Klagenfurterin mailte Ex-Liebhaber Kinderpornos: Sechs Monate bedingt

29. April 2003, 11:52
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Frau wollte mit Porno-Mails "Geständnis" erzwingen

Wegen pornografischer Darstellung mit Minderjährigen wurde am Dienstag eine junge Frau am Landesgericht Klagenfurt zu einer bedingten Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt. Die 27-Jährige hatte ihrem ehemaligen Lebensgefährten per E-Mail Kinderpornos geschickt, da sie glaubte, er sei in die Produktion dieses Materials verwickelt. Sie sagte vor Gericht aus, mit den Porno-Mails habe sie ihren Ex-Liebhaber zwingen wollen, "seine Taten zuzugeben". Die Frau nahm das Urteil an.

Im Vorjahr sei in ihr der Verdacht gereift, ihr ehemaliger Freund habe mit Kinderpornos zu tun, gab die beschäftigungslose Frau an. Sie habe zu recherchieren begonnen und hätte ihn schließlich auf einschlägigen Fotos im Internet erkannt. Ihr Indiz: Auf einem der Bilder war eine Tischdecke zu sehen, "wie auch seine Großmutter eine hatte", so die Angeklagte. Als sie ihrem Ex-Freund immer mehr einschlägiges Material schickte, schaltete dieser schließlich die Exekutive ein. Die Frau wurde angezeigt.

Eine eingehende kriminaltechnische Analyse der Kinderpornos ergab, dass der Mann auf den Fotos nicht der ehemalige Lebensgefährte der Angeklagten war. Staatsanwalt Friedrich Borotschnik und Einzelrichter Norbert Jenny klärten die Frau darüber auf, dass das Herunterladen und Verschicken von Kinderpornos auch dann strafbar sei, wenn man keine kommerziellen Ziele damit verfolge. "Bitte greifen sie in Hinkunft nicht mehr zur Selbstjustiz, sondern wenden sie sich an Exekutive oder Staatsanwaltschaft", belehrte Borotschnik die 27-Jährige abschließend.(APA)

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