Wiener Kulturpolitik

"Musicalbühnen kosten uns ein Vermögen"

19. September 2010, 00:10
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    foto: apa/neubauer

    Marco Schreuder

Grüner Kultursprecher Marco Schreuder fordert von SPÖ "weiteren Horizont" und die Unterstützung der jungen Szene

Marco Schreuder, Kultursprecher der Wiener Grünen, kritisiert die starke Konzentration der Wiener Kulturpolitik Richtung Musical. "Warum Wien immer noch Millionen in Musicals investiert, ist eine der großen kulturpolitischen Fragezeichen der Stadt und ein Erbe aus Zilks Zeiten", so Schreuder. "Musicals als Tourismusmagnet spielen keine große Rolle mehr. Trotzdem kosten uns zwei Musicalbühnen immer noch ein Vermögen." Schreuder will eine Kommission, die entscheidet, ob Musicals überhaupt Förderungen bekommen sollen. Sie soll sich vergleichbare Musicalbühnen in Deutschland ansehen, die ohne Subventionen auskommen - und so Schlüsse für Wien ziehen.

Außerdem sei die Kulturpolitik der Wiener SPÖ "noch immer geprägt vom Prinzip: Fördern wir Häuser und schauen wir, dass sich das Publikum freut." Es fehle an einem weiten Horizont, auch kreative Tätigkeit zu fördern. "Nachhaltige Kulturpolitik bedeutet auch in eine kreativ aktive Szene der Stadt zu investieren, eine Szene aufbauen lassen". Und Richtung Kulturstadtrat Andreas Maillath-Pokorny, der in einem derStandard.at-Interview die Förderungen für Junge lobte, meint Schreuder: '"Cash vor Culture" kann nur ein Beginn sein. Was nützen einem Jugendlichen 1000 Euro Förderung, wenn es keine leistbaren Proberäume gibt?"

Fremdsprachige Theaterstücke

Auch Mailaths Äußerungen zu MigrantInnen in der Kultur seien "erschreckend oberflächlich", meint der Grüne, in diesem Bereich gebe es noch reichlich Handlungsbedarf. "Dabei hat Wien eine enorme Tradition. So war es im Theater in der Josefstadt des 19. Jahrhunderts völlig normal, dass Theaterstücke in tschechischer Sprache aufgeführt wurden. Warum schaffen wir 2010 dieses Mainstreaming nicht?" So kann sich Schreuder in Wiener Theatern etwa auch türkisch- oder serbischsprachige Stücke vorstellen. (az, derStandard.at, 17.9.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2
killerbaerchen
00
25.11.2010, 14:01
Fragen Sie mal eine Mutter der ihr Kind...

... vergewaltigt worden ist ob es für die Tidesstrafe ist. Welche Antwort würde man da wohl bekommen?

Klar kostet Kultur Geld, das bestreitet niemand. Und das ist auch ganz gut so. Wollen wir Theater und Opernhäuser schliessen und damit einen sehr grossen Teil unserer eigenen Kultur aufgeben, noch mehr als wir es so oder so schon getan haben?

Das ist einfach lächerlich. Die grössten Opernwerke stammten von österreichischen Komponisten, einige der wohl packendsten Theaterwerke stammen aus österreichischer Feder. Wir können auf einen Schatz von hunderten, tausenden kulturell wertvollen Dingen zurück zugreifen.
Und lieber ist es mir das die jenigen die nicht in die Oper oder ins Theater gehen sich dem Musical zugehörig fühlen als dem ORF!

buena1vista1
10
21.9.2010, 14:10
aha ...

und Geld für tschechisch, türkisch und serbisch wäre dann vorhanden. Und das ist dann in Ordnung?

Und warum sollte es ein "kulturpolitisches Fragezeichen" sein, wenn Tag für Tag Tausende Leute zu Musicals ins Theater gelockt werden?

Sie derzeitige Auslastung TDV und IWNNINY = 98%. Wer kann schon solche Auslastungszahlen anbieten?

Also bitte halten sie den Mund Hr. Schreuder!

nbergmann
11
20.9.2010, 17:51
bravo marco!

sags mal laut!

Günther Hase
 
32
20.9.2010, 10:48
"Cash vor Culture" wtf^^?

egal, in eigener Sache:
Ich bin wirklich nicht jemand, der sofort schreit "und für sowas bekommt jemad a göd?" wenn ich etwas nicht verstehe. Aber warum MUSICALS? Wieso gibts für so an sch*s a göd?
Bitte, macht Vorträge und Gedichte in Fantasiesprache, schüttet euch mit Blut und Fäkalien an, malt Fensterbilder, gröhlt, grunzt, qietscht, von mir aus auch in felligen Moonboots ... aber wieso Musicals? Herr im Himmel, es gibt einfach nix belangloseres, nervigeres, peinlicheres, profaneres, schablonenhafteres als Musicals. Ich fühle mich so dermaßen provoziert und verletzt in meinen kreativen Gefühlen! Warum für diesen Kommerz öffentliche Gelder einstreichen?

buena1vista1
00
21.9.2010, 13:56
Peinlich!

Herr im Himmel, es gibt einfach nix belangloseres, nervigeres, peinlicheres, profaneres, schablonenhafteres als ihr doofes Posting!

Leben und leben lassen. Offensichtlich gefällt es Millionen von Menschen .... aber sowas fällt einzelnen schwer zu akzeptieren. Es zählt ja nur die "eigene Meinung" ... aber umso schneller sind sie dann entlarvt. ARMSELIG!

[momentan fehlender kreativer name]
00
20.9.2010, 14:07

liab ... fast hätt ich grün gegeben

Affe&Affe
02
19.9.2010, 19:05
Jaaaaa, bitte unbedingt türkischsprachige Aufführungen!!!

nbergmann
10
20.9.2010, 17:51
je mehr sprachen desto weltstadt

wenn man schon in wien lebt, dann soll man das auch merken es gibt ja ohnehin wr. neustadt, tulln, baden und viele andere sch/ö/n/öde städtchen...

1010001010001010010
23
20.9.2010, 09:10

müssen's ja nicht hingehen, herr Primat. deswegen lass ich mir nicht die ganze stadt in geiselhaft der provinzler nehmen. es gibt englisches und französisches theater in wien, warum nicht auch türkisches? packen's Ihren minderwertigkeitskomplex ein und geben's einen frieden.

Max Bialystock
52
19.9.2010, 17:45
Auch Politiker kosten uns Geld

vor allem solche wie Herr Schreuder

Heute sind Musical die er kritisiert

und Morgen?

Eine Kommission die beurteilt ob 80 jährige Rentner noch medizinische Hilfe bekommen?

Eine Kommision, welches Kind auf Staatskosten studieren darf?

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt in einer Diktatur.

nbergmann
10
20.9.2010, 17:48
gängige musical sind kultur für die masse

die brauchen genauso wenig dauersubvention wie blockbuster im kino . subventionieren sollte man produktionen, die wirkliche innovationen bringen und neues wagen

wolkenberg
01
20.9.2010, 16:27

sind sie noch ganz bei sich?

Marco Schreuder
13
20.9.2010, 09:48
darf ich mal fragen....

....warum ich mehr geld kosten sollte, als andere politiker, da sie ja "vor allem" schreiben? ich habe keine landesbank an die wand gefahren, habe keine buwog verkauft, keine stadt wien gelder ausgegeben damit meine partei viel geld verdient (bin ja nicht an der gewista beteiligt) usw.

ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass musicals anderswo ohne subventionen oder mit wenig subventionen das auslangen finden, in wien aber ein vermögen ausgegeben wird. steuergelder.

superglide
00
3.10.2010, 12:58
ich sehe diese initiative als wichtigen ansatz

zur wachsenden verhinderung von prominenz interviews im tv . die alles ernsthafte an die kante drängt.
"kult" birgt wie kitsch die gefahr der alllgemeinen banalisierung von wirklich wichtigen ideen in sich.
ich warte immer noch auf eine cd mit "uwe kröger singt
kurt weill".. wirds nie geben.
vielleicht zum glück.

plasticfly
06
19.9.2010, 20:16

Musical wird doch dem Rest der Theaterwelt immer als das vorgehalten was die Menschen ja sowieso sehen möchten - angeblich immer ausverkauft, eine kaum zu befriedigende Nachfrage - daher ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Subvention schon erlaubt möchte ich meinen

Zomby Woof
01
20.9.2010, 14:50

Richtig, das ist wie Entwicklungshilfe an China.

Derfdeswoarsein
 
11
19.9.2010, 15:45
Nicht nur Musicalbühnen kosten Geld, auch Opern und alles andere.

Wie im "gelobten Land" auch, sollen alle diese Bühnen ohne Steuergelder auskommen - oder zusperren wenn sie das nicht können. Mit meinem Steuergeld wird das finanziert, und dann muß ich noch ein Vermögen für eine Eintrittskarte ausgeben.....falls ich überhaupt eine bekomme.

Robert Waloch
10
20.9.2010, 14:29
"Vermögen" = ???

Staatsoper - Stehplatz 3 Euro, Sitz ab 10 Euro
Volksoper - hinterer Logensitz 5 Euro
Volkstheater - Seitensitz 1. Rang 5 Euro
etc., etc.
KINO : um die 9 Euro
Pop-Konzerte : Stehplätze ab 60 Euro aufwärts
WIE entscheiden Sie sich, so Sie's "vermögen"?

wolkenberg
10
20.9.2010, 16:31

wenn ich in der staatsoper vermessenerweise etwas hören UND sehen möchte, lege ich nicht unter € 45,- ab - und da hab ich nachher einen steifen hals.

im burgtheater sieht und hört man bereits ab dem zweiten rang nicht mehr gescheit, weil die inszenierungen alle nur für's parkett gemacht werden.

und kommen's mir bitte nicht mit den stehplätzen: ich halte das dortige publikum bereits seit über 40 jahren im schädel nicht aus.

Robert Waloch
22
21.9.2010, 18:47
Tja, Arroganz kostet...

Aber ein Vorschlag für Sie als End- und für die anderen als Erlösung: Bleiben's daheim, dort kosten Versteifungen meistens nix...

1010001010001010010
00
20.9.2010, 09:14

waren's schon einmal im theater?
hier können's nachschauen, was es z.b. im burgtheater kostet:
https://www.culturall.com/ticket/ibur/
um €2,5 kriegen's nicht einmal einen kaffee.

KTHXBYE
510
19.9.2010, 09:50
" So kann sich Schreuder in Wiener Theatern etwa auch türkisch- oder serbischsprachige Stücke vorstellen"

Waum ist die GrünInnen-Website nicht vollständig in türkisch oder serbisch verfügbar? Schreuder, geh Du voran. Achso, kostet eigenes Geld, und gewählt werden die von beiden sowieso nie.

Ich kann mir auch ein Wien ohne Güne vorstellen.

Truhe
 
12
19.9.2010, 17:31

Ich kann mir auch ein Standardforum ohne KTHXBYE vorstellen, bei dem Nick frag ich mich sowieso schon seit Ewigkeiten wannst dich jetzt endlich schleichst...

KTHXBYE
21
19.9.2010, 19:14

Ich bleibe, nur damit Du nicht so alleine bist.

frauvonkiki
22
19.9.2010, 12:09

ein anders sprachiges stück kostet nicht mehr oder weniger wie ein deutschsprachiges stück. eine serbische website kostet, eine deutsche auch. extra übersetzungen kosten extra. 44% der wr. bevölkerung ignorieren kostet auch...

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