Hamas ist Wasserpark mit unverschleierten Frauen ein Dorn im Auge
Gaza - Dutzende mutmaßlicher Islamisten haben am Sonntag
eine beliebte neue Touristenanlage im palästinensischen Gazastreifen
verwüstet. Der Leiter des "Crazy Water Park", Alladein al-Araj,
teilte mit, etwa 40 unbekannte Angreifer hätten den Ort in den frühen
Morgenstunden gestürmt. Sie zerstörten den Angaben zufolge die
Einrichtung und setzten unter anderem das Verwaltungsgebäude und ein
Restaurant in Brand. Sie hätten zudem die Wächter gefesselt und
verprügelt, hieß es in einer Pressemitteilung.
Hamas wollte Schließung des Wasserparks
Araj sprach von einem "schrecklichen Angriff", für den er die
im
Gazastreifen herrschende Palästinenserorganisation Hamas
verantwortlich machte. Diese hatte zu Monatsbeginn eine dreiwöchige
Schließung der Ferienanlage angeordnet. Der erst vor einigen Monaten
eröffnete Wasserpark, in dem sich Frauen unverschleiert und gemeinsam
mit Männern aufhielten, hatte bei Islamisten für Verärgerung gesorgt.
Die radikal-islamische Hamas hat mit Hilfe ihrer Polizeimiliz bereits
zahlreiche Restaurants, Cafés und Hotels im Gazastreifen geschlossen,
mit der Begründung, diese verstießen gegen die islamische Tradition.
"Ich bin sehr erstaunt darüber, dass es fanatische Menschen
gibt,
die die Entwicklung des Tourismus im Gazastreifen behindern wollen",
sagte Al-Araj, ein ehemaliger Wirtschaftsminister in der früheren
Einheitsregierung von Fatah und Hamas. Hamas hatte im Juni 2007
gewaltsam die Kontrolle im Gazastreifen übernommen und zahlreiche
Repräsentanten der Fatah aus dem Küstenstreifen verbannt. (APA/dpa)