Adipositas

Entscheidende Gene verändern sich

17. September 2010, 12:47
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    Ernährung beeinflusst schon während der Schwangerschaft die Gene des Kindes

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Anhaltende chemische Veränderungen der Gene in Zusammenhang mit Fettsucht gebracht - Umweltreize spielen eine entscheidende Rolle

Baltimore - Die Gene eines Menschen spielen eine wichtige Rolle bei der Festlegung der Form unseres Körpers. Diese Rolle dürfte jedoch bei der Zeugung nicht für immer fixiert worden sein. Andrew Feinberg von der Johns Hopkins University School of Medicine und Daniele Fallin of the Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health gehen davon aus, dass es im Laufe des Lebens zu chemischen Veränderungen der Gene kommen kann, die bestimmen, wie dick ein Mensch wird. Die ererbten DNA-Sequenzen werden dabei nicht verändert.

Umwelt verändert Gene

Die aktuelle Studie ist laut NewScientist die erste, die anhaltende chemische Veränderungen der Gene mit Fettsucht und dem Körpergewicht in Zusammenhang bringt. Diese Forschungsergebnisse verstärken den Eindruck, dass nicht nur die Gene wichtige Körpereigenschaften bestimmen. Umweltreize und -bedingungen können ebenfalls eine Rolle spielen, indem sie die Genaktivität verändern. Diese epigenetischen Veränderungen beeinflussen, ob Gene aktiv sind oder nicht. Die DNA-Sequenz ist davon nicht betroffen.

Diese neuen Forschungsergebnisse beziehen sich auf epigenetische Veränderungen bei der Methylierung. Durch das Hinzufügen von Methylgruppen zur DNA können Gene aktiviert oder deaktiviert werden und die Aktivität eines Gens eingeschränkt werden. Feinberg und Fallin bildeten die Methylierung der DNA von 74 Erwachsenen ab, die einer ganzen Reihe von Körpertypen entsprachen. Die Wissenschaftler suchten nach Mustern, die anhaltend sind und bereits früh im Leben oder sogar im Mutterleib festgelegt wurden.

In einem ersten Schritt wurde die DNA der Freiwilligen erstmals 1991 sequenziert. Danach wählten die Forscher 227 Bereiche mit Methylierungsmustern aus, die innerhalb der Mitglieder der Gruppe besonders große Unterschiede aufwiesen. Die gleichen Personen wurden 2002 erneut untersucht, um festzustellen, welche Muster sich nicht verändert hatten. Variationen in diesen Mustern müssten demnach bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt erfolgt sein.

Es zeigte sich jedoch, dass nur 119 der 227 entscheidenden Bereiche gleich geblieben waren. Diese Gruppen wurden dann mit den jeweiligen Körpertypen in Übereinstimmung gebracht. Die Wissenschaftler identifizierten in der Folge 13 methylierte Gene, die bei übergewichtigen oder fettsüchtigen Teilnehmern eher vorhanden waren als bei normalgewichtigen.

Ernährung in der Kindheit

Diese chemischen Veränderungen könnten als Reaktion auf Umweltbedingungen wie die Ernährung in der Kindheit oder sogar jener der Mutter während der Schwangerschaft entstanden sein. Feinberg erklärte, dass derzeit nicht erforscht sei, in welchem Ausmaß Gene und Umwelt gemeinsam zu diesen permanenten Veränderungen der Methylierung führen. Beide werden jedoch von den Wissenschaftlern für wichtig gehalten. (pte)

Details der Studie wurden in Science Translational Medicine veröffentlicht:

Personalized Epigenomic Signatures That Are Stable Over Time and Covary with Body Mass Index

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20 Postings
hed
20
20.9.2010, 03:19
wo bleibt nur ddddr. dagmar rehak?

ein viertelkilo salz pro tag plus streichen un dbumsen und das leben ist perfekt ;-)

DagmarRehak
 
00
25.9.2010, 19:32
Bin schon da!

Tut mir Leid, dass ich zu spät komme. Eine aufmerksame Leserin hat mich soeben darauf aufmerksam gemacht, dass ich hier noch nichts geschrieben habe.

fuchstritt
01
19.9.2010, 11:46

warum krieg ich grad so einen guster auf pommes????

triebstrü
 
10
17.9.2010, 17:42
"Die ererbten DNA-Sequenzen werden dabei nicht verändert."

Das ist die offizielle Sprachregelung. Die ist aber schlichtweg falsch.
Wenn das Cytosin methyliert wird, dann ist es eben kein Cytosin mehr, sondern ein Methylcytosin. Da das Cytosin bzw. Methylcytosin Bestanteil der Basenfolge in der DNA ist, liegt sehr wohl eine Veränderung der Basensequenz vor.

Man kann jedoch bei dieser falschen Sprachregelung ein Auge zudrücken, weil die Methylierungen ja immer ausserhalb der codierenden Regionen stattfinden, sodaß sich an den Genprodukten - den Proteinen - nichts ändert.

DagmarRehak
 
00
25.9.2010, 19:34
Geh, kwakwakwa!

So ein Methyldings ist einfach nur ein Pickerl über einem Gen, wie bei meiner Lochkarte, wennsd dich noch erinnern kannst.

hed
00
20.9.2010, 03:20
schlichtweg falsch...

weil? warum?

TanteMitzi
00
18.9.2010, 14:17

Im Umkehrschluss ist aber denkbar, dass sich die Änderung auch wieder rückbilden kann, je nach Umgebungseinflüssen.

Der Beitrag geht nicht darauf ein, wieweit das Nahrungsüberangebot oder die Bewegungsarmut Ursachen sind.

sy
00
17.9.2010, 19:00

kann eine Methylcytosin nicht mehr mit Guanin paaren?

triebstrü
 
01
17.9.2010, 19:44
Ja, doch.

Das scheint nun tatsächlich die entscheidende Schwachstelle in meiner Argumentation.
Jedoch.
Das C wird nur dann methyliert, wenn die Sequenz CG vorliegt. Am Gegenstrang liegt dann dort ebenfalls die Sequenz CG vor, und das C wird auch dort methyliert, sodaß die Basensequenzänderung auf beiden DNA Strängen stattfindet.

Rumo von Zamonien
13
17.9.2010, 14:47

Hm, hab jetzt Lust auf Pommes.

maxbz
00
17.9.2010, 14:43
Wird die Genveränderung vererbt?

triebstrü
 
11
17.9.2010, 17:23
Ja, sie kann vererbt werden.

Ob epigenetische Veränderungen vererbt werden können, ist gegenwärtig ein heisses Thema in der Epigenetik-Forschung. Die Alteingessesenen sagen Nein, die jungen Revoluzzer sagen Ja. Die jungen Revoluzzer haben einige Studien, welche die Vererbarkeit beweisen.

Bei der Bildung der Keimzellen, werden die Gene demethyliert, um dann wieder neu methyliert zu werden. Selbiges passiert nach der Befruchtung der Eizelle nochmals.

Susi Teuschler
00
18.9.2010, 05:27
Stellt das nicht die Evolutionstheorie ziemlich auf den Kopf?

Stellt das nicht die Evolutionstheorie ziemlich auf den Kopf?

triebstrü
 
13
18.9.2010, 08:26
Ziemlich.

Da deutet sich ein Paradigmenwechsel an. Dem Darwin wird kräftig ans Bein gepinkelt, und der totgesagte Lamarck mit seiner Vererbung erworbener Eigenschaften schaut grinsend zu.

Die Darwin-Päpste laufen Amok.

hed
11
20.9.2010, 03:25
ja, wir sehen, wie die gesamte fachwelt

davor zittert, dass ihnen prof.dddr. triebstrü (bekannt für seine studien) ans bein wischerlt...

ist ihnen das alles nicht zu peinlich?

Hengstenberg´s Orig. Span. Sherry Essig España
01
19.9.2010, 01:22

Allerdings tun sie das. Sagen Sie bloß mal Lamarck und manche von denen haben über Generationen blau-grün-rosa schimmernden Schaum vor dem Mund

gärtner
00
17.9.2010, 15:20

"...beeinflussen, ob Gene aktiv sind oder nicht.
Die DNA-Sequenz ist davon nicht betroffen"

also nein.

sy
00
17.9.2010, 19:01

Hi, in einer Wissenschaftssendung wurde vor kurzem gesgat, dass die Methylierungen wohl nach 1-2 Generationen "verlorengingen".

powerpack
01
17.9.2010, 13:28

es gibt inzwischen ja schon einige untersuchungen die diese veränderung der gene durch umwelteinflüsse aufzeigen. dies ist wirklich interessant!

DagmarRehak
 
00
25.9.2010, 19:38

Ich finde das auch sehr interessant.
Bis jetzt hat man die Gene ja so wie Computer-Software angesehen. Dass sich die kwasi bei Bedarf verselbständigt und verändert, passt nicht in unsere primitive Vorstellung von Genen.

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