Jahre Ernährungskunde. (Zusätzlich zur Lebensmittelkunde, die in den Kochunterricht integriert war.) Ich habe es damals gehasst, über Ernährung, Lebensmittel und Kochen in solcher Ausführlichkeit belehrt und geprüft zu werden. Später erkannte ich doch den Sinn und war froh darüber. Ganz besonders, als ich Mutter wurde, aber auch für mich allein. Ohne das Fachwissen des Hrn. Bode über Lebensmittelindustrie zu haben, weiß ich, das eine Milchschnitte Naschzeug ist, dass Acitmel etc. Humbug verspricht, dass ausgewogene Ernährung auch ungesunde Anteile zulässt. Liebe Frau Fachlehrerinnen, sry wg. des Störens im Unterricht. ;-)

Das denke ich mir auch oft. Auch ich habe in meiner Kindheit Nutella gegessen oder Cornflakes (Corn Pops, Smacks) zum Frühstück - dazu noch viel Kakaopulver.
Wir haben halt nur wenig genascht dazwischen. Üblicherweise gab es Wasser, Cola nur ausnahmsweise im Restaurant oder wenn Gäste eingeladen waren. Bewegung haben wir auch ausreichend gemacht.

Wie immer: die Dosis macht das Gift. Cornflakes zum Frühstück sind kein Problem, wenn die übrige Nahrung ausgewogen und gesund ist und die Kinder ausreichend Bewegung machen.

kann man futtern, was man will ...

artikel genau durchgelesen?

Nicht wirklich. Lese auf der*tandard meistens nur die Headlines und scrolle dann schnell zu den postings.
;-)

nein, da sport treibend...

Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.

Will sagen, daß diese Diskussion zwar gut und wichtig ist, daß es aber genau nix nutzt, wenn keiner mehr weiß, wie man Lebensmittel zubereitet.

Wenn man sich heutzutage so umsieht, sind jene, die den Kochlöffel zu schwingen im Stande sind eindeutig in der Minderzahl.

Wer ist heutzutage noch im Stande Kartoffelpüre selber zu machen? Ich hab in meinem Bekanntenkreis Frauen, die schaffen es nicht, Reis oder Nudeln zu kochen. Und das ist leider nicht die Minderzahl.

Inzwischen kriegt man Bechamel im Halbliterglas um fast zwei Euro, Tausende Kilometer im LKW in den Supermarkt transportiert ... die weiße Sauce für Lasagne also ... kein Witz.

(Selbermachen: Butter schmelzen, Mehl hineinrühren, Milch dazu, fertig.)

aber haaaaallllooooooooooo - da sind dann ja keine leckeren Konservierungsstoffe und Emulgatoren drin!

... und Geschmacksverstärker, Antioxidantien, Stabilisatoren, Farbstoffe, ...

So lange es Männer gibt die solche Frauen in Restaurants einladen gibt es auch keine Notwendigkeit für sie kochen zu lernen.

Dies ist ähnlich dem Paradoxon dass sogar Diplomingenieure zu hause es nicht schaffen eine Waschmaschine zu bedienen.

Aber ernsthaft, erstens kochen Männer ohnehin besser und zweitens, würden sie einer Frau derzeit bedenkenlos ein schweres, grosses Messer in die Hand geben?

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