Erstmals seit Niederschlagung der Massenproteste - Bisher keine Zwischenfälle
Bangkok/Wien - Erstmals seit der Niederschlagung der Massenproteste der
Opposition im Mai haben sich am Sonntag wieder "Rothemden" in der thailändischen
Hauptstadt Bangkok zu Demonstrationen versammelt. Die Anhänger der
oppositionellen "Vereinigten Front für Demokratie gegen Diktatur" (UDD) wollten
damit an den vierten Jahrestag des Putsches gegen den ehemaligen
Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra am 19. September 2006 und die Opfer der
politischen Gewalt vor vier Monaten erinnern, wie die "Bangkok Post" in ihrer
Internetausgabe berichtete.
Eine Gruppe von Demonstranten legte rote Rosen bei einem Tempel nieder, um
getöteter Demonstranten zu gedenken. Andere UDD-Anhänger deponierten Kränze und
Blumen beim Demokratie-Denkmal auf der Ratchadamnern Klang Straße, um an den
Putsch gegen Thaksin zu erinnern. Die Kundgebungen verliefen bisher friedlich,
von Zwischenfällen wurde nichts bekannt.
Ausnahmezustand
Der thailändische Polizeichef Wichean Potephosree traf sich Sonntag früh mit
Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva, um über die Sicherheitslage in der
thailändischen Hauptstadt zu berichten, wo noch immer der Ausnahmezustand gilt.
Die Polizei werde sofort einschreiten, sollten die Rothemden gegen Gesetze
verstoßen, betonte Wichean. Keine Kundgebung dürfe länger als zwei Stunden
dauern.
Die Rothemden werfen der Regierung Abhisits vor, nicht durch Wahlen an die
Macht gekommen zu sein und die gewählten Thaksin-treuen Vorgängerregierungen
durch politische Manöver aus dem Amt gedrängt zu haben. Bei blutigen Unruhen im
April und ím Mai waren 91 Menschen getötet und 1.900 weitere verletzt worden.
Nachdem die in Bangkoks Innenstadt verschanzten Rothemden von Polizei und
Militär mit Waffengewalt zum Aufgeben gezwungen und 19 ihrer Anführer verhaftet
worden waren, wollen sie nun mit einer Massendemonstration beweisen, dass ihre
Kraft ungebrochen ist.
Das Innenministerium rief für Sonntag zu einer Gegenkundgebung von
"Königstreuen" auf. (APA)