Gewaltiges Massen-Fischsterben in Louisiana gibt Rätsel auf

17. September 2010, 20:14

Hunderttausende tote Meerestiere in altem Flussarm entdeckt - Behörden bezweifeln Zusammenhang mit Ölkatastrophe

Washington - Fünf Monate nach Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko gibt ein massives Fischsterben am Mississippi-Delta Rätsel auf. In einem alten Flussarm im US-Staat Louisiana wurde in der vergangenen Woche ein riesiger Teppich toter Meerestiere entdeckt. Nach Schätzungen könnten es mehrere Hunderttausend Kadaver sein - unter anderem von Flundern, Rotbarschen, Stachelrochen und Forellen. Die Behörden bezweifeln, dass die Tiere Opfer der Ölkatastrophe geworden seien.

Sie führen das massenhafte Verenden in dem Bayou Chaland auf Zonen mit niedrigem Sauerstoffgehalt zurück, wie sie jährlich in der Region auftreten sollen. Einen Zusammenhang mit der Ölkatastrophe sehen sie nicht. Umweltschützer und Lokalpolitiker jedoch sind skeptisch, sie fordern eine umfassende Untersuchung. Die Gesellschaft National Geographic zitierte Experten mit den Worten, dass möglicherweise beides zusammenkomme und die Ölpest die natürlichen Umstände verstärkt sowie verschlimmert habe.

Tote Fische und Seesterne

Von örtlichen Behörden verbreitete Aufnahmen zeigten im Chaland-Flussarm ein gigantisches Feld, das von weitem wie gepflastert aussieht. Leblose Tiere schwammen dicht an dicht mit der glänzenden Unterseite nach oben auf dem Wasser. Zuvor seien bereits in der nahe gelegenen Barataria Bay massenhaft tote Seesterne entdeckt worden, berichtete der Sender CBS. Am vergangenen Montag trieb ein junger Wal leblos nahe Venice (Louisiana) im Wasser.

Nach der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" am 20. April waren nach Schätzungen rund 660.000 Tonnen Rohöl ins Wasser geflossen, bevor das Leck Mitte Juli provisorisch abgedichtet werden konnte. Umweltschützer fürchten Langzeitfolgen für das Meeresleben - unter anderem durch Sauerstoffmangel, verursacht von den unzähligen ölfressenden Mikroben.

Geringer Sauerstoffgehalt

Nach Angaben von Olivia Watkins von der Fischereibehörde ist das Fischsterben tatsächlich auf einen geringen Sauerstoffgehalt zurückzuführen - verursacht durch einen niedrigen Wasserstand und hohe Temperaturen. Der Flussarm sei in Ebbe-Zeiten vom Golf von Mexiko abgeschnitten, die Fische würden eingeschlossen und erstickten, zitierten Medien Watkins.

Auch der Landrat von Plaquemines Parish, Billy Nungesser, erklärte, dass ein großes Fischsterben um diese Zeit nicht unüblich sei. Dieses Mal sei es jedoch extrem. Zudem seien viele Arten betroffen - statt wie sonst zwei bis drei. (APA/dpa)

Kommentar posten
Posting 26 bis 50 von 50
1 2
das kann nicht mit dem öldisaster in verbindung stehen

dann müßte ja bp zur verantwortung gezogen werden. das darf nicht sein, nach all den geldströmen in die "richtigen" taschen...

Also dem Wal wird der Sauerstoffgehalt relativ egal sein wenn es kein Kiemenwal ist.

Kann es sein dass die Meerestiere vor dem Dieselgestank in das relativ sauberere Deltawasser geflohen sind? Die Masse an Fischen auf dem Bild kommt mir nämlich unnatürlich groß vor.... Das würde dann auch den verstärkten Sauerstoffmangel in einem bei Ebbe abgeschnittenem Arm erklären.

Und der Wal hat wahrscheinlich Selbstmord begangen

ja ja, wale sind extrem selbstmordgefährdet, weil so sensibel....

Dem Wal ist der Sauerstoffgehalt vielleicht egal, nicht jedoch dem Krill, Fischen etc, den bzw die er frisst.

der Lärm von Fischerbooten könnt auch ein Grund sein

ja, man kann sich auch mal den magen mittels schlechtem öl gewürzten kleinfischtums versauen.

Eben daher die Schlussfolgerung. Stellen Sie sich mal vor wochenlang nur Ölkonserven zu essen...

da würde ich eher den inhalt bevorzugen...

Corexit 9500

Corexit ist das Mittel das zum binden des Ölteppichs verwendet wurde. Tonnenweise. In Europa ist das Zeug seid Jahren verboten wegen seiner extrem toxischen Eigenschaften. Hier liegt ein klarer Fall von Ursache - Wirkung vor.

artikel gelesen?

artikel gelesen?

Die Gesellschaft National Geographic zitierte Experten mit den Worten, dass möglicherweise beides zusammenkomme und die Ölpest die natürlichen Umstände verstärkt sowie verschlimmert habe.

glaubst, das reicht für eine BP-klage?

Einfach

Ja wenn denn immer alles so einfach wäre!

Die armen Tiere !!!!!!!!

...haben alle zu wenig geld für ärztliche versorgung....studienfach: "erste hilfe für ölgeschägte meeresbewohner" wäre sicherlich ein hit.

wie das riecht,

will ich jedenfalls nie erfahren.

Das obere Bild sieht aus wie

der Desktop von Windows 9.

wird dort nach erdgas gebohrt? könnt auch ein mit-grund sein. empfehle die doku "gasplanet" zu schauen.

Nach Biogas zu bohren scheint in der Gegend kurzfristig echt nicht notwendig zu sein....

das muss aber jetzt endlich das jüngste gericht sein...

du meinst wohl das Jüngste gerücht"...

oder der stinkste geruch.

ich fürchte auch...

jünger wird das fisch-gericht nimmer...

Ach du Sch....

magenverstimmung?...nimm etwas mehr brot dazu....

Kommentar posten
Posting 26 bis 50 von 50
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.