Gegner Präsident Rajapakses der Korruption für schuldig befunden
Colombo - Der srilankische Ex-General Sarath Fonseka ist
nach Armeeangaben von einem Militärgericht wegen Korruption zu drei
Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Richter befanden den Erzfeind
des amtierenden Präsidenten Mahinda Rajapakse für schuldig, dem
Rüstungsunternehmen seines Schwiegersohns einen öffentlichen Auftrag
zugeschanzt zu haben, wie die Nachrichtenagentur AFP aus
Militärkreisen erfuhr.
Die Entscheidung des Tribunals, das seine Urteile grundsätzlich
nicht öffentlich verkünde, müsse noch von Präsident Rajapakse
gebilligt werden. Zuvor hatte ein Militärgericht den früheren
Armeechef bereits wegen "Einmischung in die Politik" verurteilt und
ihm seinen Rang als Vier-Sterne-General und sämtliche Medaillen
aberkannt.
Festnahme nach der Wahl
Fonseka hatte die Armeeführung niedergelegt, bevor er Ende
Jänner
bei der Präsidentschaftswahl gegen Rajapakse antrat. Seine Niederlage
erkannte er nicht an. Zwei Wochen nach der Wahl wurde der General
festgenommen. Das Vorgehen der Polizei- und Justizbehörden gegen
Fonseka wurde von internationalen Menschenrechtsgruppen scharf
kritisiert.
Unter Fonsekas Kommando hatten die srilankischen Streitkräfte
die
fast vier Jahrzehnte dauernde Rebellion der Tamilen im Norden der
Insel niedergeschlagen. Dafür war er als Nationalheld gefeiert
worden. Kurz nach dem Sieg über die Unabhängigkeitskämpfer der
Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) zerstritten sich Fonseka und
Rajapakse und traten bei der darauffolgenden Präsidentschaftswahl
gegeneinander an. (APA)