Prophylaktische Brustabnahme schützt Frauen

Studie zeigte erstmals Überlebensvorteil - Wiener Wissenschafter beteiligt - Auch Reduktion des Brustkrebsrisikos

Wien - Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Betroffene, vor allem wenn sie sehr früh erkranken, weisen manchmal ein familiär auftretendes, genetisches Risiko auf. Das liegt an Mutationen im BRCA1- oder BRCA2-Gen, das auch die Häufigkeit von Eierstockkrebs deutlich erhöht. In einer internationalen Studie, an der Wissenschafter vom Brustgesundheitszentrum an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien maßgeblich beteiligt waren, konnte nun erstmals gezeigt werden, dass die prophylaktische Entfernung der Eierstöcke und/oder der Brust das Sterberisiko stark reduziert.

"Frauen mit Mutationen im BRCA1 und BRCA2-Gen haben Brustkrebs-Erkrankungsrisiko von etwa 85 Prozent. Die Gefährdung durch Eierstockkrebs kann auf bis zu 65 Prozent steigen", sagte Christian Singer von der Klinischen Abteilung für Gynäkologie und gynäkologische Onkologie am Wiener AKH. Genetisch bedingter Brust- beziehungsweise Eierstockkrebs kommt in manchen Familien gehäuft vor. Treten diese Erkrankungen vermehrt auf, können sich Frauen auf ein solches Risiko untersuchen lassen. Seit einigen Jahren wird ihnen auch die Option einer prophylaktischen Entfernung von Eierstöcken und Eileitern und/oder die chirurgische Entfernung der Brust angeboten. Der Experte: "Dazu raten dürfen wir aufgrund des österreichischen Gentechnik-Gesetzes nicht. In Schweden allerdings entschließen sich rund 80 Prozent der betroffenen Frauen zu solchen Eingriffen, bei uns sind es elf bis 15 Prozent. In südlichen Ländern ist das verpönt."

Nun mehr Klarheit

Bisher allerdings war nicht genau bekannt, wie groß der prophylaktische Nutzen solcher Operationen wirklich ist. Ein internationales Wissenschafterteam unter Mitwirkung von Singer hat jetzt diesen Effekt bei 2.482 Frauen mit Mutationen im BRCA1- oder BRCA2-Gen (festgestellt in den Jahren 1974 bis 2008) und einer Beobachtungszeit bis 2009 analysiert. Am 6. September wurden die Ergebnisse in der Zeitschrift der amerikanischen Ärztegesellschaft (JAMA) veröffentlicht.

Der Gynäkologe: "Es zeigte sich, dass durch die Entfernung der Eierstöcke das Sterblichkeitsrisiko aus allen Ursachen bei den Frauen um 60 Prozent zurückging. Die Brustkrebs-Sterblichkeit reduzierte sich um 66 Prozent, die Sterblichkeit durch ein Ovarialkarzinom um 80 Prozent." Eierstockkrebs gehört zu jenen bösartigen Erkrankungen, die oft erst zu spät erkannt werden und im Grunde schlecht behandelbar sind. Auch die prophylaktische Entfernung der Brust hatte einen Effekt: Bei diesen Frauen trat kein einziger Fall von Brustkrebs auf.

Singer: "Damit konnte erstmals ein positiver Effekt solcher Eingriffe eindeutig belegt werden. Wir erleben in der Praxis sehr unterschiedliche Reaktionen von betroffenen Frauen. Manche, vor allem jene, bei denen nahe Verwandte gestorben sind, entschließen sich eher zu einer solchen Operation, andere wiederum lehnen das ab." Die Wiener Spezialisten bei den genetischen Grundlagen zu Brustkrebs sind auch auf anderen Gebieten aktiv. So waren sie an einer wissenschaftlichen Arbeit beteiligt, die in "Nature Genetics" erschienen ist. Dabei wurde am Chromosom 19 ein Ko-Faktor zum BRCA1-Gen für die Entstehung von Brustkrebs entdeckt. (APA)

Link

Abstract in JAMA

Informationstag

Wie wichtig auf jeden Fall Vorsorge, Früherkennung und möglichst optimale Therapie bei Brustkrebs ist, soll am 1. Oktober bei einem Informationstag des Brustgesundheitszentrums an der MedUni Wien im Palais Ferstel (1., Bankgasse 3; 12.00 Uhr bis 16.30 Uhr) unter dem Titel "Im Mittelpunkt - Die Frau" dargestellt werden. Führende österreichische Experten präsentieren die neuesten Erkenntnisse und stehen für Fragen zur Verfügung: brustgesundheit-frauenheilkunde@meduniwien.ac.at

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Frauen kämpfen gegen Genitalverstümmelung in manchen Ländern und in Europa wird sie über die Hintertür wieder eingeführt.
Was soll man von einer menschenverachtenden Medizin halten?

genital mutilation

Jede Kultur hat ihre eigene Verstümmelungen, mit dem Uterschied, dass die anderen (die Drittweltler) sich nich einbilden über die anderen zu sein!

Wenn schon kontrovers diskutieren, dann ordentlich:

J Clin Oncol. 2010 Jan 10;28(2):222-31. Epub 2009 Dec 7.
Survival analysis of cancer risk reduction strategies for BRCA1/2 mutation carriers.

Kurian AW, Sigal BM, Plevritis SK

Schutzgeldmedizin

Wenn die Genpositiven sich erschießen würden, würden sich die Krebserkrankungen UND unsere gegenwärtige Schutzgeld-Schulmedizin ersparen.

Wenn die Medizin sicht entschließt,
Medizin für Menschen,
statt Menschen für Medizin zu machen dann wird wieder aus dem Industrie-Indoktrinierten-Prostitution ein altes Medicus System.

Ich
finds toll dass Sie Ihre
Kritik mit inadäquat gewählten
Zeilenumbrüchen zu
verdeutlichen
versuchen. So
wird der Text gleich
viel lesbarer.

Zu Ihrem ersten Satz sei noch gesagt: Die meisten "Genpositiven" wissen nix davon und selbst wenn, machen Sie unter 10% aller Brustkrebsfälle aus. Sie werden sich wohl oder übel weiterhin mit indoktrinierten Prostituierten befassen müssen.

...mein Lieblings-Schulmediziner:

http://www.heute.at/news/oest... 931,212460

Rausschneiden und bestrahlen kann Frau/Mann sich sparen, wenn das Leben danach/im Zuge dessen nicht von Grund auf geändert wird...hin zu mehr Lebensfreude!!!

Bonair,
ich zähle Dich auch zu den Bewusstseins- und Kenntnisberaubten.
Du scheinst, (selbst als Mediziner) noch weit enfernt vom Madicus zu sein.

Was sollen, eigentlich
die
ständigen falsch
gesetzten, Beistriche?
Mit so einer Satzstruktur anzukommen und jemanden als bewusstseinsberaubt zu bezeichnen... - köstlich! :)
Mir ist schon klar, dass viele Menschen aufgrund von Unwissen evidenzbasierte Medizin ablehnen. Ich habe genug mit ihr zu tun gehabt, zu wissen, wo ihre Möglichkeiten und Grenzen liegen. Sie hingegen kommen mit abgedroschenen Gemeinplätzen daher, faseln von "Menschen für Medizin" und erwarten allen Ernstes, dass man Ihnen für diesen Quatsch auch noch recht gibt?

EBM

EBM ist Irrtum auf den letzten Stand gebracht!

Ich mache schon lange "Primordialprävention",
aber ich schätze da must Du noch nachgoogeln.

Dein Wissen ist krankheitsverwalterisch aber die medizinische Hybris hast Du schon ausgeprägt.

Die fehlende Demut ist alters-oder erfahrungsbedingt.

Madicus?

Ist das ein Code? Sollte der Buchtitel gemeint sein: Beeindruckend.

Ja, der "medicus universalis" ist gemeint.

Hm

er scheint mir eher ein Facharzt zu sein, also was soll das?
Wieso das Ja? Ein Buch "Medicus universalis" finde ich nicht. Es gibt ein Journal (nur der Vollständigkeit halber: das ist kein Buch).

Au weia

Wer hat gesagt, medicus universalis ein Buch ist?
Aber was es war ist im Buch Medicus beschrieben.

Der Begriff ist deffiniert mit
Medizin
Astronomie
Jus
Philosophie

Also doch

ihr Bild von einem Arzt stammt also aus einem Roman. Paßt schon, das wollt' ich nur wissen.

Und Sie zählen sich zu diesen Medici?

1.)Umgekehrt, das Buch stammt von der Legende.
2.)ja

Sie sehen sich also

als Universalgelehrten in Medizin, Jus, Astronomie und Philosophie. Auf welchem Stand?

von unerheblichen Personalien zu Inhalten!

Schmidt&Bell,BMJ,(2003)
„Wir glauben, die Menschheit könnte profitieren, wenn die radikalsten Anhänger der evidenzbasierten Medizin ein randomisiertes, Plazebo kontrolliertes , cross-over , Doppelblind Experiment mit Fallschirmen planen würden und dann gleich selbst daran teilnehmen.“

Gechätzt: 15.Jahrhundert ;)

Fix ist...er hat mehr Ahnung und deshalb mehr Gelassenheit/ Ruhe als Sie...

...und das macht "L H1" sehr überzeugend und Sie "A Voice" mit Ihre Bösartigkeiten und Sticheleien noch langweiliger u. durchschaubarer (Bitte zu Ihrem Wohl und zum Wohl aller Beteiligten, hörens Sie endlich auf sich mit anderen zu vergeleichen, daher kommen Ihre Minderwertigkeitsgefühle u. Angst...kommt wahrscheinlich von der elterl. Erziehung...zu wenig Anerkennung!)

Pfuh

was mach ich jetzt nur. Sie haben meine Lewbenslüge auf den Punkt gebracht! Was mach ich jetzt? So gelassen wie Sie werd ich wohl nie!!!!!!!!!!1111

Freut mich Ihnen geholfen zu haben!

:-)

Um Gottes Willen.
Wie schlimm kann das mit Ihnen eigentlich noch werden ?

Sie wollen mit mir sprechen?

Worüber ist die Frage...das ist leider bei Ihren postings nicht ersichtlich, denn Sie haben keine Meinung....Beileid an dieser Stelle!

Posten ohne Meinung, schlimmer kann es nicht mehr kommen/werden! ;-)

Sie haben völlig recht.
Meinung interessiert mich einen Dreck.
Vor allem Ihre.

Lieber ein Gramm Wissen als eine Tonne Meinung.
Schreiben Sie sich das ins Stammbuch.

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