Firmen senden Mitarbeiter häufiger und kürzer ins Ausland

16. September 2010, 15:23
  • Artikelbild
    foto: apa/barbara gindl

    Expatriates: In Amerika schrecken vor allem die Kosten ab, in Europa und Asien gibt es Kandidaten-Mangel

Technische Expertise ist Hauptgrund für internationale Mitarbeitereinsätze - Firmen wollen Kosten senken

Wien - Trotz der globalen Rezession ist die Zahl der Entsendungen von Mitarbeitern ins Ausland in den letzten beiden Jahren um vier Prozent
gestiegen. Das betrifft vor allem kürzere Auslandseinsätze: In 50 Prozent der Unternehmen haben die so genannten Short-Term Assignments zugenommen. In diesem Zusammenhang haben zwei Drittel der Unternehmen weltweit spezielle Richtlinien für Short Term Assignments entwickelt. Dies zeigt die neue Studie "International Assignments Survey 2010" von Mercer, in der die Daten von 220 multinationalen Unternehmen
aus verschiedenen Branchen ausgewertet wurden.

Kosteneinsparung

Um Kosten zu sparen, entsendet heute über die Hälfte der befragten Unternehmen verheiratete Mitarbeiter ohne ihre Familie langfristig ins Ausland. Europa führt diesen Trend an. Hier entsenden zwei Drittel der Organisationen verheiratete Beschäftigte alleine ins Ausland. Unternehmen stellen außerdem zunehmend Expatriates vor Ort ein, anstatt kostspielige Umzüge aus dem Heimatland zu finanzieren. Etwa die Hälfte der befragten
Unternehmen hat die Anzahl der lokalen Einstellungen erhöht oder plant, dies zu tun.

"Unternehmen bemühen sich, die Kosten für Auslandsentsendungen zu senken, aber dabei die Attraktivität der Entsendungsprogramme nicht zu sehr zu gefährden. Obwohl es immer noch schwierig ist, die richtigen Kandidaten für einen Auslandseinsatz zu finden, hat sich der Pool an Kandidaten durch das wirtschaftliche Umfeld und die höheren Arbeitslosenzahlen erweitert. Viele Bewerber sind daran interessiert, in Länder zu gehen, die von der Krise weniger betroffen sind als das eigene", erklärt Mercer-Experte Sebastian Karwautz.

Treiber und Hindernisse

Die größten Hindernisse bei der Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland sind laut Studie die Kosten und die Schwierigkeit, geeignete Kandidaten zu finden. Je nach Region wiegen die Hindernisse unterschiedlich schwer. In Amerika schrecken vor allem die Kosten ab, während in Europa und Asien der Mangel an passenden Kandidaten ein Problem darstellt.

Obwohl der Eintritt in neue Märkte immer noch ein entscheidender Grund für Auslandsentsendungen ist, spielen auch andere Faktoren wie Wissenstransfer und Performance-Steigerungen mittlerweile immer häufiger eine wichtige Rolle. Über zwei Drittel der Unternehmen berichten, dass der Schlüsseltreiber für die Entsendung von Mitarbeitern der Mangel an lokalem Know-how sei. Auch die Verbesserung der operativen Leistungen
und der Aufbau neuer Geschäfte sind oftmals der Grund für Auslandsentsendungen. (red, derStandard.at)

EuroExpert
00
30.9.2010, 17:42
praxis stimmt nicht mit theorie

einerseits wird an den unis gelehrt, dass heutzutage nach dem studium "ins ausland gehen" mittlerweile ein MUSS ist, andererseits gibt es immer weniger firmen die expats attraktive konditionen bieten, vor allem auch um ein entsprechendes familien (Privat)leben führen zu können.

Gunnar Freeman1
00
25.9.2010, 17:09
Auslandsentsendungen

Es wird vermutlich daher auch schwierig sein die Familie zum Uebersiedeln zu bewegen, da viele Firmen nicht bereit sind die Schulkosten zu uebernehmen. Ist man jedoch im AUsland und sendet die Kinder in eine Schule mit Englisch als Hauptsprache, gibt es bei der Rueckkehr leider nicht all zu viele Schulangebote bzw. die Kosten fuer entspechende Schulen sind einfach zu hoch.
Auffallend ist, dass das Management immer hoeher entlohnt wird um im Ausland weilende Mitarbeiter immer zu mehr Leistung anzuspornen. Leider entsteht eine Kluft welche zu weniger motivierten MA fuehrt. Kostenoptimierungen an der Basis bringt Expats zusehends mehr in Schwierigkeiten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.