Grüne wollen "Kulturbruch in der Schulpolitik"

16. September 2010, 15:39
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    So sieht es momentan noch aus am neuen Hauptbahnhof. Geht es nach den Grünen, soll dort eine Modellschule entstehen.

Autonom, Integration fördernd, mit Sprachenschwerpunkt - Am Haupbahnhofgelände soll eine "Schule der Zukunft" entstehen, fordern die Grünen

"Wir müssen sicherstellen, dass jedes Kind nach der Pflichtschule nicht nur perfekt Deutsch spricht, sondern auch seine Muttersprache - und ein bis zwei weitere Fremdsprachen". Die Wiener Grünen-Chefin Maria Vassilakou meint, das Thema Sprache müsse in den Mittelpunkt der Schule rücken und forciert werden - "und das sage ich jetzt nicht als Maria Vassilakou, die Grüne, sondern als Maria Vassilakou, die Linguistin". 

Der Sprachfokus ist aber nur ein Aspekt der "Schule der Zukunft", wie sie sich die Grünen vorstellen. Die Grundidee, die Vassilakou und Gemeinderat Christoph Chorherr vor Journalisten präsentierten: Eine autonome, Integration fördernde Schule mit glücklichen Lehrern und Schülern. "Das wäre ein ziemlicher Kulturbruch in der Schulpolitik", meint Chorherr. Die Grünen können sich vorstellen, dass auf dem Gelände des neuen Hauptbahnhofs eine solche Schule errichtet wird, die etwa 1.000 Schülern Platz bieten soll. Diese soll Vorbild für andere Schulen sein.

Autonomie in allen Bereichen

Diese soll eine öffentliche Bildungsstätte - und damit gratis - sein, aber die Qualitäten einer Privatschule besitzen. Oberstes Prinzip: Autonomie, was Personalauswahl, Verwendung von Finanzmitteln oder Gestaltung des Unterrichts angeht - unter Berücksichtigung des offiziellen Lehrplans. "Die Schule soll zum Beispiel selbst entscheiden, ob sie 50 Minuten oder eineinhalb Stunden Unterrichtseinheiten anbietet", erklärte Chorherr.

Organisiert werden soll die Schule über ein Vereinskonstrukt, ähnlich der Sir Karl Popper-Schule in Wien. Ein parteiunabhängiger Trägerverein wählt den Direktor, der sich dann wiederum das Lehrpersonal aussucht. "Ja, man muss sich auch von Lehrern trennen können", so Chorherr. Schule solle "Lern- und Lebensraum" sowohl für die Schüler als auch für die Lehrenden sein, so Vassilakou. "Das erfordert natürlich eine komplett neuartige Schularchitektur", ergänzt Chorherr.

Keine Schule für Eliten

Die Schule solle aber kein Eliteprojekt sein, sondern auch für besonders förderbedürftige Kinder Platz bieten. In Sachen Integration und den damit oftmals einhergehenden Problemen dürfe die Schule nicht die Augen verschließen, so Chorherr: "Da knirscht es, und das wissen wir". Man müsse Konflikte eben entsprechend aufarbeiten, was gut ausgebildete Lehrer, Trainer und Sozialarbeiter erfordere. Aber eines sei klar: "Jede Klasse verträgt nur einen bestimmten Anteil an besonders förderbedürftigen Schülern". (az, derStandard.at, 16.9.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 47
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Erleuchter
00
30.10.2010, 06:57
Die besten Sprachkurse online zugänglich machen - wie wäre das?

Wenig Aufwand mit großer Wirkung.

Die Gestaltung von Sprachprogrammen mit aufregenden Geschichten, interaktiv, wäre für Interessierte ein Hit.

Glaubt mir, nach der dritten Sprache wird es zur Sucht.

f.j.neffe
 
00
19.10.2010, 12:27
Neue Glücksschablone

Schade! Schon wieder nur der Wechsel von einer Schablone in eine andere! Was soll eine neue Schule dafür, dass ich diskutieren und mit anderen entscheiden darf/soll/muss, ob Stunden nun 50 oder 90 Minuten lang sind? Da übernehme ich doch gleich mit der Lehrplanschablone auch die Stundenschalone und verzichte auf die Pseudodemokratieschablone. Als Ich-kann-Schule-Lehrer mag ich schon eine Schule mit Glücklichen Lehrern und Schülern, aber es muss MEIN Glück sein und nicht das für mich vorgesehene. Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe

ich gebs zu
03
19.9.2010, 17:04
Welche Kultur soll in der Schulpolitik

denn da noch brechen?

Es brüllen eh nur noch alle durcheinander und verzerren die Pappen zu einem Grinser, wenn eine Kamera dazukommt.

Wer wirklich für alles zu blöd ist, wird hierzulande Bildungsexperte.

asinus
01
19.9.2010, 07:53

Alles auf einmal wird nicht gehen, liebe Grüne, und eure Vorbildschule wäre ja nicht so schlecht gedacht, aber sie ist so weit von der Alltagsrealität entfernt, dass sie nur durch einen immensen Aufwand an Lehrpersonal, Geld usw. zu erreichen ist. Und zwei Fremdsprachen + Deutsch perfekt für die Abgänger der Pflichtschule, das ist schlicht und einfach utopisch...

Doper
00
18.9.2010, 17:21
Ich bin auch der Meinung,

dass man alle Unterrichtsgegenstände in denen man logisches Denken lernt, abschaffen sollte. Satt dessen Fächer in denen man viel auswendig lernen kann.
Die beste Vorbereitung für ein Jusstudium, oder BWL ...

Sche
11
18.9.2010, 11:00
Hmmm

Die Grünen machen mir inzwischen schon fast so viel Angst wie die Blauen.
Und zwischen den beiden ist weit und breit nichts Gescheites in Sicht.

Sche
01
18.9.2010, 12:35
loool

Eine echt verkehrte Welt, in der Grüne rote Striche vergeben ;-)
Ich liege mit meiner Einschätzung offensichtlich nicht falsch.

Veronika, der Spargel wächst!
15
17.9.2010, 11:56
Wie wärs...

...wenn man sich einmal um die Schuldigen - nämlich die Eltern, die ihren Kindern die Landessprache nicht beibringen - kümmert?
Warum soll der Steuerzahler die Integrationsverweigerung bezahlen?
Ich bin sicher: Keine Kinderbeihilfe mehr für hier geborene Kinder ohne Deutschkenntnisse und in kürzester Zeit ist das Problem gelöst!

jana_einsteinova
41
17.9.2010, 08:01

sag ich auch immer..

mathe nur mehr in der modularen oberstufe - also frei wählbär, für diejene die es wollen!°

dann ist das "nachhilfe-thema" auch vom tisch...

in der zeit hätt hätt ich gern spansisch ect gelernt statt blöd und sinnlos herumzurechnen.
ich habs nicht einmal später gebraucht...

Mr. X4
04
17.9.2010, 14:49

Mathematik gehört nicht nur zur Allgemeinbildung, wir leben in einer zunehmend technisierten Welt die immer komplexer wird - da sind naturwissenschaftliche Grundkenntnisse einfach unerlässlich. Die kann man einem Maturanten nicht "ersparen".

jana_einsteinova
21
17.9.2010, 19:31

als otto normalverbraucher muss man man die technischen geräte maximal "bedienen" können.
grossartiges mathematisches verständnis ist dazu nicht notwendig, finde ich..

grundkenntnisse haben heisst für mich, unterstufen -mathematik..
alles andere darf sich jeder schüler aussuchen - je nach begabung und studienwunsch..

indem fall lesen ich aber lieber die bedienungsanleitung auf spanisch ;)

man darf nicht ausser acht lassen, nur weil der taschner immer nett und interessant schreibt, wird das thema mathematik doch immer überwertet.
es sollen die machen, die´s auch brauchen..
weil wenn ich gut klavier spiele, gehe ich auch ins musikgymnasium und nicht in die htl ...

Sche
02
18.9.2010, 10:53
Ich selbst...

...war zu Schulzeiten mathematisch eher "minderbegabt" und habe das Fach gehasst, aber objektiv betrachtet, ist Mathematik eine Grundvoraussetzung für sehr viele andere Fächer.

Rückblickend gesehen bin ich jedenfalls froh darüber, dass ich mich quälen musste.

Mr. X4
12
17.9.2010, 20:48

Ich rede nicht vom Bedienen eines technischen Gerätes, sondern davon dass man in Zeiten wie diesen und zukünftig noch viel stärker einfach ein Fundament an naturwissenschaftlichen Kenntnissen braucht. Ganz einfach um die Welt in der wie leben zu "verstehen" und darauf basierend Entscheidungen treffen zu können - egal welchen Beruf man ausübt. Vielen Entscheidungsträgern unserer Zeit fehlt dieses Wissen leider komplett und die Folgen sieht man dann ja.
Fremdsprachen sind in der globalisierten Welt sicher auch enorm wichtig (v.a. Spanisch neben Englisch), aber die kann man später noch rel. einfach nachlernen - Mathematik aber nicht.
Suma sumarum: Unterstufen-Mathematik ist sicher zu wenig für einen Maturanten.

asinus
10
19.9.2010, 07:56

Nur lernt man später auch die Fremdsprachen nicht mehr so nach, wie man es als Jugendlicher getan hat oder getan hätte. Heute sind die Sprachen immens wichtig, oft wichtiger als die Mathematik, die bis in den neusprachlichen Zweig hinein sowieso schon dominiert.

Irma la Douce
20
17.9.2010, 12:35
... oder tippen ...

jana_einsteinova
00
17.9.2010, 19:32

und kochen ;)

language
00
17.9.2010, 11:22

Ich meine um Mathematik und zB Schach kümmert sich die katholische Kirche, bitte links auch machen.
Um Sprachen kümmert sich hauptsächlich niemand!

ich gebs zu
01
17.9.2010, 11:59
Wie bitte?

language
00
17.9.2010, 19:05

Schauen Sie sich an, wieviele Volksschulen Begabungsförderung anbieten, in Wien ung.vier, davon drei kirchlich.
Jetzt fragen Sie nicht, wieso!

ich gebs zu
00
18.9.2010, 08:15
Ich weiß sogar, wieso.

Privatschulen, nicht nur kirchliche, müssen sich halt bemühen.

asinus
00
19.9.2010, 07:59

Die Begabtenförderung steht in Ö am Sprung, es gibt schon lange für die Lehrer Ausbildungen dazu. Aber in den Schulen fehlt dann das Geld, um sie (autonom) durchzuführen, genauso wie im Regelfall den zweisprachigen Unterricht. Da müssten die Schulen, welche sie anbieten, eine zustätzliche Zahl von Werteinheiten, sprich Geld, zu bekommen, und da ist weit und breit nichts zu sehen.

ich gebs zu
01
19.9.2010, 10:42
Ein wesentlicher Abgangsbeschleuniger war für mich die Konzeptlosigkeit in der Begabtenförderung.

Während man Dutzende Lehrer/innen durch Qualifizierungskurse zur Begabtenförderung jagte, wurden heimlich still und leise die Mittel für das Bisschen zusätzlichen Unterricht eliminiert.

Den Schwachsinn wollte ich einfach nicht mehr mitmachen.

Es ist ja auch beileibe nicht der einzige.

Mr. X4
00
17.9.2010, 20:56

Trauig wenn's so ist... In Spanien z.B. gehört die beste Universität des Landes dem Opus Dei.

language
11
17.9.2010, 11:16

Endlich! Gratuliere!

Hoffentlich wird daraus etwas!
Begabungsförderung ist sehr wichtig. Kinder lernen auch sehr gerne von einander.
Kinder lernen ausgesprochen gerne Fremdsprachen. In jungen Jahren, erfolgreich, motiviert, von native speakern. Eindeutig mit Freude.
Kinder können ohne weiteres mehrer Fremdsprachen erlernen, wenn sie früh genug damit anfangen. Meiner Meinung nach ist das auch der Weg, Kindern mit Sprachdefiziten den Druck zu nehmen. Die Grünen sollten Begabungsförderung nicht scheuen, ansonsten überlassen sie dieses Gebiet der katholischen Kirche.
Bitte!!!!

asinus
01
20.9.2010, 03:20

Na und? Wenn das öffentliche Schulwesen mangels Desinteresse der Behörden dazu nicht in der Lage ist, was ist dagegen einzuwenden, wenn es jemand anderer macht?

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