UMIT

250 Studenten ohne Chance auf Doktortitel

19. September 2010 17:15

Teures "Titelkaufhaus" in Hall soll mit Innsbrucker Hilfe saniert werden

Innsbruck - Rund 250 Studierende der Haller Privatuniversität Umit können ihren Doktortitel um 3300 Euro pro Semester im Fach Gesundheitswissenschaften nun nicht mehr machen. Der Umit wurde - wie berichtet - für dieses Studium die Zulassung entzogen. Als Begründung hatte der zuständige Akkreditierungsrat (ÖAR) angeführt, dass "angesichts der großen Zahl der Studierenden keine geeignete qualitative Betreuung in allen Phasen des Studiums gegeben sei". Warnungen aus dem Ministerium soll es offenbar immer wieder gegeben haben: Es gebe seit längerem an der Umit zu wenige Professoren für zu viele Studenten. Auch der Landesrechnungshof stellte fest: zu teuer, zu wenig Studenten, zu wenig Foschung. Das Dienstverhältnis des Studiengangsleiters für Human- und Wirtschaftswissenschaften, Roland Staudinger, wurde noch am Mittwoch aufgelöst. Staudinger will nicht Buhmann sein: Er habe immer vor zu großen Studierendenzahlen gewarnt. Das Land habe aber nicht reagiert.

Um einen größeren Imageschaden zu verhindern, wird vom Land als 100-Prozent-Eigentümer der Tilak-Tochter Umit hektisch an einer Übergangslösung gearbeitet. Umit-Rektorin Christa Them muss nun ehestmöglich das Doktoratsstudium reformieren.

Mit im Boot: die Med-Uni Innsbruck. Deren Rektor Herbert Lochs sagte dem Standard, dass nicht die Studierenden die Leidtragenden sein dürften. Daher wolle die Med-Uni zeitnah helfen und unterstützen. Einziges Problem: Das Studium der Gesundheitswissenschaften wird an der Med-Uni nicht angeboten. 

Oppositionskritik: Bernhard Tilg (ÖVP) nehme jetzt die "Rolle des Opferlammes" ein, war aber vor der Berufung zum Wissenschafts-Landesrat Rektor der Umit, kritisiert etwa der Grüne Gebi Mair. Der VSSTÖ bezeichnet die Umit als "Titelkaufhaus". (ver/DER STANDARD Printausgabe, 20.9.2010)

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Posting 1 bis 25 von 52
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siliconvalley
18.10.2010 22:42

das kommt davon, wenn man die TILAK Freunderln Staudinger/Them & Them usw. mit Psoten versorgt, anstatt sich fuer den Aufbau einer Bildungseinrichtung Leute ins Boot zu holen, die davon einen Ahnung haben.

Der Tiroler Filz ist dichter gewebt als der beste Loden ;-)

MariaT
01.10.2010 22:18
wie jetzt?

Habe ich da was falsch verstanden? Der LRH bemängelt: zu WENIG Studenten.
Der ÖAR stellt fest: zu VIELE Studenten.
Was jetzt? Zu wenig oder zu viel?
Oder vielleicht doch genau richtig?

Kool killer
 
01.10.2010 14:06
Titelmühle UMIT #2

Das UMIT lässt auch jeden Master-Abschluss als Zugangsvoraussetzung zum Dktorat zu. Das bedeutet, dass die Heerschar an Absolventen von Unilehrgängen mit Masterabschluss, die oft nicht einmal die Matura haben, dort billig (was die Anforderungen betrifft, nicht was die Kosten berifft) zu einem Doktortitel kommen können.

Kool killer
 
01.10.2010 14:04
Titelmühle UMIT

Ein Doktoratsstudium dauert an der UMIT am Papier 3 Jahre. Neben der Möglichkeit einer lächerlich billigen kumulativen Diss (2 Artikel, davon nur einer als Erstautor, in jeder beliebigen Fachzeitschrift, die behauptet, peer-reviewed zu sein, ohne Mindestseitenumfang) werden laut Studienplan "Pro Semester ... ein bis zweimal zweitägige DoktorandInnennseminare, einschl. individueller Betreuungseinheiten angeboten." Das heißt, dass 12 Seminartage als Doktoratsstudium neben der billigen Diss für ein Doktorat reichten.

AlBundyFan
 
20.09.2010 13:45
schon komisch

müßten dann nicht viele normalle unis auch zusperren?

das argument "zuviele stundenten bei zuwenig professoren" würde nicht nur bei der umit zutreffen.

kleiner Schelm
27.09.2010 20:44
Bezieht sich auf PROMOTIONSSTUDENTEN!!!

300 Doktoranden (zahlende!) für einen oder zwei angestellte Professoren mit fragwürdigem Lebenslauf ...

An einer Uni kommen auf 1 Prof. ca. 2 Habilitierte (=3 Vollangestellte) ca. 10-25 (bezahlte!) Doktoranden.

Das zeigt schon klar, dass UMIT eine Titelmühle ist. Wenn bei mir sich jemand mit deren Diplom oder Dr. bewirbt weiss ich halt woran ich bin.

Loxoceles
20.09.2010 16:25

Ich denke, dass es hier eher um Qualität von Forschung und Lehre geht, die sich in diesen Maßzahlen ausdrückt.

naihoit
20.09.2010 11:04
Da gibt es ein Bundesland,

welches sich eine eingene Stromerzeugerfirma leistet - scheint sinvoll.
Da gibt es eine Stromerzeugerfirma,
die sich eine eigene Hochschule leistet - scheint sinnvoll.
Diese Hochschule bildet "GesundheitswissenschafterInnen" aus.
Aha.
Sicher auch sinnvoll, brauchen Stromversorger wohl unbedingt, nicht wahr ?
Oder werden die da nur als Zwischenfinanzierer mißbraucht?
Wie viele seltsame Dinge müssen noch von diesen 9 Blinddärmen der Republik kommen, bis auch die große Mehrheit erkennt, in wessen Interesse all das geschieht ?

MariaT
01.10.2010 22:25
Wer Tiwag von Tilak nicht unterscheiden kann ...

sollte sich vielleicht fragen, ob sein Kommentar einen Beitrag zum allgemeinen Erkenntnisgewinn beiträgt!

FinalDestinati0n
20.09.2010 16:42
EPIC FAIL!

Corpo
20.09.2010 13:56

Nix wissen aber groß die Goschn aufreißen - ein typischer Homo Austriacus

Clint Beastfood
20.09.2010 13:40
Wow, im Kindergarten gibt es jetzt sogar schon Internetzugang.

Fabian Schranz
20.09.2010 11:45

Die Tilak ist die Tiroler Landeskrankenanstalten GmgH und keine Stromerzeugerfirma, das wäre die TIWAG. Also passt auch das Fachgebiet Gesundheitswissenschaften

Andreas_
20.09.2010 11:24
Dave Windorf
 
20.09.2010 08:57

naja, publiziert habens jedenfalls noch net viel

scopus findet 5 einträge für "umit innsbruck", 3 davon sind übers umit.....seit 2004....

MariaT
01.10.2010 22:28
Tja, vielleicht mit den richtigen Begriffen ...

Probier´s einmal mit UMIT HALL

Denn die Umit ist halt nicht in Innsbruck, sondern in Hall.

[insert nick]
20.09.2010 10:50

Wenn ich bedenk, dass hier an der Uni die (inoffizielle) Mindestanforderung an einen Doktoratsstudenten 5 Publikationen auf guten Konferenzen oder in Journals sind, dann erscheinen mir die 5 Einträge für die gesamte Uni als doch etwas lächerlich.

kleiner Schelm
20.09.2010 09:58
Professoren habens auch keine bekannten ...

Sonst hättens auch Veröffentlichungen. Passt ziemlich gut zu dem was FHs machen:
- Große PR Abteilung, viel Werbung
- Minimalausstattung an Personal, wenns geht nebenberuflich und bloß keine eigene Forschung.
Das mag für eine FH passen - für eine Uni mit Anspruch Fächer in Wissenschaft zu vertreten jedenfalls nicht.

Harald Stummer
 
20.09.2010 09:41
vielleicht sollte der autor mal seine eigenen suchfähigkeiten überprüfen ...

die umit ist nicht in innsbruck, daher findet die suchmaschine knapp 270 scopus publikationen nicht.

zu vergleichbaren zahlen:
, scholar google ranking welt weit: umit Platz 3.014, MedUniGraz 3.314, auch die berühmte MedUni Innsbruck nur Platz 2.687, das ist für eine so junge und kleine Universität ziemlich gut ...

mind the gap
21.09.2010 10:27
was soll den scholar google ranking sein?

das würd mich mal ehrlich interessieren.
wie wäre es wenn wir einfach ISI impactfactors, von mir aus auf Anzahl der wiss Mitarbeiter, zum ranking heranziehen

Harald Stummer
 
05.10.2010 23:18
isi

abgesehen davon, dass dieser index massiv nach disziplinen verfälscht ist gerne:
Results found: 135
Sum of the Times Cited [?] : 510

Average Citations per Item [?] : 3.78
h-index [?] : 12
auch ein h index von 12 ist nicht so schlecht, oder?

A. Sieberer
20.09.2010 07:57

Es ist geradezu unverschämt, wie das Versagen einer Uni hier auf die Studenten abgewältzt wird. Diese Arroganz der "richtigen" Doktoren, die sich weiß Gott was einbilden auf ihre "richtigen" Doktortitel, weil sie einige Jahre - häufig möglichst praxisfern - im Elfenbeinturm der Wissenschaft verbracht haben.

Gerade an den Gesundheitswissenschaften studieren sehr, sehr viele, die jahrzehntelange praktische Erfahrungen in einem wissenschaftlichen Umfeld aufbereiten und damit eine Kompetenz erwerben könnten, die so manchem "Vollzeitforschdoktor" erst nach jahrelanger Praxiskonfrontation bewußt wird.

Wenn die Uni das Versprochene nicht bieten kann, sind die Studenten die Leidtragenden. Zusätzlich Hohn ist nicht angebracht.

Genosse aus der Gosse
20.09.2010 22:51

Sie haben nicht verstanden was der sinn eines doktorates ist...das hat mit praktischer tätigkeit, in welchem umfeld auch immer, nichts zu tun.

Kantojyrsin
20.09.2010 21:23
Ja?

Ich gebe Ihnen ja recht, manche Fachgebiete erfordern mehr Praxisbezug, andere weniger. Ein Mediziner wird kaum eine Studie über die Wirksamkeit des Medikaments x bei der Krankheit y veröffentlichen können, wenn er keine Daten aus der Praxis vorweist. Andererseits ist es für einen Philosophen wahrscheinlich nicht dringend notwendig, die "Praxis" (wie sähe die da überhaupt aus?) bei Überlegungen zu dem, wie man etwas erkennen kann, miteinzubeziehen. Aber wieso soll das eine schlechter als das andere sein?

A. Sieberer
21.09.2010 10:57

Keiner verlangt, dass ein Philosoph praxisnah forscht.
Hier ging es um Gesundheitswissenschaften, ein Bereich in dem ein Großteil aller Gesundheitsberufe von akademisch wissenschaftlicher Arbeit ausgeschlossen war (Pflege, Physio-, Ergotherapie, Logopädie, Hebammen, Diatologen,...).
Eine breitere Sichtweise mit praxisrelevanten Schwerpunkten (v.a. wie bringe ich die Erkenntnisse zum "Verbraucher" und mache sie umsetzbar) ist dringend notwendig, wenn wir uns die Schlagzeilen der letzten Monate über den Gesundheitszustand der Österreicher anschauen.
Da geht es nicht um "gekaufte Schmalspurdoktortitel", sondern um dringend notwendige Einbindung von praktischer Erfahrung in wissenschaftliche Forschung.

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