"Auf höheren Schulen wird wirklich Druck gemacht"

Sebastian Pumberger, 29. September 2010, 10:04
  • Den feinen Unterschied zwischen Selbstdisziplin und Disziplin sieht Overhoff in der "Einsicht, dass man ohne Disziplin nicht lernen kann".
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    Den feinen Unterschied zwischen Selbstdisziplin und Disziplin sieht Overhoff in der "Einsicht, dass man ohne Disziplin nicht lernen kann".

  • Literaturtipp: 
Jürgen Overhoff: Vom Glück, lernen zu dürfen. Für eine zweckfreie 
Bildung. Klett-Cotta, 2009.
    foto: klett-cotta

    Literaturtipp:

    Jürgen Overhoff: Vom Glück, lernen zu dürfen. Für eine zweckfreie Bildung. Klett-Cotta, 2009.

Bildungshistoriker Jürgen Overhoff über die Angst in der Pädagogik, das Glück zu lernen und den wirtschaftlichen Druck auf Schüler

Wissbegierde, Selbstdisziplin oder die Lust am Lernen - all das sahen Pädagogen und Philosophen der Aufklärung als wichtigen Bestandteil der Schule. Erst im 19. Jahrhundert etablierte sich die Disziplin in der Schule. Der Bildungshistoriker Jürgen Overhoff hat sich in seinem Buch „Vom Glück, lernen zu dürfen" mit dieser Entwicklung beschäftigt. Im Interview mit derStandard.at erklärt er, warum er für eine zweckfreie Bildung eintritt und warum die Politik die falsche Vorstellung vom Lebenslangen Lernen hat, wenn sie wirtschaftflichen Gesichtspunkten folgt.

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derStandard.at: Herr Overhoff, in ihrem Buch fordern Sie eine zweckfreie Bildung. Was verstehen Sie darunter? 

Overhoff: Ich will ein Beispiel geben: Wenn von Politikern und Erziehungswissenschaftern für "Lebenslanges Lernen" plädiert wird, wird sehr oft gesagt: "Wir müssen ständig lernen um beschäftigungsfähig zu bleiben, weil der Arbeitsmarkt und die Form der Beschäftigung sich rasant wandeln." Die Europäische Union hat zu diesem Thema im Jahr 2000 ein Memorandum veröffentlicht, welches eine Vorgabe für die Mitgliedstaaten ist. Das wurde in einem Ton vorgestellt, als ob der Untergang kurz bevor stünde. Da heißt es zum Beispiel: "Wir müssen von der Wiege bis zur Bahre lernen, damit wir nicht auf der Strecke bleiben". Das hat dazu geführt, dass Eltern den Kindern immer mehr abverlangen, gerade auf höheren Schulen wird wirklich Druck gemacht. Diesen Druck halte ich für nicht gut, vor allem im Hinblick auf das, was eigentlich proklamiert wird, nämlich lebenslang lernen zu wollen.

derStandard.at: Wieso ist der Druck problematisch?

Overhoff: Als ich mich mit den wichtigsten Bildungsphilosophen und Schulgründern der Aufklärung - von John Locke bis Immanuel Kant - befasst habe, war ich erstaunt, wie die Philosophen argumentiert haben. Sie haben gesagt, zu allererst kommt es darauf an, Kindern zu vermitteln, dass Lernen an sich eine tolle Sache ist und nicht, dass das berufliche "um zu" im Vordergrund steht. Denn wir lernen um zu sehen, welche Kräfte wir entwickeln können - geistige, körperliche und seelische Kräfte. Die Aufklärer, die auch schon einen Gemeinnutzen kannten, argumentierten somit völlig anders, um den Kindern das Lernen schmackhaft zu machen, als es heute Bildungspolitiker das tun.

derStandard.at: John Locke betonte die Rolle der "Wissbegierde" und der "Lust am Lernen". Wann haben wir diese Lust verloren?

Overhoff: Es hat immer wieder Lehrer und Eltern gegeben, die Kindern das über alle Zeiten hinweg vermittelt haben. In der Aufklärung stand sicherlich die Lust am Lernen im Mittelpunkt. In Deutschland veränderte sich dies am Anfang des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf die französische Revolution und die napoleonischen Kriege. Die politischen Wirren haben den spielerischen Ansatz der Schule hinterfragen lassen. Da gibt es viele Schulmänner zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die dann gesagt haben: "Nein, nicht springen und spielen ist in der Schule gefragt, sondern ein feierlicher Ernst". Seit dieser Zeit wird ein anderer Diskurs geprägt. Die Aufklärungspädagogik hält sich zwar noch ziemlich wacker bis zu Vormärz, dann ist es aber vorbei.

derStandard.at: Disziplin ist heute noch Bestandteil der Pädagogik. Sehen sie darin auch einen Indiz für den Verlust der Selbstbestimmtheit in der Pädagogik?

Overhoff: Im Unterschied zu Bernhard Bueb habe ich mein Kapitel zu Immanuel Kant Selbstdisziplin, nicht Disziplin genannt. Die eigentliche Tugend ist die Selbstdisziplin, also die Einsicht, dass man ohne Disziplin beim Lernen nicht sehr weit kommt. Es gibt Phasen, in denen Disziplin notwendig ist. Wenn man beim Lernen entdeckt, dass es einen weiterbringt, ist man eher bereit sich mit Freude dieser Disziplin unterzuordnen. Es gibt immer Dinge, die in Schulen vorgegeben sein müssen, aber im Rahmen dessen ist es absolut unverzichtbar, dass Schüler ihre eigene Wahl treffen können.

Wenn ein Fach vorgegeben ist, sei es Mathematik oder Kunst, müssen in diesem Fach gewisse Elemente des Wissens vermittelt werden. Bei der Vermittlung gibt es in jedem Fach wieder Möglichkeiten, dem Schüler eigene Wege zu ermöglichen. Die eigene Wahlmöglichkeit beim Lernen muss Teil des Unterrichts sein.

derStandard.at: Fehlen diese Möglichkeiten im heutigen Bildungssystem, das von Schülern immer mehr erwartet?

Overhoff: Ja, die fehlen bestimmt. Ich möchte davor warnen, dass man sich der Angst überlässt, dass man nicht daran glaubt mit Ruhe und Muße ohne Hektik und Druck einen Weg des Lernens zu beschreiten, auch einen selbstständig gedachten Weg. Locke hat den Begriff des "spielerischen Lernens" eingeführt, der besagt, dass man nie gut lernt, wenn man nicht einmal spielerisch gelernt hat.

Das Selbstbestimmte, Freie muss immer ein Aspekt des Lernens sein, sonst ist es freudlos und führt nicht sehr weit. Viele Lehrer - mit denen ich heute bei Veranstaltungen spreche - würden gerne so unterrichten, aber das Curriculum lässt es nicht zu. Viele positive Lernerfahrungen passieren daher auch nicht in klassischen Schulsituationen, sondern genau dort,  wo diese Freiheit vorhanden ist.

derStandard.at: Stichwort Lebenslanges Lernen: Gerade Arbeitslose werden in Schulungsmaßnahmen gesteckt, die ihnen weder Spass machen, noch ihren Eigenschaften entsprechen. Ist dies auch ein Beispiel für die wirtschaftliche Sichtweise von Bildung?

Overhoff: Gute Berufsberatung muss immer herausfinden was jemand will und kann. Wir müssen uns auch fragen, welche Gesellschaft wir wollen. In dem EU-Papier, das ich eingangs erwähnt habe, ist so traurig, dass es etwas Schicksalhaftes impliziert. Dabei sind wir die Gestalter unserer Gesellschaft, das ist auch beim Lernen wichtig.

derStandard.at: Hemmen diese Angstvorstellungen die Suche nach dem eigenen Glück?

Overhoff: Der Wert des Glücks ist vielleicht der zentrale Wert der Aufklärung, das Glück des Einzelnen und das Glück der Gesellschaft. Das war im 18. Jahrhundert kein Widerspruch, es bestand kein Widerspruch zwischen dem Glück lernen zu dürfen und wirtschaftlicher Prosperität. Es gibt natürlich eine Abfolge von Schritten, wie man zu einer blühenden Gesellschaft kommt, Angst gehört hier nicht dazu. Das Glück einer Gesellschaft gehört jedoch möglicherweise heute nicht mehr zu einer Vorstellung, bei der es mehr um das individuelle Glück und das Glück der eigenen Familie geht. (Sebastian Pumberger, derStandard.at, 29.9.2010)

JÜRGEN OVERHOF lehrt Historische Pädagogik und Neue Geschichte an der Uni Hamburg. Unter anderem hat er sich auch mit Benhamin Franklin befasst, über den er 2006 eine Biographie veröffentlicht hat.

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Nachdem man Kinder schon mit 6 Jahren in Schulen wegsperrt

obwohl sie den Stoff locker auch lernen könnten, wenn sie mit 12 Jahren zu lernen begännen, ist klar, wozu Schule dient. Zur Aufzucht von gehorsamen Untertanen.

ErZIEHung mit DRUCK ist ErDRÜCKung.

Da sich alle nur immer in Unterordnung oder Opposition üben, fällt es keinem mehr auf, dass sie Pädagoguik sowieso fast immer das Gegenteil von dem tut, was sie sagt. Wenn man dann den Druck steigert und die Ergebnisse immer schlimmer werden, sind immer die anderen schuld.
In der Ich-kann-Schule macht man ErZIEHung mit SOG: man lässt sich was einfallen, was ZIEHT. Druck komprimiert Probleme, Sog dagegen löst, richtet auf, macht wachsen und kann Kräfte punktgenau lenken.
Man kann lernen, die Kräfte exakt zu achten und zu lenken. Dazu ist fast immer das Gegenteil dessen notwendig, was man von der Pädagogik gelernt hat.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe

zur zeit hat man ja eher die - ich kann nicht und bin stolz darauf-schule.

von einer erdrückung in den höheren schulen z. B. kann heute keine rede mehr sein.

eher werden die lehrer von der unbildung und verwahrlosung der ehemaligen sog- mittelschichtkinder erdrückt

Pädagogische Impotenz?

Die Frage ist, von wem man das alles gelernt hat. Und die nächste Frage, warum die Schule nicht so LEHREN kann, dass man was lernt dabei. Kann sie oder kann sie nicht?
Ist das ein Lehrer, der sich "von der unbildung und verwahrlosung der ehemaligen sog- mittelschichtkinder erdrücken" lässt?
Ich denke, Profi ist man, wenn man kann, und nicht wenn man nicht kann. Im letzeren Dall sollte man dann aber aufhören, weiter den Profi zu spielen.
Mit herzlichen Grüßen
Franz Josef Neffe

Disziplin und Selbstdisziplin sind wahre Gegensätze.
Das ist sehr wichtig.

Sehr guter Artikel. Bravo.
Wichtig wäre für mich noch zu betonen, dass mit Lust lernen zum Erfolg und Leistung führt. Der beste Weg, der effizienteste, aus innerer Motivation, mit Freude. Leistung und Freude sind keine Gegensätze.

Disziplinierung statt Bildung

Die Schulungen des AMS dienen weder dem persönlichen, noch dem wirtschaftlichen Nutzen. Sie sind eine reine Disziplinierungsmaßnahme.

Ach, das könnens so nicht sagen ;-)

Ich kenne einen Ing. Hochbau, der beim AMS einen Mathekurs besuchen "durfte". Reine Zeitverschwendung, aber AMS und Veranstalter bestanden darauf.

Die Realität sieht aber aber anders aus...

Diese Gedanken finde ich schön und auch richtig, aber in der Realität nicht haltbar. Die EU hat schon Recht, wenn Sie sagt, wir müssten von der Wiege bis zur Bahre lernen, damit wir nicht auf der Strecke bleiben.

Man sehe sich doch um in der Welt: Knallharter Wettbewerb, China, Indien, Brasilien sind alles aufstrebende Staaten, die ausgezeichnete Bedingungen für Forschung und Ausbildung bieten. Praktischerweise sind die auch noch billiger.

Man kann das jetzt gut oder schlecht finden, aber es bleibt die Realität. Und es bleibt Realität, dass wir unseren Lebensstandard inklusive Sozialstaat erhalten wollen. Und von Nichts kommt Nichts.

Der Druck IST da - man muss damit umgehen, ohne japanische Zustände inklusive Selbstmorden an Schulen.

Der knallharte Wettbewerb besteht hauptsächlich darin, dass andere Länder Billigstlöhne zahlen, von denen bei uns kein Mensch leben könnte!

Wenn wir hier eine Chance haben wollen, ''müssen'' wir innovativ und kreativ sein und das geht nur ''spielerisch''. Die besten Sportler haben Freude an ihrem Sport. Und wenn sie die Freude verlieren, dann kriegen sie sehr bald einen ''burn out'' und bringen gar keine Leistung!

Jeder Mensch wird dort, wo er/sie AUCH Freude hat, für sich persönlich seine besten Ergebnisse auf Dauer erzielen und nicht dort, wo er zu etwas gezwungen wird, was er/sie eigentlich hasst! Erfordert halt ''Arbeit'' im eigenen mentalen Bereich und jemanden, der einem dabei behilflich ist, das zu lernen! Das kann auch ein Buch sein! ZB ''the inner game of tennis'' (gibts auch auf deutsch)

Ich stimme Ihnen zu, dass man innovativ sein muss. Das Spielerische bezweifle ich schon wieder. Warum?

Heute haben Maturanten Probleme mit Verhältnisrechnung im Mathematik! Warum? Es wurde zu spielerisch unterrichtet - auf Kosten der Qualität. Wenn ich in Technik/Naturwissenschaft innovativ sein will, muss ich zuerst die Grundlagen beherrschen. Das ist nun einmal nicht so spannend, aber notwendig.

Das ist Nicht Realität sondern Geschichte!

Geschichte die durch geheime, dezentrale und neoliberale Entscheidungen zustande kommt - und JA! es gibt Menschen die dafür verantwortlich sind (= keine Naturgewalt!!!)

Ich will gar nicht die Ursachen diskutieren. Denn das Resultat ist trotzdem das Gleiche und es ist Realität!

"die ausgezeichnete Bedingungen für Forschung und Ausbildung bieten"
Vielleicht sollten wir da mal ansetzen anstatt bei Bildung zu sparen?

"wir müssten von der Wiege bis zur Bahre lernen"
Mag sein aber es geht darum dem Menschen das Lernen so zu lernen das er es leidenschaftlich tut und nicht eine Paranoia bekommt und sich zu Tode stresst.

"Knallharter Wettbewerb, China, Indien, Brasilien"
Wollen wir wieder große Denker ausbilden oder Arbeiterdrohnen? Gut wäre auch mal wieder Ersteres oder eine Mischung aus beidem!

Selbstverständlich gibt es Wege aus der Misere. Und Bildung und Forschung sind Teil davon - unsere Politiker und das Volk wollen das noch nicht wahr haben...

Nun...natürlich ist es positiv, wenn man gerne lernt. Aber als jemand, der die Entwicklungen im Bildungssektor hautnah mitverfolgt, sehe ich, wie die Qualität abninmmt. Heute wird nicht mehr genau gelernt, sondern "man redet halt ungefähr darüber". Das Niveau der Matura nimmt ab, dafür haben die Schüler weniger Stress und mehr Spaß.

Wenn jemand Qualität mit Spaß verbinden kann - Hut ab! Aber Lernen ist oft knallharte Arbeit!

Natürlich wollen wir Denker! Arbeiter sind anderswo billiger, Rohstoffe haben wir auch keine. Nur durch Innovation werden wir weiter kommen...

Der Problem ist m.E., wenn vor lauter Angst so viel Druck gemacht wird dass jede Art von Freiraum verboten wird, weil das ja dem notwendigen lebenslangen Lernen Platz weg nimmt, und letztlich müssen dann alle das tun was als Zwangsmethode akzeptiert worden ist. "Alles andere können wir uns nicht leisten." Dann sind wir wirklich arm.

Ich sehe genau das Gegenteil - es wird immer weniger Druck gemacht. Schule muss Spaß machen, Alles im Leben muss Spaß machen.

Ich sehe hautnah wie die Qualität in der Schule abnimmt. Dafür ist Alles "frei und kreativ".

So werden wir nicht konkurrieren können - und das müssen wir, wollen wir den Wohlstand erhalten.

Das lebenslange Lernen ist ja nicht eine Erfindung der EU - die stellt das jetzt so hin, natürlich nur, um der Wirtschaft zu dienen. Freude am Lernen findet man anderswo, da hat der Autor schon Recht.

Ich lese immer Freude am Lernen. In unserer heutigen Spaßgesellschaft muss alles ein Spaß sein und Freude machen.

JA, lernen ist knallharte Arbeit. Spaß macht es, wenn ich die Prüfung geschafft habe und die Früchte meiner Arbeit ernte. Vor der Prüfung ist der Stoff vielleicht interesssant, aber Freude habe ich wirklich keine.

Dieses Bewusstsein fehlt mir!

Ich weiss ja nicht, wie alt Sie sind.

IRgendwann im Leben gibt's dann nicht mehr Prüfungen, sondern Sie lernen für sich. Und nutzen das dann beruflich oder nicht.

Wenn SIe sich gerne knechten, ist das legitim.

Sowohl Arbeit als auch lernen können - und dürfen - auch Spass machen. Indem Sie mit Kunden neue Themen erarbeiten, Bücher lesen, gelegentlich ein paar Seminare besuchen.

Prüfung heisst: Sie lernen das, was wer Anderer für wichtig hält. Irgendwann - vielleicht auch erst, wenn Sie die Diss länger hinter sich haben - kommen SIe drauf, dass nur Sie selbst entscheiden können, was Sie interessiert und für Sie wichtig ist. Wenn SIe's selbst entscheiden, macht's auch Spass.

Ich bin 22 und Student. Sehr wahrscheinlich haben Sie Recht, aber bis man dorthin gelangt, muss man auch durch den anstrengenden Teil durch - und das ist manchmal harte Arbeit.

Stimmt.

Für Prüfungen lernen ist aber nicht das Selbe, wie freiwillig zu lernen.

Lernen - und der Job - kann durchaus harte Arbeit sein - das heisst aber nicht, dass es keinen Spass machen kann.

Wie beim Laufen - man kann sich psychisch gut fühlen und Spass haben - während die Zunge am Boden streift, die Füsse nicht mehr wollen, und der Schweiss rinnt. ;-)

Ich sehe, wir sind uns einig. Man könnte vielleicht sagen, dass ich darauf hinaus wollte, dass es nicht so Spaß macht, wie Fortgehen oder Kino. Es ist und bleibt harte Arbeit, die sich natürlich auch lohnt, indem man sich psychisch wohl fühlt.

Dieses Bewusstsein ist in der Schule meiner Meinung nicht da. Dort wird lernen so gestaltet wie Fortgehen oder Kino.

"Dort wird lernen so gestaltet wie Fortgehen oder Kino."

Ist auch gut so. Warum sollte man verzichten, Themen attraktiv zu gestalten, anstelle einer faden Folie nach der Anderen?

Themen attraktiv gestalten ist das eine, alles auf Entertainment und "reden wir ein bisschen drüber" zu limitieren, ist wieder eine andere Sache.

Beispiel: Integral und Differentialrechnung muss man einfach üben in Mathematik - man kann es durch interessante Fragestellungen versüßen, aber es bleibt Integral und Differential.

Oder: In Latein ist mittlerweile die Interpretation der Texte viel mehr Wert als die Sprache selbst. Das geht am Sinn des Lateinunterrichts vorbei, da dort Übersetzen geübt werden soll. Sonst kann ich die Texte doch gleich in Geschichte auf Deutsch lesen. Dass man das mit interessanten Diskussionen versüßen kann (wie es bei mir geschah), ändert nichts daran, dass man Verbformen und Konjugationen können muss.

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