Weibchen legen früher ihre Eier und Männchen singen früher
Berlin - Künstliches Licht beeinflusst das Liebesleben
heimischer Singvögel: Großstadtlicht und Straßenbeleuchtung bringen das
Paarungsverhalten von im Wald brütenden Singvögeln durcheinander. Das berichten
Wissenschafter des Max-Planck-Institutes für Ornithologie in Seewiesen (Bayern) in der Onlineausgabe der Fachzeitschrift "Current Biology". Sie
haben Amseln, Rotkehlchen, Blaumeisen, Kohlmeisen und Buchfinken entlang von
Waldrändern beobachtet und den Einfluss der Lichtverschmutzung auf deren
Brutzeiten untersucht.
"Wir haben bei den Vögeln in Straßennähe mehrere Effekte festgestellt: Die
Weibchen legen früher ihre Eier und die Männchen beginnen morgens eher ihren
Gesang", sagte der Vogelkundler Bart Kempenaers. Teilweise würden sie
bis zu eineinhalb Stunden früher trällern. Außerdem seien die frühen Sänger wesentlich erfolgreicher bei der Suche nach einer
Partnerin zum Fremdgehen, ergaben zusätzliche Untersuchungen des
Blaumeisen-Liebeslebens.
Für die Studie beobachtete das Team um den
Verhaltensökologen die Tiere während einer Brutperiode von etwa drei Wochen und
an zwölf unterschiedlichen Standorten - die Hälfte der Standort war künstlichem Licht
durch Straßenlaternen ausgesetzt. Ob die Veränderungen die Singvogelpopulationen
positiv oder negativ beeinflussen, ist noch unerforscht. "Das müssen weitere
Studien zeigen", sagte Kempenaers. (APA)