Empowerment durch Filmfestspiele

Das Bicycle Film Festival ist seit der Gründung 2001 mächtig gewachsen. Mittlerweile findet es in 38 Städten statt. Auch Wien ist Austragungsort

Angefangen hat es (no na) in New York: Dort hat 2001 ein gewisser Brendt Babur das erste Bike Film Festival veranstaltet. Radfahren, so seine These, sei schließlich mehr als nur eine Art der Fortbewegung: Es ist ein Statement. Zu Alltag, Umwelt und Technologie ebenso wie Kultur, Zeit, Design und Zeitgeist. Radfahren ist Philosophie und Ideologie - kurz: ein "way of life". Logisch, dass sich der auch filmisch manifestierte. Ebenso logisch - zumindest retrospektiv -, musste das irgendwann zu einem Radfilmfestival führen. Brendt Babur hat es 2001 erfunden - ein Festival mit Filmen zum und übers Radfahren, um das sich alsbald eine Vielzahl von Begleitevents rankte, die eines gemein haben und hatten: Sie sind zugleich Manifeste und Grundsteine ebendieses "way of life".

Das mag für Außenstehende zwar nach einer radelnden Henne-und-Ei-Geschichte klingen, aber das tut nichts zur Sache. Denn das Festival ist seit 2001 mächtig gewachsen. Mittlerweile findet es in 38 Städten statt - und auch Wien ist längst Austragungsort des Radfilmfestivals: Noch bis Sonntag sind im Uraniakino einschlägige Filme zu sehen - von Helmkamera-Dokus über illegale Straßenrennen über Spike Jonzes Hommage an Mat Hoffmann, den wohldurchgeknalltesten BMX-Rider der Welt, bis zu österreichischen Filmen über Austro-Fahrradboten in Kairo oder einer Doku über Wiens erste "Rad Gang". Hinzu kommen Radevents und Bikepartys am Hermannstrand - und wer nachher noch immer glaubt, Radfahren sei tatsächlich einfach nur eine Art, von A nach B zu kommen, dem ist wirklich nicht zu helfen. (Thomas Rottenberg/DER STANDARD/Automobil/17.09.2010)

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