Wien-Verkehr

Grüne wollen autofreie Josefstädter Straße

Julia Schilly, 17. September 2010, 15:30
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    foto: die grünen

    So könnte die Josefstädter Straße (Bild Höhe Theater in der Josefstadt) auch aussehen, meinen die Grünen: Eine Fußgängerzone mit Straßenbahn

9.000 Autos fahren täglich durch die belebte Einkaufsstraße im achten Wiener Gemeindebezirk - Das muss nicht sein, meinen die Grünen

Der achte Wiener Gemeindebezirk ist mit einer Fläche von rund einem Quadratkilometer der kleinste Bezirk, aber stark von Durchzugsverkehr belastet: Täglich fahren rund 9.000 Autos durch die Josefstädter Straße*. Geht es nach Alexander Spritzendorfer von den Grünen, soll sich das innerhalb der kommenden fünf Jahre ändern: Am Freitag stellte er seine Vision einer autofreien Josefstädter Straße mit leicht verändertem Schienenverlauf für die Straßenbahn vor.

Der Ausbau solle schrittweise passieren: Wenn ein Probebetrieb am Wochenende von der Bevölkerung gut angenommen wird, könnte die Josefstädter Straße auch an Wochentagen zur Fußgängerzone werden. Zulieferanten dürfen aber, ähnlich wie etwa am Graben, weiterhin Zufahrt zu den Geschäften bekommen. Beispiele von stark befahrenen Straßen, die zu Fußgängerzonen wurden, gibt es bereits - wie etwa die Favoritenstraße oder die Kärntnerstraße.

Vorbild einmal mehr Skandinavien

Als Vorbild bei der Umsetzung könnten skandinavische Städte dienen, die ähnlich enge Straßenzüge wie Wien haben. Eine Idee greifen die Grünen für die Josefstädter Straße auf: die verschränkte Schienenführung. Dadurch könnte an der engsten Stelle der Straße, vor dem Theater in der Josefstadt, Platz für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden (siehe Bild). Durch gute Koordination der Züge entstehen mit diesem Konzept auch ohne parallele Schienenführung keine Wartezeiten. "Unser Projekt ist ohne große Umbaumaßnahmen umsetzbar - es würden keine langen Verzögerungen durch Baustellen entstehen", ergänzt Spritzendorfer.

Parallel zu diesem Projekt wollen die Grünen auch in der Florianigasse eine Verkehrsberuhigung. "Es kann nicht sein, dass der Verkehr der Josefstädter Straße dann auf die Florianigasse ausweicht", sagt Spritzendorfer. Die MA 46 habe zu dem Thema bereits eine Verkehrsstudie beauftragt, in deren Rahmen zehn Varianten für die Verkehrsverbindung Florianigasse bis Uhlplatz ausgearbeitet wurden. Die Grünen fordern eine weitere Prüfung dieser Varianten und einen Ausbau der Strecke zu einer sicheren Fahrradverbindung parallel zum Gürtel.

Stadt Wien: "Kein aktuelles Planungsprojekt"

Im Büro von Rudolf Schicker, Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr der Stadt Wien, gibt man sich auf derStandard.at-Nachfrage zu den Vorschlägen der Grünen bedeckt: "Es gibt kein aktuelles Planungsprojekt. Grundsätzlich prüfen wir alle Ideen, die am Tisch liegen", sagt Martin Schipany, Mediensprecher von Rudolf Schicker, Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr.

Radfahrerbezirk Josefstadt

Schon jetzt wird in der Josefstadt trotz des starken motorisierten Verkehrsaufkommens viel geradelt. Nach Angaben des Verkehrsclubs Österreich werden in dem Bezirk zehn Prozent aller Wegstrecken mit dem Fahrrad zurück gelegt. Das ist der höchste Anteil von Radverkehr in ganz Wien.

Eine Frage bleibt dann doch offen: Wohin weichen die tausenden Autos pro Tag aus? Christoph Chorherr meint: "Es gibt immer die Annahme, dass Autoverkehr eine Konstante ist. Die Rechnung der Stadt Wien, den Straßenverkehr von einer Gasse in die andere zu verlegen, geht nicht auf." (red, derStandard.at, 17. September 2010)

* Die Zahlen stammen von der MA 46 aus dem Jahr 2008

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warp.faktor
00
Ich hab nichts gegen eine weitere FuZo, aber ...

... bitte unter Verzicht sämtlicher überflüssiger Umbau- und Behübschungsbauten, von ein paar Bankerl natürlich abgesehen.

Die Zusammenlegung von Schienen- und Radwegen (s. Bild) ist jedenfalls ein Schildbürgerstreich 1. Ranges!
Auch wenn damit eine künstliche Engstelle im Schienennetz gemeint ist, ist das Schwachsinn, denn dann müsste die Bim jedes mal das Ausfahren des entgegenkommenden Zuges abwarten, bevor sie in den Haltestellenbereich einfahren kann.

Nikolaus Backhuhn // master expert
00
19.7.2011, 15:23
also die grössenverhältnisse stimmen ja wohl überhaupt nicht

das sind locker 3m grosse menschen im verhältnis, super grafik hehe

den vorschlag find ich super, privatverkehr innerhalb des gürtels wär auch cool, bzw nur warenlieferungen

das fliegende spaghettimonster
 
41
24.10.2010, 01:57
Kann mich noch an eine Diskussion hier im OnlineStandard erinnern,

da ging es um die A5. Die wurde von vielen verteufelt, denn die bis zu 50.000 Fahrzeuge, darunter nicht wenige SchwerLKWs, seien einfach zuwenig für eine Errichtung der Autobahn und die Fahrzeuge sollen gefälligst weiter durch Kollnbrunn und Gaweinstal fahren.

Damals waren 50.000 Fahrzeuge wenig, jetzt auf einmal sind 9.000 Fahrzeuge enorm viel, so viel nämlich, dass man Gegenmaßnahmen treffen muss.

Man sieht recht schön, was da für unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden.

Um nicht mißverstanden zu werden: ich bin für Fußgängerzonen, aber nicht nur für ausgewählte Großstadtbobos, sondern auch für andere Teile der Bevölkerung.

warp.faktor
00
Ich war und bin zwar gegen die A5 ...

... aber ich habe nichts gegen eine FuZo in Gaweinstal & Co.

Sie vergessen, dass sich durch die Zeitersparnis auf der Autobahn der Verkehr vervielfacht und jetzt alle bei McDonalds essen, statt bei der Gastronomie in den genannten Orten.

thinkonyourfeet
00
19.7.2011, 10:54
Dieses Argument ist wohl lächerlich...

Was für eine Autobahn wenig ist kann durchaus für ein Wohngebiet zu viel sein. Muss man Ihnen das extra erklären?
Innerhalb einer dicht bewohnten Stadt sollte es nicht selbstverständlich sein, dass man mit dem Auto fahren darf.
Früher hat man die Errichtung von Fussgängerzonen als den Tod einer Stadt an die Wand gemalt. Heute sind diese Zonen das blühende Leben...

mediocrity
02
21.9.2010, 14:43
Na endlich...

...kommt wieder ein bissl Schwung in die Verkehrspanung. In Wien wird immer weniger Auto gefahren - ist es da nicht komplett logisch, endlich wieder ein paar Strassen zu FuZos zu machen?

Mr. Spock
112
19.9.2010, 11:08

Nach der Meinung von vielen Postern duerfte es die Fussgaengerzonen in der Kaerntnerstrasse und am Graben nicht geben, da diese den ersten Bezirk in ein hoffnungsloses Verkehrschaos stuerzen wuerden.

Dies waren uebrigens die Argumente gegen die Errichtung der FuZos in diesen Strassen, da diese bis in die spaeten 70er Jahre noch triste Durchzugsstrassen waren. Es hiess damals, der innerstaedtische Verkehr wuerde zusammenbrechen und die Geschaefte wuerden sterben.

All dies ist natuerlich passiert, oder? Typisch Wiener Raunzer-Reflex: "Des kann ned gehen, des wird nix, ...".

Jedenfalls haben die FuZos den Bezirk massiv aufgewertet. Das gleiche wuerde im 8ten passieren. Ohne Verkehrschaos. Und ohne Geschaeftesterben (ganz im Gegenteil!).

Poldi Fesch
01
1.12.2010, 22:06
die Geschaefte sind

gestorben u. wurden durch H&M Muell ersetzt

Mirstetta Toni
01
3.12.2010, 13:56

swarovski shops haben sie vergessen.

Poldi Fesch
00
3.12.2010, 13:59
:)

ja, die verdraenge ich

Mirstetta Toni
01
4.12.2010, 09:58

das kann ich gut verstehen, wenn ich zeiten denken in denen noch willy silbernagel, fred adlmüller und co. wirklich exclusives anbot.

Poldi Fesch
00
4.12.2010, 10:31
:)

und Wahliss, Muehlhausen, mounier stuben...........

Mirstetta Toni
00
6.12.2010, 12:18

kenne ich leider alle nicht. vermutlich vor meiner zeit.

Poldi Fesch
00
6.12.2010, 12:24
Wahliss muestst

kennen, wennst den Silbernagl kennst- War ein Geschirrgeschaeft, das Lokal gibt es noch. Ist in der Naehe vom Gerstner, m.W. ist ein douglas drinnen

Mirstetta Toni
00
6.12.2010, 16:41

fällt mir beim besten willen nicht ein. aber was waren die mournier stuben?

Poldi Fesch
00
6.12.2010, 17:29
die Mounierstuben

waren eine Art Luxusimbisz, streng 50er. Deren Glanzzeiten kenn ich auch nur aus Erzaehlungen meines Vaters. Am eheseten noch mit der Gastromeile am Naschmarkt .

Drago+
10
19.9.2010, 13:41

Und wer hat das behauptet? Wenn du die Diskussion so führst, dass du anderen bestimmte Aussagen in den Mund legst, dann sind deine Argumentationen sowieso falsch, sonst müsstest du ja nicht zu dieser Taktik greifen.

lenantia
01
19.9.2010, 13:45

? Es wurde ja nicht gepostet "Drago ist urblöd weil er glaubt ... " - es geht hier lediglich um das aushebeln der Argumentation, dass das Errichten einer Fußgängerzone in einer vielbenützten Straße ein gesamtes Viertel ins Chaos stürzt.

Die Argumentation kam schon von mehreren Seiten, ihr Name wurde nicht genannt und es wurde ihnen nichts in den Mund gelegt.

lenantia
00
19.9.2010, 13:28

ich denke, es müsste ja nichtmal die ganze straße sein - schon den durchzug zu unterbrechen würde einiges tun.

Poldi Fesch
11
1.12.2010, 22:06
ja, die Florianig.

entgueltig ueberlasten

linker Schlechtmensch
31
19.9.2010, 10:33
Die

tun auch alles zur Stimmenminimierung.

Drago+
21
19.9.2010, 09:38
Und wo soll dann der Straßenverkehr ausweichen ?

- auf die Burggasse, Neustiftgasse, Lerchenfelderstraße, und durch die kleinen Seitengassen die eh schon vollgestopft sind..? Der Witz ist dass indem die Josefstädterstraße für den Straßenverkehr gesperrt wird, dieser damit nicht weniger wird - der wird nur andersweitig verlegt, zum Lasten der dortigen Anreiner, und auf Straßen die heute schon allesamt stärker befahren sind als die Josefstädterstraße. Weil so krass geht es auf der Josefstädterstraße im Vergleich zu deren Nachbarsstraßen nicht zu.. Einzig die mangelnden Parkplätze sind halt nervig, aber vom Straßenverkehr her geht es auf den Nachbarsstraßen viel schlimmer zu.

Josef Fischer
08
19.9.2010, 11:24
Weg mit dem Durchzugsverkehr

Ich vermute sehr stark, dass nur ein kleiner Teil der Autos, der sich durch die JSS wälzt den Anrainern gehört. Der Rest ist Durchzugsverkehr. Viele SUVs, die die vielen Garagen in der Inneren Stadt ansteuern, weil deren Besitzer zu faul oder was weiß ich sind, mit den gut ausgebauten Öffis zu fahren.

Wenn die nicht mehr durchfahren können, steigen sie hoffentlich endlich auf Bim und U-Bahn um. Das ist ja auch angeblich das Ziel von Stadtrat Schicker, behauptet er zumindest immer.

die Großmutter
00
18.7.2011, 19:52

Wie komme ich dann in die Schlösselgasse von Linz kommend ? Ich möchte mich auf meine alten Tage nicht mehr umgewöhnen müssen.

Nikolaus Backhuhn // master expert
00
19.7.2011, 15:26
mit dem zug

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