Gesundheitsminister: 83 Prozent des konventionellen Tierfutters für die Fleischproduktion mit Gensoja
Wien - Garantiert gentechnikfreie Lebensmittel sollen in Österreich ein
eigenes Gütesiegel erhalten. Diesen Vorschlag unterbreitet Gesundheitsminister
Alois Stöger. "Die Bevölkerung
ist gegen Gentechnik in Nahrungsmitteln. Wenn nun Gentechnik versteckt über
Futtermittel ins Essen kommt, muss das aufgezeigt werden", zitierte das Blatt
den Ressortchef.
Stöger habe die gesetzlichen Vorbereitungen für das
"Gentechnikfrei-Gütesiegel" ausarbeiten lassen. Auf Basis des
Regierungsprogramms sollen die strengeren Qualitätskriterien samt regelmäßiger
unabhängiger Kontrollen umgesetzt werden. Derzeit enthalten laut
Gesundheitsministerium 83 Prozent des konventionellen Tierfutters für die
Fleischproduktion Gensoja, berichtete die "Krone".
ÖVP: "Verunsicherung der Konsumenten"
In einer ersten Reaktion kritisierte ÖVP-Konsumentenschutzsprecherin Gabriele Tamandl den Stögers Plan als
Verunsicherung der Konsumenten. "Laut EU-Verordnung muss heute schon
gekennzeichnet werden, wenn Lebensmittel GVO enthalten. Damit ist
sichergestellt, dass in Österreich keine transgenen Schweine, kein GVO-hältiges
Saatgut, keine ungekennzeichneten Lebensmittel in den Supermärkten bzw. am Markt
sind."
Dem Konsumenten müsse auf einen Blick klar sein, dass ein Produkt sicher und
qualitativ wertvoll ist. Das sei mit dem Kontrollsystem des AMA-Gütesiegels
bereits sichergestellt, betonte Tamandl.
Statt "ein neues Pickerl für das Essen einzuführen" solle Stöger
Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich von einem Importverbot von
Gentechnik-Futtermitteln überzeugen, sagte BZÖ-Agrarsprecher Gerhard Huber. (APA)