Israel fürchtet iranische Störversuche im Nahost-Friedensprozess

29. April 2003, 10:45
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Shin Beth: Teheran steuert palästinensische Extremisten

Jerusalem - Israels Geheimdienste gehen davon aus, dass der Iran versuchen wird, den möglicherweise wieder in Gang kommenden Nahost-Friedensprozess durch gezielte Anschläge und die Unterstützung palästinensischer Extremisten zu stören. Nach israelischen Presseberichten sagte der Chef des Inlandsgeheimdienstes Shin Beth, Avi Dichter, bei einer Kabinettssitzung am vergangenen Sonntag, Israel habe Beweise dafür, dass Teheran hinter dem jüngsten Selbstmordanschlag eines Palästinensers in der vergangenen Woche in der Stadt Kfar Saba stehe. Bei dem Anschlag wurden ein israelischer Wachmann und der Attentäter getötet.

Das Attentat sei von einer Extremistengruppe geplant und ausgeführt worden, die direkte Unterstützung durch die Revolutionären Garden (Pasdaran) aus dem Iran erhalten habe. Damit sollten die Bemühungen des neuen palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas (Abu Mazen) bei der Bildung einer neuen Regierung untergraben werden. Der Iran übe Druck auf verschiedene radikale Gruppen aus, gegen Abbas zu handeln, um eine Annäherung mit Israel zu verhindern. Es entstünden ständig neue Terrorzellen in den besetzten Gebieten, warnte Dichter.

Hisbollah feuert Raketen auf Israel

Die vom Iran gesteuerte libanesische Terrororganisation Hisbollah feuerte am Montag erneut Katjuscha-Raketen auf israelisches Gebiet. Dabei wurde nach ersten Berichten ein Israeli leicht verletzt. Israels Premier Ariel Sharon hat von den USA massive Druckausübung auf Syrien verlangt, um die Zerschlagung der Hisbollah zu erreichen, die im Südlibanon die frühere israelische Besatzungszone unter ihre Kontrolle gebracht hat.

Nach Angaben des israelischen Geheimdienstchefs gibt es seit einiger Zeit eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Terrorbekämpfung zwischen den israelischen und palästinensischen Geheimdiensten. Dadurch könne sich die israelische die Armee aus Gebieten zurückziehen, in denen die Palästinenser die Lage kontrollierten. Dies gelte sowohl für das Westjordanland als auch für Teile des Gaza-Streifens, sagte Dichter. (APA/dpa)

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