Nordkorea fordert USA zu Positionswechsel auf

29. April 2003, 18:10
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Angebliches nordkoreanisches Atom-Eingeständnis dementiert

Peking/Seoul - Nordkorea hat eine Änderung der US-Politik gegenüber dem kommunistischen Land zur Bedingung für den Erfolg von Verhandlungen im Atomstreit gemacht. Die USA bestünden darauf, dass Nordkorea zuerst sein Atomprogramm aufgeben müsse, bevor über wirtschaftliche und diplomatische Fragen verhandelt werde, schrieb die nordkoreanische Zeitung "Minju Joson" am Dienstag. Solange Washington darauf beharre, "verlieren beide Seiten nur Zeit, egal wie häufig sie verhandeln", hieß es weiter.

China dementiert angebliches nordkoreanisches Atom-Eingeständnis

Indessen wurde laut chinesischen Angaben auch bekannt, dass Nordkorea in den Gesprächen mit den USA keine Angaben über den angeblichen Besitz von Atomwaffen gemacht habe. "Meines Wissens hat Nordkorea keine solche Erklärung gemacht", sagte der chinesische Außenamtssprecher Liu Jianchao am Dienstag vor Journalisten in Peking. US-Regierungsbeamte hatten in der vergangenen Woche nach den Krisengesprächen in Peking berichtet, die nordkoreanische Delegation habe den Besitz von Atomwaffen eingestanden. Offiziell wurde dies bisher nicht bestätigt.

Bilaterale Gespräche in Washington

Der Nationale Sicherheitsberater aus Seoul, Ra Jong Yil, brach unterdessen zu Gesprächen über die Atomkrise nach Washington auf. Dort wollte er mit US-Außenminister Colin Powell über einen nordkoreanischen Vorschlag zur Beilegung der Krise beraten, von dem Powell am Vortag berichtet hatte. Südkoreanischen Zeitungen zufolge bot Pjöngjang als Gegenleistung für wirtschaftliche und politische Zusagen durch die USA den Stopp seines Atomprogramms an. Powell sprach von "beträchtlichen" Forderungen, die die US-Regierung mit ihren "Freunden und Verbündeten" erörtern werde. (APA/AFP/AP)

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