Nach Wirbel im Vorjahr

Islamischer Religionsunterricht: Alles beim Alten

Maria Sterkl, 19. September 2010, 19:45

Kein neuer Lehrplan, keine neuen Bücher, LehrerInnen ohne Abschluss: Nach der Aufregung im Vorjahr änderte sich wenig

Großen Wirbel gab es Anfang vorigen Jahres über die Qualität des Islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen: 40 Prozent der LehrerInnen hätten keine pädagogische Ausbildung, 33 Prozent fühlten sich mit dem Unterricht überfordert - zum Teil, weil sie die deutsche Sprache zu wenig gut beherrschten. Das ergab eine Studie des Islamwissenschafters Mouhanad Korchide. Zudem traten bei der Erhebung bei Teilen der befragten LehrerInnen bedenkliche Einstellungen zutage: 27 Prozent gaben an, die Menschenrechtserklärung abzulehnen, weil sie mit dem Islam unvereinbar sei. 

Der Aufschrei war groß, das Unterrichtsministerium sah Bedarf, zu handeln. Ministerin Claudia Schmied präsentierte im Februar 2009 ein „Fünf-Punkte-Programm", wonach neue Lehrpläne, überarbeitete Schulbücher, neue Dienstverträge und eine bessere Lehrerausbildung für Ordnung sorgen sollten. Zudem sollten alle Religionslehrer auf ihre Deutschkenntnisse hin überprüft werden.

Lehrplan: Bitte warten

Mehr als ein Jahr später ist vom großen Wandel wenig zu bemerken. Einen neuen Lehrplan gibt es an den Schulen bis heute nicht. Zwar wurde er bereits im Frühjahr 2009 unter beachtlichem Zeitdruck erstellt (derStandard.at berichtete). Doch im Unterrichtsministerium weiß man bis heute nicht, wann der Lehrplan in Kraft tritt. Ob er heuer noch kommt? "Da will ich mich nicht festlegen", sagt Oliver Henhapel vom zuständigen Kultusamt im Ministerium auf derStandard.at-Anfrage.

Jenen Entwurf, den die Lehrplan-Kommission im April 2009 abgeliefert hatte, schickte das Kultusamt fünf Monate später wegen mehrerer "technischer Mängel"  retour. Ein nachgebesserter Entwurf liege dem Kultusamt seit Juli 2010 vor, er sei aber noch nicht vollständig gesichtet worden. Fest steht: Solange kein Lehrplan vorliegt, können auch keine neuen Lehrbücher erstellt werden.

Inhaltliche Einwände habe er am Lehrplan-Entwurf jedenfalls nicht gehabt, betont Henhapel. Es sei um rein formelle Dinge gegangen - etwa darum, dass bestimmte Koran-Suren in arabischen Schriftzeichen angegeben worden waren. Die Rechts-Datenbank des Bundes erlaube jedoch nur lateinische Schrift.  

Mangelnde Deutschkenntnisse

Eine weitere Maßnahme des „Fünf-Punkte-Programms" betraf die Deutschkenntnisse der ReligionslehrerInnen. 14 der 400 LehrerInnen wurden zur Nachbesserung ihrer Sprachkenntnisse geschickt - der Rest weise „Maturaniveau" auf, hieß es. Dass dies auf alle LehrerInnen zutrifft, wird von InsiderInnen jedoch bezweifelt.

Personalmangel

Was Neuanstellungen betrifft, so verlangte Schmied den Abschluss eines Studiengangs an einer Pädagogischen Hochschule als Mindestvoraussetzung. Dies sei in der Praxis nicht durchführbar, beteuert Henhapel: Es sei geltende Praxis, Studierende der IRPA, also der Lehramts-Studiengangs der Islamischen Glaubensgemeinschaft, noch während des Studiums einzustellen. Der Grund: Personalmangel. 

Tatsache ist, dass IRPA-Studierende nicht notwendigerweise über eine Matura verfügen müssen: Wer mindestens 22 Jahre alt ist und der IRPA „Vorbildung im Bereich Pädagogik und/oder islamische Fachwissenschaft" vorweisen kann, darf auch mit Pflichtschulabschluss studieren. 

Was die Einstellung der ReligionslehrerInnen zu Demokratie und Menschenrechten betrifft, so sicherte sich Claudia Schmied quasi vertraglich ab: Alle islamischen ReligionslehrerInnen mussten einen neuen Dienstvertrag unterschreiben, der auch ein Bekenntnis zu Demokratie, Menschenrechten und der Bundesverfassung enthält. Katholischen, evangelischen, orthodoxen oder jüdischen ReligionslehrerInnen wurde ein solches Bekenntnis übrigens nicht abverlangt. (Maria Sterkl, derStandard.at, 19.9.2010)

Kommentar posten
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Mittagessen ist meine Lieblingsspeise
02
22.9.2010, 13:48
Meine größte Freude ist,

daß der verantwortliche Herr Schakfeh von einem Atheisten ein Kreuz entgegennimmt!

Noch ist Hoffnung!

Alles wird gut!

ntf
53
21.9.2010, 11:08

religion gehoert verboten. nix als "bloedsinn fuer das volk". nur spinner sind religioes.

parapente
23
21.9.2010, 10:37
Religion??

Sind das die verschiedenen Märchenbücher??

O NOES!
06
21.9.2010, 10:34

Die Häupl-Schakfeh-Connection blüht und gedeiht

an kog
18
20.9.2010, 17:22
Zum Thema Ethikunterricht:

Ich glaube nicht, dass es in Österreich genügend Lehrer gibt die in der Lage sind oder sein werden so etwas wie "Ethik" zu unterrichten. Sowieso ein ziemlich schwieriges und sehr relatives Fach.

Ein Unterricht ÜBER Religionen (Geschichte, Grundannahmen, Verbreitung, Kritik, Philosophie/Psychologie der Religion usw) scheint mir da realistischer und effektiver.

Heavyweather
00
21.9.2010, 19:08

Da gibt es genug.

an kog
01
21.9.2010, 21:28

Genug was?

Lehrer die Ethik unterrichten können?
Flächendeckend in Österreich?
Eh immerhin nur eines der schwierigsten Fächer der Philosophie.

Wie viele Jahre kann man überhaupt so zwei Stunden die Woche mit Schülern über Ethik reden?
Ab welchem Alter soll man damit anfangen?

Heavyweather
00
21.9.2010, 21:53

In der Schule reichen die Basics. Angewandte Ethik.
Nennen wir es doch Konfliktslösung, Kommunikations und Kooperation...KoKoKo.

an kog
01
21.9.2010, 21:59

OK. Aber "Ethik" sollte man das dann wirklich nicht mehr nennen.

Dann gibt es bald PPP und KoKoKo Lehrer:-)

helmut hromadnik2
 
00
21.9.2010, 08:26

(Ethik)....."Sowieso ein ziemlich schwieriges und sehr relatives Fach.".....

Da haben es die diversen religionen leicht ! INDOKTRINATION genügt.

Übrigens, so "relativ", wie sie meinen, ist die ethik nicht. Die bergpredigt wäre schon eine gute und sichere basis.

helmut hromadnik2
 
00
21.9.2010, 08:19

Ein socher unterricht kann kaum neutral das thema religion abhandeln. Entweder ist man für oder gegen die religion.

Diesem unterricht würden sich die kirchen entgegenstellen, und er wäre kaum denkbar, solange das konkordat besteht.

an kog
01
21.9.2010, 08:33

In so einem Unterricht müsste man eine agnostische Position einnehmen.
Wenn man über Religionen redet, also Wissen über sie vermitteln will, muss man keine Position einnehmen. Man kann ja auch über die Philosophie lehren ohne immer den Idealisten, Materialisten oder Existenzialisten heraus hängen zu lassen.
Ob es heftig gläubigen oder den Dawkinsartigen Atheisten möglich ist eine neutrale Position einzunehmen ist allerdings tatsächlich zweifelhaft.

witchdoctor
01
20.9.2010, 21:15

Philosophie und Ethik ab 16 wäre o.k., vorher einfach harmonisches Zusammenleben und Konfliktlösungsstrategien.

Jeglicher "Religionsunterricht" für Kinder ist bloss reine Indoktrination, egal von welcher Religion!

helmut hromadnik2
 
00
21.9.2010, 08:20

Ich kann ihnen nur voll zustimmen.

marty fink
00
20.9.2010, 18:12
vollkommen korrekt!

DER-STANDARD-JURIST
011
20.9.2010, 17:08
durch ein beeindruckendes programm des

innenministeriums, demzufolge alle neonazis unterschreiben mussten, dass rechtes gedankengut böse ist, konnte den anteil der neonazis auf 0 (in worten: "null") gesenkt werden.

das große goldene ehrenzeichen mit stern für verdienste um die republik, ist dem innenminister/der innenministerin sicher!

Popel
12
20.9.2010, 17:00
Religionsunterricht ist, wenn ein Illusionist erzählt was er glaubt glauben zu müssen!

Wenn der dann mit Höllen oder Himmel herumlügt, ist er sofort von Kindern fernzuhalten.

Es ist nicht bekannt, aber ein kindliches Gehirn kann lange nicht virtualität und echt unterscheiden.

Das ist so. Selbst Erwachsen zerfließen in Tränen wenn das gezeigte so traurig ist.

Timagoras
 
03
20.9.2010, 17:49
"Es ist nicht bekannt, aber ein kindliches Gehirn kann lange nicht virtualität und echt unterscheiden. "

ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, welch große angst ich um einen freund hatte, der bei der erstkommunion demonstrativ - ziemlich cool eigentlich ;o) - die hostie zerbissen hat.

ich "wusste" ja, dass der "arme junge" im höllenfeuer werde schmoren müssen, und das hat mich schon ziemlich geängstigt.
aber ich kann mir vorstellen (bzw. hoffen), dass solche gruselstories (zumindest im katholischen und protestantischen religionsunterricht) heute eher verpönt sind.

tramezzino
00
20.9.2010, 16:02
ich sehe das kommen

ich gründe meine eigene religion.

bin noch am überlegen, wie ich mich nennen soll...
brian fällt mir spontan ein...

Mazzesinsulaner
 
00
21.9.2010, 06:57

zur Kreuzigung bitte....

jeder nur ein Kreuz

Mittagessen ist meine Lieblingsspeise
00
23.9.2010, 09:53
genau

der Schakfeh hat seines schon genommen!

brav.

"und eich aunderen mach ma ah no olle katholisch!"

Affe&Affe
110
20.9.2010, 15:47
Islamischen Religionsunterricht ersatzlos streichen!

Jetzt!!!

Darwin1
26
20.9.2010, 17:38
ALLEN

Religionsunterricht streichen, wenn schon!

gefrajter_iz_jivica
00
Nein,

bloß den Islam.

galiontariaho
00
hehe..

ich finds lustig, dass manche menschen als antwort auf fanatismus und religionsstaat immer fanatismus und religionsstaat zu bieten haben ;)

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