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Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie warnt in einer Aussendung vor sinnlosen und gefährlichen Gefäßeingriffen bei Multiple-Sklerose-Patienten, die derzeit auch in Deutschland gegen privates Honorar angeboten werden. Die Eingriffe beruhten auf einer wissenschaftlich nicht haltbaren Theorie des italienischen Arztes Paolo Zamboni zur Entstehung der Krankheit, kritisieren führende Neurologen. Es seien bereits Todesfälle bekannt geworden.
Hintergrund der Kritik ist die so genannte "venöse Stauungshypothese" der Multiplen Sklerose, die unter Fachleuten und in Patientenforen auch als chronisch cerebrospinale venöse Insuffizienz (CCSVI) heftig diskutiert wird und offenbar immer mehr Anhänger findet. "Nach unserer Meinung gibt es für diese Hypothese keine ausreichenden Beweise, und es gibt erst recht keinen Grund dafür, den vermeintlichen Gefäßstau in einem so genannten Liberation Treatment für mehrere tausend Euro beseitigen zu wollen", so MS-Experte Professor Hans-Peter Hartung aus Düsseldorf, der dazu auf der Neurowoche 2010 in Mannheim (21.-25. September) neue Erkenntnisse präsentieren wird. (red)
Forscher der Ruhr-Universität Bochum stellten fest, dass ein gegen Schuppenflechte bewährter Wirkstoff auch MS-Symptome reduziert
Wissenschaftler konnten das Wachstum von Gehirnzellen stimulieren - damit steigt die Hoffnung für neue Therapieansätze bei neuronalen Erkrankungen
Jeder 20. MS-Patient erkrankt bereits als Kind oder Jugendlicher. Laut einer Studie tritt dabei auch häufig eine Sehstörung auf
Eine pharmakologisch modifizierte Form des Antikörpers Daclizumab reduziert die Wahrscheinlichkeit für einen MS-Schub um über 50 Prozent. Auch das Risiko für bleibende Einschränkungen sinkt um rund die Hälfte
Die Analyse von Daten aus 23 Jahren erbrachte keinen Nachweis für die Wirksamkeit von Beta-Interferon
Erhöhte Krankheitsaktivität nach Eingriff an den Halsvenen von MS-Patienten - Experte: "Anwendung für Selbstzahler absolut inakzeptabel"
Neue Studien zeigen: Es gibt kein einzelnes MS-Gen - Internationaler Tag der Multiplen Sklerose am 30. Mai
Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Studie aus Kanada weist Schwächen auf - Interferon-Therapie bleibe unverzichtbar
In den meisten Fällen auch langfristig kein Problem
Fehldiagnosen vor allem wenn Betroffene nicht deutlich an Sehkraft verlieren - Evozierte Potentiale können Diagnosen sichern
Ultrahoch-Feld-MRT zeigt deutlich mehr Schäden im Gehirn von MS-Patienten
Deutsche Vergleichs-Studie zeigt Zusammenhänge zwischen Ernährung und Auftreten von Multiple Sklerose
Eventuell Möglichkeiten für prophylaktische Therapie
Das Therapieangebot für MS wird noch breiter - Cladribin und Fingolimod führen zu einem deutlichen Rückgang von MS-Schüben
Der Wirkstoff Fumarsäure kann offenbar die Schubrate bei der Multiplen Sklerose annähernd halbieren und die typischen Schädigungen des Gehirns deutlich reduzieren
Vergleich von zwei Patientenbefragungen im Abstand von fünf Jahren - Offenbar optimierte Therapie
Zwischen Beeinflussung der immunologischen Ursachen und Verbesserung der Folgen der chronischen Erkrankung
Die Menschen die hier für so eine Therapie sind nehmen einen enormen Rückschritt in Kauf. Nach dem Contergan-Skandal wurden minimale Richtlinien geschaffen die hier wieder einfach so über Bord geworden werden.
Die hier von mehreren Leuten zitierte Seite zeigt große Parallelen zu den gängigen Argumentationslinien von Homöopathie und zB Grander-Wasser. Diese Dinge sind nicht wissenschaftlich und widersprechen den geringsten Anforderungen an Arzneimitteln und Therapien.
Falls sie wieder einen Contergan-ähnlichen Skandal haben wollen, bitte.
Eine Methode muss ihre Wirksamkeit in einer Doppelblindstudie beweisen. Hier wird der Gegenbeweis gefordert und mit Erfahrungsberichten von Patienten argumentiert.
Das ist parawissenschaftlicher Unfug !
Hier zum genau Nachlesen:
http://csvi-ms.net/content/s... gen-warnen
... Es gab einen Todesfall, der in zeitlichem Zusammenhang mit der Behandlung steht. Ein kausaler Zusammenhang ist mehr als fraglich; nach Aussagen aller Beteiligten (behandelnde Ärzte, Notfallärzte, Angehörige der verstorbenen Person) besteht KEIN kausaler Zusammenhang. Daneben gab es noch eine schwere Komplikation, bei der ein Stent in das Herz des Patienten gewandert ist und eine Notoperation am offenen Herzen notwendig gemacht hat. Der Patient ist aber nicht verstorben....
aber gerade die impfgegner (die ja in personalunion oft auch die alternativ-medizin-verfechter sind) argumentieren doch so, dass jeder todesfall in zeitlicher nähe ohne erwiesenem kausalzusammenhang zur impfung ein impfschaden ist. nach dieser logik ist genau dieser todesfall auch der hier genannten MS-behandlung zuzurechnen.
Das ganze hat überhaupt nichts mit Alternativmedizin zu tun. Eigentlich ists sogar klassische Schulmedizin. Und selbst wenns so wär, kann man die falsche Argumentation einer [radikalen] Gruppe ja nicht einfach anderen vorwerfen, die überhaupt nichts damit zu tun haben.
Es geht hier darum, dass die Pharmaindustrie massive finanzielle Interessen daran hat, dass man MS-Patienten weiterhin hochpreisigste Medikamente verschreibt, die nicht mal zu einer Verbesserung oder gar Heilung führen.
Das ist nicht Schulmedizin.
Solange die Wirksamkeit einer Therapie nicht zweifelsfrei bewiesen (d.h. in Studien, nicht durch Anekdoten und Fallberichte!), wird sie schulmedizinisch nicht angewandt. Außerdem müssen unerwünschte Effekte, Ausmaß des potentiellen Nutzens, Indikationsstellung und andere Dinge mehr bekannt sein.
Es ist unethisch, außerhalb von Studien Experimente an PatientInnen durchzuführen. Und genau dieser Sachverhalt liegt IMO vor, wenn unbewiesene Therpaiemethoden eingesetzt werden.
bei dem satz auf der von ihr verlinkten seite:
"Dass die Theorie von Dr. Zamboni wissenschaftlich nicht haltbar sei, ist derzeit unbewiesen."
musste ich zuerst lachen (weil der satz unsinnig ist), dann weinen (weil er von einer unglaublichen wissenschaftlichen unwissenheit zeugt) und dann lachen und weinen gleichzeitig (weil das leute auch noch so hinnehmen). weitergelesen habe ich nicht, sowas reicht in meinen augen schon für eine disqualifikation in die parawissenschaft.
"ich behaupt mal nen scheiß, solln sich die anderen bemühen mich zu wiederlegen". so funktioniert wissenschaft nun mal nicht, zuerst mal theorie beweisen, dann redn wir weiter.
dieser artikel enthält sachliche fehler.
die angesprochenen todesfälle sind unwahr. es kam zwar zu einem todesfall, der steht aber nicht in kausalem zusammenhang mit der venendilation. dies ist sehr einfach nachzulesen, sogar für laien wie mich!
zurzeit finden studien in 7 ländern statt. es ist wohl etwas zu früh zu behaupten, an der theorie sei nichts dran ...denn erste resultate sagen alles andere als dieser artikel weismachen will!
eigentlich traurig ...wenn man sieht, das einseitig geforscht wurde, sollte man das mit arbeit wieder gut machen, nicht mit polemik kaschieren. nicht gerade sehr vertrauenserweckend, dabei wäre ich wirklich auf hilfe angewiesen :(
und wer sagt uns, dass es hilft?
experimentelle behandlungen außerhalb von studien, die von ethikkomissionen genehmigt wurden, und bei denen die teilnehmer aufgeklärt wurden, sind unethisch, illegal und riechen verdammt nach gewissenloser geschäftemacherei.
Einfach die gesamte Doku anschauen:
http://www.ctv.ca/CTVNews/W... ?s_name=W5
es hilft. ich fühle mich sehr viel besser seither.
fragen sie doch mal einen angiologen, was er generell von gestörtem blutfluss im kreislauf hält. das ist gefährlicher als eine minimal-invasive operation, die seit jahren als routine gilt! es ist weit risikoreicher, diesen schaden nicht zu beheben.
apropos gewissenlose geschäftemacherei:
http://csvi-ms.net/forum/vie... f=13&t=999
Die Ballon-Angioplastie (PTA) in den Arterien ist eine minimal-invasive Standardprozedur mit geringem Risiko, die heute in beinahe jedem Krankenhaus durchgeführt wird. Bisher gibt es keine Hinweise, dass die PTA in den die CCSVI betreffenden Venen (vena jugularis interna und vena azygos) ein höheres Risiko als in den Arterien birgt. Insofern ist es erheblich desinformierend und äußerst zweifelhaft, von „gefährlichen Eingriffen“ (insb. ohne nähere Ausführung außer dem falschen Hinweis auf Todesfälle!) zu sprechen. Bei der PTA kann vielmehr von einer risikoarmen Prozedur gesprochen werden.
die pta ist lediglich in arterien etabliert. pta von venen ist nachweislich mit einem hohen thromboserisiko behaftet und hat sich niemals (!!!) als therapie in irgendeinem venensystem durchsetzen können.
pta von venen ist nicht risikoarm, sondern gefährlich und wurde schon lange aufgegeben. das lesen sie jetzt von einem experten für pt(c)a, und zugegeben nicht von einem ms-experten.
Wieso bekommen dann Patienten, denen beide Venae jugulares internae entfernt wurden nicht sofort MS? Bei vielen Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren muss im Rahmen der Neck Dissection mindestens eine der Jugularvenen entfernt werden - wieso zeigen diese Patienten nie auch nur die Spur einer multiplen Sklerose?
ja, sehen sie? DAS ist genau der Punkt. Das wäre doch überaus interessant, das herauszufinden. Mit Statements die disem Artikel zugrunde liegen wird aber der Forschung der Boden unter den Füssen weggezogen, bevor auch nur eine dieser interessanten Fragen gestellt wurde!
Eine mögliche Erklärung ist, das bei den inneren Hirnvenen minimale Druckunterschiede grössere Auswirkungen haben als bisher angenommen.
Sorry, aber die Verfechter dieser Therapie sind in Erklärungsnotstand, nicht die Schulmedizin.
Wieso macht man keine größeren Studien wenn das ganze doch so beeindruckend wirkt? Forschungsgelder sind nicht so schwer aufzutreiben bzw. würden Hersteller der Katheter sicher auch was springen lassen wenn was dahinter wäre.
ich hab einige neurologen angefragt zu beginn als ich davon erfuhr, das möglicherweise eine venenanomalie zusätzliche beschwerden bei der ms verursachen kann. die antworten dieser fachleute hätten es eigentlich verdient, hier gepostet zu werden aber ich werde es nicht tun.
ja, ich hätte auch gedacht das forschungsgelder für eine so offensichtliche sache aufzutreiben sein sollten. mittlerweile gibt es diese studien auch, demnächst startet eine in den usa mit 1000 patienten.
der erbitterte widerstand der neurologen in unseren breitengraden ist mitverantwortlich dafür, das diese forschung momentan hier nicht stattfindet!
warum das so ist, ist ganz sicher nicht mit fehlenden beweisen zu erklären!
hier werden äpfel mit birnen verglichen.
1. sollte aus einer einzigen studie mit einer gruppe mit 65 patienten KEINE therapie erarbeitet werden !!
2. sind die in dem paper genannten signifikanzen bei den entscheidenden werden nur bei .08
3. ist ein recht ungefährlicher eingriff der sinnlos ist eine unnütze gefährdung der patienten.
der mann soll einfach weiterforschen, eine schöne doppelblind-studie machen mit 1000 patienten, und dann kömma weiterreden, ansonsten sind alle ableitungen für eine therapie einfach nur sinnlos.
zu 1. es sind mittlerweile weit mehr als 1000 patienten, bei denen der eingriff vorgenommen wurde. es ist sehr einfach, diese resultate einzusehen ..und die SIND beeindruckend!!
zu 2. kann ich nicht beurteilen, mir fehlen leider entsprechende kenntnisse , um diese paper zu interpretieren.
zu 3. das dieser ungefährliche eingriff wirkungslos ist, lässt sich nicht beweisen. im gegenteil, es gibt sehr viele berichte die von verbesserungen berichten. ich gehöre auch dazu. es ist ganz massiv besser geworden bei mir!
ja, es soll geforscht werden. und zwar sofort! eigentlich müssten die jetzt nachtschicht arbeiten anstatt unwahre statements abzugeben, finden sie nicht auch?
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20695010
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20386873
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20373339
Es sagt keiner, dass die Theorie falsch sein muss, aber die Grundlage für eine bedenkenlos anwandbare Therapie für alle Patienten (oder auch nur ein ausgesuchtes Kollektiv) ist einfach nicht da.
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