Es kann nur Einen geben?

29. April 2003, 13:01
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Browser gibt es viele, doch einer beherrscht uneingeschränkt den Markt: Der Internet Explorer

Die Entwicklung des grafischen Browsers für das Internet mit dem Namen Mosaic ist jetzt zehn Jahre her, aber erst im Vergleich mit den heutigen Programmen wird deutlich, was für eine Leistung Mosaic war. Schaut man sich die alten Screenshots an, so fällt auf, dass man eigentlich nichts vermisst. Die Buttons zum Vorwärts- und Rückwärtsgehen gab es schon genauso wie die Knöpfe zum Speichern einer Seite oder zum Ausdrucken. Wenn man sich also heute für einen der vielen Browser entscheidet, dann geht es vor allem um die "inneren Werte".

"Based on NCSA Mosaic"

Platzhirsch im Bereich der Browser ist inzwischen schon seit etlichen Jahren der Internet Explorer von Microsoft, den es derzeit in der Version 6 gibt. Wobei er seine Herkunft auch nicht verschweigt: Klick man auf Help und About Internet Explorer, so heißt es dort immer noch: "Based on NCSA Mosaic".

Marktanteile

Unterschiedliche Angaben gibt es dazu, wie groß der Marktanteil ist. Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Fittkau & Maaß vom Herbst vergangenen Jahres lag er bei mehr als 90 Prozent. Nur 7,7 Prozent entfielen auf die Browser von Netscape beziehungsweise Mozilla. Einer Analyse des Heise-Verlags vom März dieses Jahres zufolge, bei der registriert wurde, mit welchem Browser die Verlags-Sites besucht wurden, kamen der Microsoft auf über 60 Prozent und Netscape/Mozilla auf 25 Prozent. Und als dritter der Großen erreichte der Browser Opera fast neun Prozent.

Referenzbrowser

Über die Gründe, warum der Internet Explorer schließlich Marktführer wurde, mag man streiten. Die letzten Versionen setzten technisch immer auch Maßstäbe. Der Internet Explorer gilt vielen Designern von Web-Seiten als Referenz, sie werden so gestaltet, wie sie im Internet Explorer am besten zur Geltung kommen. Dies führt aber auch dazu, dass es bei praktisch jedem anderen Browser immer wieder zu fehlerhaften Darstellungen kommen kann.

Neue Versionen von Mozilla und Opera

Ausruhen wird sich Microsoft aber nicht können. Ständig gibt es neue Versionen von anderen Browsern oder gar ganz neue Produkte, die besser und innovativer als der Internet Explorer sein wollen. Das Mozilla-Projekt, das inzwischen die Weiterentwicklung des einst führenden Netscape-Browsers übernommen hat, konnte in jüngster Zeit einiges an Boden gut machen.

Schneller Mozilla

Die aktuelle Version 1.3 hat an Schnelligkeit gewonnen, hat interessante Einstellungsmöglichkeiten und bringt noch ein E-Mail-Programm mit Filterfunktionen mit. Die technische Weiterführung dieses großen Programms ist aber offenbar recht schwierig, weshalb jetzt getrennt ein besonders schneller Browser und ein E-Mail-Programm entwickelt werden.

Funktional

An Funktionsumfang zugelegt hat der norwegische Browser Opera, der in der Version 7 ein E-Mail-Programm hinzu bekam. Opera fasziniert viele Nutzer schon seit einiger Zeit dadurch, dass er mit erstaunlich wenig Platz auskommt – und sich deshalb auch gut für ältere Rechner eignet – und mit einem schnellen Seitenaufbau glänzt.

Viele Möglichkeiten für persönliche Einstellungen

Auf eine Diskette wie frühere Versionen passt Opera 7.1 zwar nicht, aber selbst mit E-Mail-Programm sind es derzeit nur fünf MB im Download. Und dafür bietet Opera dem Nutzer neben einer gefälligen grafischen Gestaltung auch noch viele Möglichkeiten für persönliche Einstellungen und der Einrichtung von Filtern, ob für unerwünschte Werbe-Mails oder nervige Pop-up-Fenster.

Herausforderer aus dem Linux-Bereich

Zu den Microsoft-Herausforderern hat sich in jüngster Zeit noch der im Linux-Bereich im Rahmen des KDE-Projekts entwickelte Browser Konqueror gesellt, der bei Heise auf 2,4 Prozent kam. Er reicht zwar an den Internet Explorer wohl noch nicht heran, wer Linux und KDE benutzt wird andererseits das Microsoft-Produkt kaum vermissen. Und technisch dürfte sich der Konqueror dank der Hilfe von Apple rasch weiterentwickeln. Denn Apple hat bei der Entwicklung eines eigenen Browsers für die Mac-Rechner, der den Namen Safari trägt, die für die Darstellung der Web-Seiten zuständige KHTML-Rendering-Engine des KDE-Konqueror-Projekts als Grundlage genommen und angekündigt, Verbesserungen dem Projekt wieder zugute kommen zu lassen.

Mehr als zwei Millionen Downloads

Das Interesse an Safari ist laut Apple sehr groß. Seit der Veröffentlichung der ersten Beta-Version im Jänner gab es mehr als zwei Millionen Downloads. Inzwischen ist die zweite Beta-Version mit integrierter Google-Suche, Bookmark-Verwaltung und automatischer Blockierung von Pop-up-Bannern freigegeben worden. (APA/AP)

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