Olmert gibt Einblick in 2008er-Friedensplan

20. September 2010, 14:15

Israel hätte durch Landtausch Korridor Gaza-Westbank ermöglicht

Jerusalem - Der frühere israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat in einem politischen Vortrag die bisher detailliertesten Einblicke in seinen Friedensplan gegeben, der 2008 von den Palästinensern als unzureichend abgelehnt wurde. Inzwischen will die palästinensische Führung diesen Plan zum Ausgangspunkt für die nach fast zweijähriger Unterbrechung gerade wieder in Gang gekommenen Direktverhandlungen machen. Doch Olmerts Nachfolger als Regierungschef, Benjamin Netanyahu, hat dies abgelehnt.

In seinem am Sonntag in Tel Aviv gehaltenen Vortrag sagte Olmert, er habe den Palästinensern für ihren Staat fast 94 Prozent des Westjordanlands angeboten, wobei Israel für annektierte Gebiete zum Landtausch bereit gewesen wäre. Westjordanland und Gazastreifen sollten durch eine Passage über israelisches Gebiet miteinander verbunden werden und arabische Viertel in Ostjerusalem sollten zur Hauptstadt des Staates Palästina werden. Die Jerusalemer Altstadt mit ihren heiligen Stätten sollten von Israel, Palästina, Jordanien, den USA und Saudi-Arabien gemeinsam verwaltet werden.

Olmerts Angaben zufolge war Israel auch zur Anerkennung des Leids palästinensischer Flüchtlinge bereit, die bei der Staatsgründung Israels 1948 vertrieben wurden. Aus humanitären Gründen sei Israel zur Aufnahme von weniger als 20.000 Flüchtlingen bereit gewesen, die USA wollten 100.000 weitere einbürgern, um einen Friedensvertrag zu erreichen.

1948 wurden rund 700.000 Palästinenser aus ihren Häusern im heutigen Israel vertrieben. Die Palästinenser verlangen die Rückkehr dieser Flüchtlinge und ihrer Nachkommen - inzwischen rund fünf Millionen Menschen. Dies lehnt Israel bisher ab.

Olmert sagte, sein Friedensangebot vom 13. September 2008 könnte heute noch Grundlage für eine Lösung des Nahostkonflikts sein. "Wir stehen wirklich kurz davor, zumindest was das angeht, was ich an Ansichten von der palästinensischen Führung weiß", sagte er. Falls Netanyahu ein Abkommen mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas erreichen sollte, "haben Sie dessen wichtigsten Details heute Abend gehört".

Der palästinensische Unterhändler Saeb Erekat bestätigte Olmerts Angaben. Die Palästinenser hätten einen Gegenvorschlag gemacht und ihre eigene Karte beim damaligen US-Präsidenten George W. Bush hinterlegt. Details wollte er nicht nennen. Die Gespräche mit Israel seien bis zur israelischen Invasion im Gazastreifen Ende 2008 weitergegangen. Danach seien sie abgebrochen worden und bald darauf verlor Olmerts Partei die israelische Parlamentswahl. (APA)

 

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19 Postings
dr mike
00
23.9.2010, 22:02

700 000 Flüchtlinge !!! Warum nicht 7 Millionen ?!
Es waren keine 200 000 die auf Befehl des Muft v Jerusalem das Land frei gemacht haben um den glorreichen arab Truppen nicht im Weg zu stehen wenn sie die Juden ins Meer schmeißen werden.

d_parker
01
23.9.2010, 17:26
Und täglich grüßt das Murmeltier...

"Inzwischen will die palästinensische Führung diesen Plan zum Ausgangspunkt für die nach fast zweijähriger Unterbrechung gerade wieder in Gang gekommenen Direktverhandlungen machen. Doch Olmerts Nachfolger als Regierungschef, Benjamin Netanyahu, hat dies abgelehnt."

Wie sagte doch der saud. Prinz Bandard (den Arafat als Verhandlungshelfer angefordert hatte) im Jänner 2001 zu Arafat: "Since 1948, every time we've had something on the table we say no. Then we say yes. When we say yes, it's not on the table any more. Then we have to deal with something less. Isn't it about time we say yes?"

profelo
00
24.9.2010, 01:07
das hat der wirklich gesagt?

da gibt's wirklich wen, der das mitkriegt?? und das dann auch noch (halb-)offiziell zugibt? ich bin überrascht - und sehe, es gibt noch hoffnung...

Georg Schütt
35
20.9.2010, 20:55
"1948 wurden rund 700.000 Palästinenser aus ihren Häusern im heutigen Israel vertrieben. Die Palästinenser verlangen die Rückkehr dieser Flüchtlinge und ihrer Nachkommen - inzwischen rund fünf Millionen Menschen. Dies lehnt Israel bisher ab."

Wie soll ein Staat von 7 Millionen denn 5 Millionen Fremde aufnehmen und weitestgehend alimentieren?

Wer das fordert, will im Prinzip nichts anderes als den Kollaps eines Staates, und die Flüchtlinge wären dazu nur das geeignete Mittel.

Fritz Wunderlich
01
22.9.2010, 20:43

wurde zensuriert, da ich von der letzten zählung ausgegangen bin
damals wurde im gesamten mandatsgebiet mit 1,2 millionen arabern gerechnet
wenn nun 700.000 vertrieben wurden, sind in israel, gaza und wjl 500.000 verblieben, mit jerusalem, wo wiederum die juden vertrieben wurden
heute machen sie 5 millionen aus, trotz der "vernichtungspolitik" israels
die zahlen erscheinen unglaubwürdig

profelo
00
24.9.2010, 01:10
wussten sie das nicht?

Israel arbeitet seit 60 jahren konsequent am ineffizientesten "Genozid" der Geschichte: die "Völkergemordeten" haben sich fast verzehnfacht!!

Dark Angel
 
00
22.9.2010, 17:44
Korrekt

diese Forderung ist nicht umsetzbar, da gebe ich Ihnen recht. Die AL muss diese Forderung für weitgehende Gebietszugeständnisse bzgl. der Besetzten Gebiete "einhandeln". Völlig offen scheint aber noch das Thema Wasser zu sein. Wie stellen sich die Verhandlungspartner die gemeinsame Nutzung der dann vor allem im Staat Palästina bzw. Syrien liegenden Wasserressourcen vor? Wie kann verhindert werden, dass Israel durch einseitige arabische Maßnahmen vom Wasser abgeschnitten wird?
Meiner Meinung nach kann Israel als Staat ohne finanzielle und militärische Unterstützung von außen nur lebensfähig sein, wenn es mit seinen direkten Nachbarn normale Beziehungen pflegen kann - das muss das Ziel sein!

IOVIS
00
23.9.2010, 01:22
Meerwasser

Israel hat heuer eine weitere (die 2. oder 3.?) Entsalzungsanlage bei Hadera in Betrieb genommen. 2 weitere Anlagen sind im Bau bzw. Planung. Somit soll in den nächsten Jahren bereits 2/3 der israelischen Wasserverbrauchs durch Meerwasser abgedeckt werden. Problem gelöst.

Tower Hill
00
22.9.2010, 18:50
"...Wie kann verhindert werden, dass Israel durch einseitige arabische Maßnahmen vom Wasser abgeschnitten wird?..."

Im Fall WJL ist die Sache wohl klar: das Einzugsgebiet der Aquifere liegt auf pal. Gebiet, also ist es auch pal. Wasser.

gladio
11
20.9.2010, 23:15

Ach das würde schon gehen. Wieviele Milliarden bekommt Israel pro Jahr allein aus den USA für Waffen? Man könnte das Geld ja auch sinnvoller einsetzen.

venere nera
14
21.9.2010, 21:02

WENIGER ALS DIE PALÄSTINENSER VON DEN ÖLSTAATEN

profelo
00
24.9.2010, 01:11
nicht nur von den Ölstaaten...

... auch von EU und Konsorten kommen Unsummen!

Reddogg
 
21
22.9.2010, 15:04

Quelle? Oder wie immer nur Mutmaßungen?

Fritz Wunderlich
00
23.9.2010, 07:59

nehmen sie doch die spur auf und schnüffeln ein wenig hinterher

Kepi Blanc dt 2e REP
00
20.9.2010, 20:02
wer wind säht wird sturm ernten

im verhältniss bevölkerung/armee ist Israel die stärkste militärmacht der welt, die rüstungsindustrie verschlingt unsummen u.a auch den zuschuss der usa, stellen sie sich vor es wird frieden geschlossen israel/palestina wäre im überfluss, natürlich gibt es gegner solch eines szenarios u.a würde es die unfähigkeit mancher staaten aufdeckenen (iran, syrien etc.) es war unbeschreiblich dumm von den palis dieses angebot auszuschlagen nur mehr menschen mussten sterben.

Kepi Blanc dt 2e REP
01
20.9.2010, 21:33
*sät*

bei solch einem angebot war die hamas/iran natürlich in zugzwang und musste eiskalt kalkulieren

die eigerne bevölkerung opfern indem man südisrael mit bis zu 50 raketen pro Tag in atem hielt, gleichzeitig die anti israel/usa stimmung in europa ausgenützte sprich nur bilder von verletzten und toten kindern an die medien weiterleite die israel unter internationalen druck brachten und sie die "seek and destroy" taktik vorranzutreiben mussten, was wiederum mehr zivile opfer bedeutete
(zeit= präzision)

btw ich bin natürlich ein bezahlter poster und unsere medien werden von zionisten kontrolliert ;)

Dark Angel
 
00
22.9.2010, 17:47
Sehe ich nicht ganz so

Die palästinensischen Wahlen haben die Hamas an die Macht gebracht, nicht ein Putsch. Dennoch wurde diese legitime Vertretung der palästinensischen Bevölkerung (ungeachtet ihrer Ideologie) von allen Verhandlungsprozessen ausgeschlossen. Anstatt dass man sie ernst nimmt und mit ihnen über ein Ende der Aggression etc. verhandelt hat man den Palästinensern somit signalisiert, dass man nicht mit den von ihnen gewählten Vertretern sprechen will sondern mit irgendwelchen Leuten, mit denen man auch früher sprach. Diese Sichtweise führte zum Ende des Friedensprozesses, nicht Iran oder sonst wer.

IOVIS
01
23.9.2010, 01:29
Hamas = legitimierte Mörderpartei

Ja, Hamas wurde gewählt, im Gazastreifen sogar mit 2/3-Mehrheit.

Eine Partei wie Hamas könnte in Österreich nicht einmal antreten, weil sie wegen Volksverhetzung und Aufrufung zum Mord verboten werden würde.

In ihrem "Parteiprogramm" werden Juden als Schweine und deren Ermordung als religiöse Pflicht bezeichnet. Erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels und der Völkermord an seinen Bewohnern.

In Folge des Hamas Wahlsiegs wurden politische Säuberungen vorgenommen. Die Fatah-Vertreter und ihre Familen ermordet, drangsaliert und vertrieben. Die EU-Zollpolizei in Rafah beschossen (es folgte deren Abzug & Schließung der Grenze).

Hamas ist legitim gewählt. Aber wenn Sie die ernst nehmen, gesellen Sie sich zu diesem Mörderpack.

soulman77
00
22.9.2010, 22:43
mmmh hätte hätten

keine ahnung aber abbas hätte trotzdem zustimmen können
jerusalem international korridor nach gaza 95% des WJL+ausgleich für die restlichen 5%......und jetzt nach 2 jahren und 1500 toten später diesen als grundlage fordern, wieviel leid hätte erspart werden können hätten die palis früher(vor 1968) zugestimmt aber man will aus Geschichte bekanntlich nicht lernen

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