Agoraphobie

Mit dem Computer gegen die Angst

20. September 2010, 16:42

Bremer Universität startet Studie zum Einsatz von Computertechnologie gegen soziale Angst

Ob in großen Menschenmengen, engen Räumen, wenn man im Mittelpunkt stehen muss oder einfach nur im sozialen Kontakt: in vielfältigen Situationen können Angstsymptome wie Herzrasen, Schwindel, Zittern, Atemnot bis hin zu ausgeprägten Panikattacken so stark werden, dass solche Situationen zur Belastung werden. In sehr schlimmen Fällen kann die Problematik Ausmaße annehmen, die zu einer extremen Einschränkung der Lebensführung des Einzelnen und darüber hinaus zu Folgeerkrankungen wie Depressionen oder psychosomatischen Beschwerden führen.

Grundsätzlich kann den Betroffenen Mut gemacht werden: Eine Reihe von Behandlungsansätzen und vor allem die Kognitive Verhaltenstherapie bieten wirksame Hilfe für diese beeinträchtigenden Angsterkrankungen an. Derzeit läuft bereits eine Behandlungsstudie zur Panikstörung und Agoraphobie an der psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Bremen. Hier können sich Betroffene melden, die unter unerwarteten Panikattacken leiden und Ängste haben in Situationen, in denen eine Flucht schwierig oder Hilfe schwer zu erreichen wäre.

Computerbasierte Behandlungsmethode

Zusätzlich wird in Kooperation mit dem Psychologischen Institut der Universität Münster eine neu Behandlungsmethode gegen soziale Ängste erprobt. Diese umfassen ein flaues Gefühl im Magen, wenn man im Mittelpunkt stehen muss, zitternde Hände auch schon bei einem kleinen Vortrag, weiche Knie, wenn man neue Menschen kennen lernt oder einfach Angst, wann immer andere einen kritisch bewerten könnten. Häufig meinen Betroffene, sie seien die Einzigen, die an solchen Bewertungsängsten leiden und suchen trotz der guten Behandlungsmöglichkeiten in vielen Fällen keine oder erst nach vielen Jahren professionelle Hilfe auf. Dies liegt auch daran, dass Wartezeiten für Psychotherapie häufig länger sind als es wünschenswert ist.

Neue Behandlungsansätze setzen deshalb verstärkt Computertechnologie ein, um Hilfe leichter erreichbar zu machen, und konnten damit bereits in wenigen Wochen deutliche Verbesserungen der Symptomatik erzielen. Eine derartige computerbasierte Behandlungsmethode wird nun ebenfalls an der psychotherapeutischen Hochschulambulanz der Universität Bremen angeboten. Für diese von der Christoph-Dornier-Stiftung für Klinische Psychologie und der Universität Bremen für drei Jahre geförderte Studie werden Frauen und Männer zwischen 18 und 65 Jahren gesucht, die unter sozialen Ängsten leiden und zu Hause Zugang zum Internet haben. Interessenten erhalten die Möglichkeit, eine sorgfältige diagnostische Abklärung vornehmen zu lassen und bei Eignung kostenlos an der Studie teilzunehmen. (red)

Kommentar posten
11 Postings
Mathias
 
00
23.9.2010, 23:28
Angst vor der Pharmaindustrie??

( http://www.youtube.com/watch?v=ncx5XYOzYGQ )

;-)

gefallener Elch
30
21.9.2010, 05:40
Studie?!!?!!

Es gibt auch jetzt schon genug Hilfe uebers internet
ohne Wartezeit und jederzeit von zu hause aus
man suche unter psychotherapie oder psychologische beratung auf google......
Wozu braucht man da noch Studien???
z.B.www.zeitzuleben.de
www.offen4you.com

NickKnarrkarton
01
2.10.2010, 17:05

Genau, wozu brauchen Leute, denen es nicht gut geht, Lösungen, die auf einem soliden Fundament stehen.
Therapieren wir einfach irgendwie herum - wenn es nichts nützt, wird es schon schaden ...

Bei uns hat jeder das Recht auf Meinungszensur
12
21.9.2010, 04:53
Verhaltenstherapie

ist bei weitem nicht die einzige psychotherapeutische Methode, die hilft, aber das vergessen die Herren Mediziner, die ihre Patienten als Maschinen ohne eigenen Verstand betrachten und wie Pawlowsche Hunde trainieren möchten - bewußte, autonome Lösung des Problems ist irrelevant - , gerne.

Sehr bewährt haben sich bei dem Problem auch Systemische Therapie, Hypnotherapie, Gestalttherapie,...

NickKnarrkarton
20
2.10.2010, 17:03

Für VT gibt es wenigstens wissenschaftliche Untersuchungen. Für die von Ihnen genannten Methoden fehlt in der Indikation Angst bislang jeder Wirkungsnachweis. Bewährt hat sich davon also gar nichts.
Ich selbst durfte schon eine syst. Therapie "genießen" - 1 Jahr immer denselben phantasierten Unsinn gehört, der mit der Ursache null zu tun hatte - am Ende ging es mir schlechter als vorher - nur der Therapeut hat sich über ein Zubrot gefreut, das war die einzige Wirkung.

Bei uns hat jeder das Recht auf Meinungszensur
10
3.10.2010, 02:48

bei manchen Leuten vermehrt sich halt wie beim Pawlowschen Hund der Speichelfluss, wenn man sie "abrichtet", andere wollen verstehen, warum sie ihr Problem überhaupt haben und es bewusst bekämpfen.

Mir genügt als Wirkungsnachweis, dass ich innerhalb von 4 Monaten meine Sozialphobie losgeworden bin (Systemische Therpaie). Vielleicht waren Sie einfach nicht intelligent genug dazu. :-)

NickKnarrkarton
10
6.10.2010, 17:45

Ob dafür die Therapie verantwortlich war oder etwas ganz was anderes, werden sie in Wahrheit nie erfahren. Ob Sie überhaupt eine Sozialphobie hatten, auch nicht. Wie lange sie geheilt sind, wird man sehen.
Übrigens hat VT mit dem Pawloschen Hund soviel zu tun, wie der Papst mit Dolly Buster. Aber da sind sie vermutlich nicht intelligent genug, das zu verstehen. Vielleicht sind Sie gerade deshalb geheilt.

gefallener Elch
13
21.9.2010, 06:24
richtig

immer zaehlt nur die Verhaltenstherapie gegen Angst,
sie leistet nur erste (schnelle) Hilfe kommt aber nicht an die Ursachen heran

NickKnarrkarton
20
2.10.2010, 17:11

Aha, und mit Hypnose-Hokuspokus, endlosen Geschwafel oder herumgraben in Beziehungen löscht man also die Angst aus ?
Angst, die z.B. aus tiefgreifenden gesellschaftlichen Problemen aufgebaut ist oder aber aus simplen Streß, der den Körper schon im Mitleidenschaft gezogen hat.
Das wird in erster Linie nur einem helfen: Jenen, die diesen Schwachsinn anbieten.

gefallener Elch
11
3.10.2010, 02:51

du warst einfach beim falschen Therapeuten(in).

NickKnarrkarton
10
6.10.2010, 17:46

Nein, es war falsch, überhaupt zu einem Psycho zu gehen. Heute geht es mir gut, weil ich erkannt habe, daß dort nur entgeltlich heiße Luft geredet wird.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.