Standard-Interview

Wenn Kleopatra Programm macht

20. September 2010, 17:47
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    foto: apa/herbert neubauer

    Salzburgs designierter neuer Chef, Alexander Pereira, hat Cecilia Bartoli als künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele geholt. Auslastungprobleme dürften keine Aufkommen.

Cecilia Bartoli beerbt 2012 Riccardo Muti als künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele

Ljubiša Tošić sprach mit ihr über den Job, ihre CD-Pläne und die Frage, was einen guten Intendanten ausmacht.  

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Wien - Ein prüfender Blick von Cecilia Bartolis Mutter, so der designierte Intendant der Salzburger Festspiele, Alexander Pereira, entschied vor 20 Jahren: Ja, mit diesem Manager könne die Tochter zusammenarbeiten. Nun wird die Kooperation, die bisher vor allem am Opernhaus Zürich Publikum anlockte, in Salzburg fortgesetzt: Cecilia Bartoli, gefeierter Opernstar, wird ab 2012 für drei Jahre künstlerische Leiterin der Pfingstfestspiele.

Es wird, wie bisher, Konzerte und eine szenische Produktion geben - jetzt aber mit Bartoli. Die Oper wird zweimal gezeigt und dann vom Sommerfestival (mit Bartoli) übernommen. 2012 wird es Händels Giulio Cesare (Regie: Patrice Courier, Dirigent: Giovanni Antonini) sein; Bartoli ist dabei natürlich Kleopatra.

STANDARD: Haben Sie lange überlegt, um diesen Job anzunehmen?

Bartoli: Schon ein bisschen. Man muss überlegen, was man an speziellen Sachen kreieren kann. Die Leute müssen der Meinung sein, dass diese fünf Festivaltage zu Pfingsten es wert sind, für sie 4000 Kilometer zu reisen. Wir wollen thematische Zusammenhänge herstellen, und wir müssen einen Sound haben. Die Leute sollen sagen: "Wir hören diese Musik erstmals auf Originalklanginstrumenten." Natürlich: Ich arbeite mit Alexander Pereira seit 20 Jahren zusammen, auch deshalb habe ich mich dafür entschieden, das Angebot anzunehmen.

STANDARD: Aber Sie wechseln nicht in den Managementberuf?

Bartoli: Keinesfalls! Wir haben Intendant Alexander Pereira; er ist der Boss. Ich bringe mein Wissen bezüglich der Barockmusik und der Vorklassik ein. Aber immerhin: Erstmals kommt eine Frau in diese Position.

STANDARD: Wird es eine enge Verflechtung Ihrer CD-Produktionen mit dem Programm des Pfingstfestivals geben?

Bartoli: Ich mache CDs seit 20 Jahren, und ich werde nach Salzburg auch noch CDs machen. Pfingsten wird nicht die Plattform für meine CDs sein. Gleichzeitig werden wir eine wundervolle szenische Produktion im ersten Jahr zeigen. Es gibt keinen Grund, das dann woanders zu machen und aufzunehmen, nur um einem Vorwurf zu entgehen. Wenn Salzburg etwas Tolles bringt, sollte man es dokumentieren können. Integrale Aufnahmen sind ohnedies schon eine Seltenheit heutzutage, in dem Bereich wird leider nicht mehr sehr viel gemacht.

STANDARD: Wird Sie das Festival viel Zeit kosten, müssen Sie Ihre Zeiteinteilung ändern?

Bartoli: Ich muss nicht viel ändern. Ich war nie eine Sängerin, die zu viel macht. Ich mache ein, zwei Produktionen jährlich, manchmal nur eine. Das gibt mir eine gewisse Flexibilität, manch Kollege ist ja praktisch jeden Abend gebucht. Das war nie mein Stil.

STANDARD: Werden Sie jedes Jahr bei Produktionen mitwirken?

Bartoli: Das hängt vom Projekt ab, jetzt haben wir Giulio Cesare, da singe ich Kleopatra. Die folgenden Jahre haben wir noch nicht geplant. Bei den Sommerfestspielen wird die Produktion übernommen und fünfmal gezeigt - ich hoffe in der gleichen Besetzung. Man probt ja ein Stück so lange und macht dann zu Pfingsten nur zwei Vorstellungen. Das ist sehr schade. Generell: Es wäre wohl komisch für mich, in Salzburg zu sein und gar nicht zu singen. Das wäre so, als hätte Riccardo Muti als Leiter der Pfingstfestspiele dort nie dirigiert.

STANDARD: Durch den Salzburger Job werden Sie womöglich viel mehr in Österreich sein als bisher - wenn man die Pläne mit dem Theater an der Wien und der Wiener Staatsoper, die dazukommen, hinzurechnet.

Bartoli: Ich habe auch bisher viel hierzulande gesungen, vor allem viele Konzerte. Theater an der Wien? Wir werden sehen, vielleicht können die Pfingstfestspiele und das Theater an der Wien kooperieren. Es würde jedenfalls Sinn machen. Bezüglich der Wiener Staatsoper hängt es wirklich vom Projekt ab. Im Moment ist da aber nichts Konkretes. Der Kontakt mit Direktor Dominique Meyer ist jedenfalls gut, besser als mit seinem Vorgänger.

STANDARD: Was macht für Sie einen guten Intendanten aus?

Bartoli: Er muss ein exzellenter Manager sein, der aber für die Musik brennt. Er muss derjenige sein, der den Hausschlüssel hat. Er ist also der Erste, der ins Haus kommt, und der Letzte, der geht. Er ist einer, der sich vom ersten bis zum letzten um jeden Ton kümmert.

STANDARD: Ist es für Sie denkbar, irgendwann ein Haus zu leiten?

Bartoli: Lassen wir das offen, ich habe meine Gesangskarriere, das mit Pfingsten ist vielleicht ein erster, in jedem Fall prestigeträchtiger Schritt. Wer weiß. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD - Printausgabe, 21. September 2010)

 

 

Cecilia Bartoli (Jahrgang 1966, in Rom geboren) wurde bei einer TV-Talenteshow entdeckt. Seit fast 20 Jahren ist sie eine der gefragtesten Sängerinnen der Klassikbranche im Bereich der Barockmusik; Erfolge feierte sie auch als Mozart- und Rossini-Interpretin. Sie ist bei Decca unter Vertrag und hat gerade die CD "Sospiri" herausgebracht

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10 Postings
muppetbasher
02
21.9.2010, 16:01
so ist das mit vielen Postern: Wenn die Kritik nicht passend ist,

wird man persönlich und untergriffig!
Es gibt da Beschreibungen für die Gesangsqulitäten der Bartoli: "Vibratormarinismen" oder auch als "meckern" zu bezeichnen; "schrille Primadonna"..
Richtig ist, sie wickelt ihr Publikum mit ihren Shows um den Finger, hat eine gute Ausstrahlung, weiß viel über Barockmusik, aber singen?
Empfehle sehr Simone Kermes, die von Otter oder Lynne Dawson.

Perelman
01
21.9.2010, 13:47

Die Salzburger Festspiele können sich glücklich schätzen, eine dermaßen profunde Kennerin des Barock als künstlerische Leiterin zu haben!
Die Bartoli ist darüberhinaus eine phantastische Sängerin; seit vielen Jahren eine konstant herausragende Größe - man kann nur sagen: hoffentlich singt sie auch!!

Ignatius von Stein
01
21.9.2010, 10:39
....

Grandios .. ich freue mich !

muppetbasher
30
21.9.2010, 10:19
Die Bartoli bringt doch kaum mehr einen geraden Ton heraus,

die tremoliert nur mehr.
Zuviel Zuckerwerk!

Ignatius von Stein
11
21.9.2010, 10:39
....

Depp !

muppetbasher
10
21.9.2010, 11:09
Erstaunlich, dass die Standard-Zensur solche persönlichen Beschimpfungen passieren lässt.

Ansonsten empfehle ich dem Beschimpfer, die letzten Kritiken der österreichischen Presse zu lesen - "die Bartoli - kaum mehr hörbar ..... "!

reiswolf
00
21.9.2010, 14:34

welche kritiken meinen sie denn? ihr letzten auftritte in wien wurde einhellig positiv kommentiert.
und: c.b. hört man sich auch nicht an, weil sie eine "große" stimme, sondern eine "weite" hat.

Ignatius von Stein
00
21.9.2010, 13:13
...

Warum sollt eine Zensur die Wahrheit unterdrücken, nur weil Sie offenkundig keineAhnung von Barockmusik haben. Hätten Sie diese, würden Sie sich ihre Meinung bei den umjubelten Auftritten einholen und nicht von irgendwelchen Frustwuchteln, auch Kritiker genannt.

DrBelacqua
02
21.9.2010, 09:37

na wenn sie dort auch singt, super!

alla riscossa
42
21.9.2010, 00:32
na wenn sie dort nicht singt, super!

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