Fiat: Innovationen statt weitere Veräußerungen

29. April 2003, 12:17
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Neuer Sanierungsplan des maroden italienischen Konzerns soll bis Juni stehen

Rom - Der angeschlagene Fiat-Konzern plant derzeit keine weiteren Verkäufe einzelner Geschäftsteile zum Schuldenabbau. "Wir glauben, dass der Prozess der Veräußerungen mit den Fiat-Töchtern Toro, Fidis und Avio abgeschlossen werden sollte", sagte der neue Vorstandschef Giuseppe Morchio in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore". Die Zuliefer-Firmen Magneti Marelli und Comau, die bisher auch auf der Verkaufsliste standen, sollen den neuen Plänen zufolge im Besitz des Turiner Unternehmens bleiben.

Neuer Sanierungsplan

Morchio, der vor zwei Monaten zum neuen Fiat-Vorstandschef ernannt worden war, will bis Ende Juni einen neuen Sanierungsplan für den krisengeschüttelten Konzern vorlegen. Anliegen sei es, künftig vor allem in die Innovation der Produkte zu investieren, statt mit frischem Geld lediglich operative Verluste zu decken. "Innovation, Qualität und eine konkurrenzfähige Kosten-Struktur sind die Leitlinien, auf die wir uns konzentrieren müssen", erklärte Morchio.

GM-Option "nicht im Vordergrund"

Den US-Konzern General Motors, der mit 20 Prozent an Fiat Auto beteiligt ist, bezeichnete der Vorstandschef als "industriellen Partner von höchstem Wert". Jedoch stehe die per Vertrag festgelegte Option, die Fiat-Autosparte ab 2004 ganz an GM zu verkaufen, derzeit nicht im Mittelpunkt des Interesses. Die Option habe zudem bis 2009 Gültigkeit, so dass sich beide Firmen bis dahin auf die Sanierung der Autosparte konzentrieren könnten.

Aktie steigt

An der Mailänder Börse stieg die Fiat-Aktie nach der Veröffentlichung des Interviews um 3,42 Prozent auf 6,59 Euro. (APA/dpa)

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