Nicht nur Supersportler wie Tesla, Audo oder Mercedes in Elektroversion sollen Innovationskraft in Richtung einer neuen Zeit symbolisieren
Nach dem unbestreitbaren Erfolg des elektrischen Supersportwagens namens Tesla fühlen sich praktisch alle Hersteller, die etwas auf ihr technologisches Image halten, aufgefordert, ein ähnliches Ding auf die Räder zu stellen. Und das ist wirklich nicht schwierig, solange man wie alle großen Autohersteller reichlich Geld hat, nur einzelne Stück herstellt und kaum Alltagstauglichkeit beweisen muss.
Aber die Symbolik hat's in sich: Der Transfer der neuen Technologie über alte Werte (Potenzprotzerei) in die Köpfe der Leute hat natürlich den Vorteil, dass sich auch Ewiggestrige über die Chancen und Risiken der Elektromobilität Gedanken machen. Denn wer will sich schon mit Mobilitätskonzepten auseinandersetzen. Das ist ja eine schwierige Aufgabe. Die Sprache von Power ist fast so schlicht wie die von Gewalt, und es gibt halt viele, die verstehen das andere nicht so.
Trotzdem, auch wenn die neue Denke mit alten Mustern in die Köpfe der Ingenieure und des Käuferpublikums sickert, ist ja auch etwas erreicht.
So wollen wir uns das Thema doch schnell mal näher ansehen: Der Audi e-tron auf Basis des Supersportwagens R8 deutet auf eindrucksvolle Weise darauf hin, wo die Reise für die breite Masse nicht hingehen wird: 313 PS. Auch Mercedes haut erst einmal kräftig auf den Putz mit einer Elektroversion des SLS mit 533 PS. Porsche präsentierte bereits eine Hybrid-Studie namens 918, ein Schelm, der daraus nicht auch eine reine Elektroversion hochrechnet.
Aber nicht nur Supersportler in Elektroversion sollen Innovationskraft in Richtung einer neuen Zeit symbolisieren. Als Marke des dynamischen Mittelstandes hält Citroën ein wenig Respektabstand von den Großtaten der Premium-Hersteller und weist auf den Survolt hin, eine Extremstudie in Sachen optische Muskelmasse, aber lediglich 3,8 Meter kurz.
Man kann es auch positiv sehen. Käufer und Hersteller trauen sich wieder zu träumen und zu wünschen. Neue Kreativität scheint entfacht. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/17.09.2010)