Vor der Wahl

Politiker irritierte mit auf Stirn eingeritztem Hakenkreuz

19. September 2010, 13:14

Behauptete überfallen worden zu sein - Laut Arzt vermutlich selbst zugefügt

Malmö/Stockholm - Ein Regionalkandidat der ausländerfeindlichen "Schwedendemokraten" hat in der Woche vor den heutigen Wahlen in Schweden mit einem in die Stirn geritzten Hakenkreuz landesweit für mediales Aufsehen gesorgt. Der 24-jährige Politiker behauptete, am 10. September von zwei maskierten Männern überfallen und mit einem Messer im Stil des Quentin-Tarantino-Films "Inglorious Basterds" verunstaltet worden zu sein. Nun stellte sich heraus, dass er den Überfall vermutlich erfunden und sich die Wunde selbst beigebracht hat.

Die "Schwedendemokraten" hatten den angeblichen Vorfall in der Vorwoche im Wahlkampf genutzt. Parteichef Jimmie Akesson stellte öffentlich Vermutungen an, dass es sich um eine Attacke politischer Gegner gehandelt habe. In einem öffentlichen Brief beschuldigte Akesson die "extreme Linke" der Gewalt und nannte den Vorfall "eine der schlimmsten politischen Taten, die unser Land in moderner Zeit erlebt hat".

Arzt: Selbst eingeritzt

Am gestrigen Samstag wurde durch die in Malmö erscheinende Tageszeitung "Sydsvenska Dagbladet" bekannt, dass ein Polizeiarzt nach Untersuchung der Wunde auf der Stirn des Jungpolitikers zu dem Schluss gekommen war, dass der 24-Jährige sich das Hakenkreuz selbst in die Stirn geritzt hat.

Die Wunde sei nach Beurteilung ihrer Lage und Form mit einer Wahrscheinlichkeit von neun zu eins selbst zugefügt. Ein Polizeisprecher bestätigte daraufhin, dass es aufgrund der ärztlichen Untersuchung Zweifel an der Tatbeschreibung des angeblichen Überfallopfers gibt.

Der 24-Jährige ist Parteikandidat sowohl für den Gemeinderat in Malmö als auch für das "Landsting" der Region Schonen (Skane). Die "Schwedendemokraten" haben laut Umfragen am Sonntag gute Chancen, erstmals auch in das Schwedische Parlament (Reichstag) einzuziehen. (APA)

Kommentar posten
16 Postings
ich bin rapid-fan
00
5.11.2010, 19:03

Etwas betrunken nehm ich an.

Raptor Jesus
02
20.9.2010, 10:09
Erinnert ein bissl an die Frau die sich während der amerikanischen Präsidentenwahl das B auf die Backe geritzt hat. Falsch herum versteht sich, aber das konnte man vom Spiegel nicht serhen.

Der Trick ist einfach zu billig!

Bumm Uckl
00
21.9.2010, 12:52
Es wär interessant

ob der Arzt NUR deswegen auf Selbstverstümmelung tippt, weil das Hakenkreuz mutmaßlich verkehrt rum ist. immerhin könnten ja auch eventuelle Angreifer zu blöd gewesen sein und nicht wissen, wie ein ordentliches Nazi-Hakenkreuz auszusehen hat.

hannes bendel
00
20.9.2010, 07:53

kann mir schon vorstellen, dass man herausfinden kann ob er es selbst gemacht oder ob es ein anderer gemacht hat..so wie die schnitte geführt sind...die
richtung und die tiefe der schnittstellen...von wo wohin geschnitten wurde...aber wenn er es selbst gemacht hat, dann ist er politiker mit leib und seele...denn er schreckt nicht davor zurück, auch durch körperverstümmelung wählerschaft an sich zu binden...

[insert nick]
11
19.9.2010, 22:42
Zweifel am Arzt

Hab zwar noch keine abgeschlossene medizinische Ausbildung, kann mir aber schwer vorstellen, wie ein Arzt feststellen will, wer die Wunde zugefügt hat.

Höchst dubios das Ganze (auf beiden Seiten).

Raptor Jesus
01
20.9.2010, 10:43
Natürlich ist da ein reichlich überbezahlter Arzt, dessen Aufgabe es ist, dubiöse Angaben über Verletzungen zu machen, die jeder Laie auch durchschauen kann.

Genannten Laien rate ich einfach mal nachzugooglen.

Deathflyer
11
19.9.2010, 17:27

Pfu, jetzt weiß ich zumindest, dass das Niveau noch tiefer als auf Strache-Ebene sinken kann...

der kleine prinz
 
02
19.9.2010, 14:21

da hat er wohl vorher 3 bier zuviel getrunken.

Bei uns hat jeder das Recht auf Meinungszensur
02
19.9.2010, 13:29
krank

vielleicht sollte man ihn zu seinem eigenen Schutz in eine Nervenheilklinik einliefern.

www.pi-news.net
34
19.9.2010, 13:47
Eine höchst Fragwürdige analyse des arztes! Hast du dich mit dem thema beschäftigt? Ich schon!

Zala Manda
11
19.9.2010, 16:47
grün - mit bedingung:

bitte erklären, WARUM die analyse des arztes fragwürdig sein soll.

van.der.stiege
32
19.9.2010, 15:45
nunja....

... ist wohl die letzte möglichkeit um die sverigedemokraterna als idioten hinzustellen.

nächste woche (wenns zu spät ist) kommt dann sicher eine analyse eines anderen arztes oder es wird sich rausstellen, dass dieser arzt eine politische funktion fuer eine andere partei inne hatte und daher "nicht objektiv" sein kann :-)

radiohead
03
19.9.2010, 19:28

wow, die mit abstand fundierteste analyse zu diesem thema, die ich je gelesen habe.

sonst sind bauchgefühl-kaffeesud-ferndiagnosen hier zu lesen, aber dieses mal nur fakten und beweise penibel und genau aufgearbeitet. danke.

van.der.stiege
01
19.9.2010, 20:05
bissl background info fuer dich:

gab erst vor 1 oder 2 wochen einen skandal, dass ein arzt gern aufgrund einer krankheit nur geringfuegig arbeiten wollte (20 stunden pro woche arbeiten, 20 stunden a-kassa ersättning konsumieren - also krankengeld)

ärzte haben konstatiert, dass er gesund genug ist um vollzeit zu arbeiten - war aber ein kleiner skandal fuer die reinfeldt regierung (zwingen leute zum arbeiten obwohl sie eigentlich krank sind und so....)

später stellte sich raus, dass dieser arzt mona sahlins sozialdemokraten sehr nahe stand und sich instrumentalisieren hat lassen um die unmenschliche arbeitspolitik der moderaten vorzufuehren.

Nick Tameer
00
21.9.2010, 12:30

Ah, diese onersättligen Sozen!

fauler Student
00
20.9.2010, 15:35

Hat ja zwingend wahnsinnig viel miteinander zu tun.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.