Aus für Linux: Schweizer Kanton wechselt zurück zu Windows

17. September 2010, 09:41

Laufendes Migrationsprojekt wird abgebrochen - Outlook statt Scalix, Windows 7 statt Linux-desktop

Eine der ambitionierten Linux-Migrationen ist offiziell gescheitert: Der Schweizer Kanton Solothurn hat das endgültige Aus für seinen Umstieg auf freie Software verkündet, dies berichtet die Solothurner-Zeitung in ihrer gedruckten Ausgabe. Statt Linux soll nun wieder Windows zum Einsatz kommen - und zwar durchgehend: Alle Rechner des Kantons sollen einheitlich auf Windows 7 umgestellt werden, zusätzlich nutzt man künftig anstelle der freien Groupware Scalix die Microsoft-Lösung Exchange. Selbst OpenOffice.org soll nur auf wenigen Rechnern erhalten bleiben, statt dessen gibt es Microsoft Office für Alle.

Probleme

Das bereits im Jahr 2001 gestartete Projekt zum Umstieg der öffentlichen Verwaltung hatte von Anfang an mit Problemen zu kämpfen - vor allem auch organisatorischer Natur. Verzögerungen führten dazu, dass die Migration schnell in der Kritik stand, zudem bekam man Probleme eines Teils der NutzerInnen beim Einsatz der neuen Software nicht in den Griff, was bei diesen unweigerlich zu - lautstark geäußertem - Unmut führte. So wurde denn auch ein zentraler Bestandteil der benötigten Software - die Linux-Anwendung Ambassador zur Verwaltung von Regierungsratbeschlüssen - erst vor kurzem fertig, also mit Jahren Verspätung.

Abgang

Die anhaltende Unzufriedenheit mit dem Umstieg hatte denn auch zur Folge, dass diesen Sommer der langjährige IT-Verantwortliche für den Kanon, Kurt Bader, seinen Posten räumen musste. Bader war noch im Jahr 2009 den "Pioneer Award" bei den "CH Open Source Awards" bekommen - eben für die nun gescheiterte Migration. Gleich nach seinem Abgang verkündete man den Wechsel auf einen Dual-System-Strategie, in der neben Linux auch Windows-Rechner vorgesehen waren, nun schwenkt man also nur konsequent wieder ganz zurück in die Microsoft-Arme. (red, derStandard.at, 17.09.10)

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Ma.T.Yi.ngstween
00
5.10.2010, 09:43

Tja, beim ganzen Streit um Lizenzen, Anschaffungskosten etc. verliert Ihr a bisserl das Große Ganze aus den Augen: Firmen, seien sie auch noch so M$-gläubig, kalkulieren mit der sog. TOC(TotalCostOfOwnership). Das heisst, selbst die Anschaffungskosten sind alleine nicht aussagekräftig. Und heutzutage spielt es vor allem eine Rolle, ob man ein Dokument aus der M$-Officewelt nicht nur lesen, sondern bearbeiten und tauglich an M$-Nutzer weitergeben kann. Für den reinen Inhalt schafft das ein OO locker. Aber der heuer obligate MACRO-Kram geht halt nicht. Und jeder, der meint Office zu "können", steckt Macro-Automatisierung rein.
Fazit: die Art wie Linux und die freie Software es tun sind kein Problem, die Marktabgrenzung von M$ aber wohl.

Flaschenpost
13
22.9.2010, 13:03
Es war immer so...und so soll es auch bleiben...

auch EDV-Leute werden alt, senil und konservativ, von Beamten will ich gar nicht sprechen...

Jeder Angestellte sollte die Software seines Arbeitsplatzes selber bezahlen, die Akzeptanz von Linux wäre plötzlich bei über 90%...

patmos
13
20.9.2010, 11:21

Man erinnere sich bloß an den Umstieg von Office 2003 auf das Ribbon-2007er. Was wurde da geflucht! Nix war mehr dort, wo es jahrelang war. Und von XP auf Vista/Win7 war's nicht viel anders. Verschwundene Icons bzw. neue/andere Icons bzw. Icons dort, wo sie doch bitteschön bisher nie waren. Und da will man in großem Umfang von Windows, neben dem es in Wahrheit nie etwas anderes gab, auf so ein LiunxoderwiedasDingheißt umsteigen? Zitat aus der real world: "Das blaue e...das ist das Internet. Das W ist zum Texte schreiben. Mehr interessiert mich nicht."

gogo gandalf
00
19.9.2010, 11:34
das ist nicht win vs. lin

http://www.heise.de/open/arti... 80686.html
die bedienung von einem kde ist doch um nichts anders. die hintergrundfarbe muss man halt woanders einstellen. wenn die verantwortlichen den outlook-ersatz nicht und nicht hinbekommen, die datenbank-anbindung von openoffice nicht läuft, braucht man sich nicht wundern. dafür muss ich aber gar nicht auf linux umsteigen. oo läuft auch unter windows - genau wie webanwendungen

B.M.2
12
19.9.2010, 20:20
Nein, es geht um sehr viel mehr

Es geht um teure Lizenzen und die Abhängigkeit von einer Firma, die Jährlich Milliardenumsätze macht und diese noch weiter steigern will. Es geht um offensichtlich um Stimmungsmache (danke für den Link), es geht letztlich um reine Profitinteressen eines Unternehmens. Dazu wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weitere Vergünstigungen getätigt, die nicht offen angesprochen werden.

Hier geht es nicht nur um den Glaubenskrieg von Software- und Betriebssystemanwendern, sondern um Marktbeherrschung und -Kontrolle.

Denn letztlich sind es nicht nur Lizenzkosten, sondern auch regelmäßige Kosten für Updates, Upgrades, Services, Schulungen, etc ...
Für Milliardenumsätze lassen Firmen schon einiges springen und kaufen auch schon mal Meinungen

motd
02
21.9.2010, 11:25
Ich sag Dir jetzt mal aus meine Erfahrung als Linuxadmin

Lizenzen sind bei der Entscheidung ob ein System auf Windows oder Linux rennt, von eher nebensächlicher Natur.
Gut das gilt jetzt eher serverseitig, denn ob ich als Unterlage für zb. einen Oracle-server ein dafür zertifiziertes Linux nimm, oder eine entsprechende Servervariante von Windows, macht Lizenztechnisch keinen großen Unterschied.
Wenn ich das Linux-Know-How nicht habe werde ich mit Win besser fahren.
Das hat nichts damit zu tun, dass ich FOSS-Software für innovativer halte.

Radioactive Man
00
29.9.2010, 10:25

genau, es wird nämlich oft open source mit gratis verwechselt. das mag für den heimuser und dei eine oder andere kmu zufällig stimmen, aber eine firma wird immer ein supportetes linux nehmen und dafür gebühren zahlen.

opryde
03
19.9.2010, 11:08

es bräuchte für einen erfolgreichen linux-desktop jemanden wie redhat, der im serverbereich vormacht, wie es geht. anders gesagt: ubuntu sollte langsam von diesem "ach, wir sind so alternativ und super" weg und zielgruppen ansprechen, die keine ideologische diskussion darüber führen, was sie nun nutzen wollen und was nicht.

opryde
00
19.9.2010, 15:07
„As the leader of the Ubuntu Project, nobody knows Ubuntu quite like Canonical.

und genau das ist leider auch das problem dabei.

Al Borland
01
19.9.2010, 15:55

Und das ist schlecht, wenn sich ein Hersteller mit seinem Produkt auskennt? :-)

BackfromHell
00
19.9.2010, 23:50

du ich glaube der kann kein Englisch

teufelsbraten
31
19.9.2010, 00:55
Windows???

gibts das überhaupt noch?

Kluger Hans
31
18.9.2010, 21:49
Kein Wunder

Kein Wunder, wenn die Wunderwuzzis vi (siehe Parallelartikel) als Nonplusultra sehen.

Kluger Hans
00
19.9.2010, 23:18
„wenn“ …

nicht „dass“

Für *mich* sehe ich die power in der Mischung, wobei das Terminal Gefahrenpotentiale beinhaltet.

Für jemand anderen will ich nicht sprechen.

Somebody Someone
12
19.9.2010, 12:22

Es tut mir Leid, wenn ich sie mit der Wahrheit konfrontieren muss, aber vim und emacs gehören zu den besten ihrer Art. Aber eines ist auch klar: 99% der user brauchen diese power nicht und können damit auch nicht umgehen.

Hamad Leomic
00
18.9.2010, 20:11
BTW

hat jemand eine Lösung mit welcher SMB über VPN hinweg flott funktioniert? Zumindest SMB 1.0 ist selbst über ordentliche Anbindungen grottenlangsaaam.

Lustigerweise kann ein Ubuntu Client über den Samba Mount flott auf ein Server 2003 Share zugreifen.

Es gibt dazu im Netz keine brauchbare Lösung welche ich gefunden hätte. (und ein paar hab ich gefunden, waren aber keine Lösungen...)

Any ideas? DAS ist beispielsweise etwas, was die User unter Windows ertragen müssen und MS eigentlich wurscht ist!?

invodaseibua
54
18.9.2010, 19:07
früher oder später

kommen alle wieder zur vernunft ...

gitarr
114
18.9.2010, 18:27
Hat M$ wiedereinmal irgendwen bestochen?

(--> http://www.computerwoche.de/mittelsta... d/522537/)

Linux ist heute auf vielen Ebenen den Windows Betriebsystemen überlegen und genauso leicht, wenn nicht leichter benutzbar.

Wenn die Angestellten damit nicht umgehen können oder wollen, dann sind diese Fehl am Platz, oder einfach nicht qualifiziert.

Wie kann die Lizensierung tausender Systeme mit Windows 7, Exchange und M$ Office wirtschaftlich mit kostenloser Software mithalten?
Gar nicht:
1) Schulungen müssen bei Beiden ungefähr gleichviele und gleichteure abgehalten werden.
2) Linux = gratis
3) M$ = sehr teuer

Nur so gehts: Verantwortliche werden bestochen, diese sorgen dafür das Linux schlecht gemacht wird und laden die massiven Kosten für M$ auf die Steuerzahler?

flexible
00
19.9.2010, 12:40

muss nicht sein..

wenn ich mir vorstelle dass jetzt jemand zu mir kommt und mir sagt ich müsse windows7 verwenden und mit IE und co meine webseiten gestalten anstelle meiner gewohnten kubuntu arbeitsumgebung - dann kannst du dir vorstellen wie ich auf die barrikaden steig...

im falle einer so grossen umstellung schauts dann vielleicht so aus.. da kommt dann der oberwuzzi daher und sagt den ganzen IT leuten die jahrzehntelang auf windows gesetzt haben und linux das letzte mal vor 15 jahren probiert haben.. "wir steigen um" - und die jubeln dann natürlich und arbeiten fröhlich mit ;-)

nona wehrt sich jeder dagegen.. und vorallem die leut die für die IT zuständig sind, sind die schlimmsten weil die dann plötzlich zu n00bs degradiert wern.

Beiddenker
15
19.9.2010, 00:03
Na geh, schon wieder einer, der von seinem Heim-PC aus die ...

... große IT-Welt kommentiert.

Nur soviel sei gesagt:

Lizenzkosten sind in Unternehmen (wir reden jetzt nicht von 1-20 Mann "Buden") das geringste aller Probleme.

Und Angestellte in der Verwaltung, sollten für die Verwaltung qualifiziert sein und nicht für irgendwelche IT-Systeme.

gitarr
40
19.9.2010, 11:17
Ohne Beleidigung gings wohl nicht?

Sie haben keine Ahnung wo ich sitze und Sie würden vielleicht überascht sein über die Menge an Systemen, die von mir (und Kollegen) verwaltet werden.

Ihre Aussage sagt mir, dass Sie keine Ahnung von Lizenzkosten haben und dass Sie Äpfel mit Birnen vergleichen.

Dass Angestellte sich nicht mit den Systemen auskennen müssen, ist ebenfalls eine lächerliche Aussage.

die Resi-Tant Evil
02
19.9.2010, 17:19

"... Sie haben keine Ahnung wo ich sitze ..."

Pardon, ich mag es nicht mit Bestimmtheit wissen. Aber ad Stichwort "Ahnung", ahne ich sogar ganz dringend, Sie sitzen irgendwo in einem privaten Computerbastelkämmerchen. Dies ausgehend von Ihrer (berufs)weltfremden Ansicht, dass
1.) SW-Lizenzgebühren für eine Firma ein bedeutender Faktor sind und vor allem
2.) bei Problemen einfach das gesamte Anwender-Personal zu entlassen ist.

Man muss ja nichtmal fachkundig sein, nur 1 + 1 zusammenzählen können: in so einem Fall hat der gekündigt zu werden, der verantwortlich ist für die Einführung eines Systems, mit dem niemand in der Firma arbeiten kann. Wie es im vorliegenden Fall auch passiert ist und der IT-Verantwortliche gehen musste.

DER-STANDARD-JURIST
04
19.9.2010, 11:27
naja

mit den linzenzkosten hat der kollege recht. "wir" sind zwar kein großunternehmen (weniger als 500 personen) dennoch sind die lizenzkosten für uns kein posten von relevanz.

übrigens wirft man nicht angestelle raus, die das system nicht kapieren, sondern wirft den it-typen raus, wenn er kein system etabliert, mit dem die leute umgehen können.

mukl
00
19.9.2010, 21:16

so wie sie das immer darstellen, dass es nach den wünschen der angestellten läuft, hat doch mit der realität überhaupt nichts zu tun. das kann sich doch kein unternehmen leisten.

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